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Chevalier, Camavinga, Thauvin: Warum sie im französischen

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Lucas Chevaliers Oberschenkelverletzung und Eduardo Camavingas schlechte Vereinsform führen zu ihrem Ausscheiden, während Florian Thauvins Verbannung

Didier Deschamps‘ jüngste Kaderbekanntgabe für die Weltmeisterschaft hat im französischen Fußball für Aufsehen gesorgt, nicht wegen der einberufenen Spieler, sondern wegen der Vielzahl etablierter Namen, die zurückgelassen wurden. Verletzungen, ein plötzlicher Formverlust im Verein und die schiere Tiefe des französischen Angriffstalents haben dazu geführt, dass mehrere hochkarätige Persönlichkeiten außen vor sind. Unter ihnen galten das Mittelfeldtalent Eduardo Camavinga und der vielversprechende Torhüter Lucas Chevalier als sichere Kandidaten, wurden aber in einer erbarmungslosen Auswahl übergangen, die die brutalen Realitäten des internationalen Fußballs unterstreicht.

Camavingas Abwesenheit ist vielleicht die umstrittenste. Mit nur 23 Jahren ist der Real-Madrid-Spieler seit seinem Debüt ein fester Bestandteil von Les Bleus, hat 29 Länderspiele absolviert und an der EM 2024 teilgenommen. Seine Vielseitigkeit – er kann als Linksverteidiger oder im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden – und seine Erfahrung auf höchstem Niveau schienen ihn zu einem Fixposten im Kader zu machen. Doch eine enttäuschende Saison in Spanien hat seinen Status untergraben. Eine rote Karte nur 25 Minuten nach seiner Einwechslung im Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen den FC Bayern München besiegelte nicht nur Madrids Ausscheiden, sondern brachte auch die Fans des Vereins gegen ihn auf. Von seinen eigenen Anhängern ausgepfiffen, ist Camavingas Selbstvertrauen sichtlich gesunken, und Deschamps scheint das Vertrauen in einen Spieler verloren zu haben, der einst die Zukunft des französischen Mittelfelds symbolisierte.

Ebenso auffällig ist die Nichtberücksichtigung von Chevalier, dem 24-jährigen Torhüter, der einst als Nachfolger von Hugo Lloris gehandelt wurde. Eine Oberschenkelverletzung, die er sich vor zwei Wochen im Training zuzog, ließ sofort Zweifel an seiner Verfügbarkeit aufkommen, aber das tiefere Problem liegt auf Vereinsebene. Nach seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain im letzten Sommer, um Gianluigi Donnarumma zu ersetzen, sollte Chevalier sowohl im Parc des Princes als auch für Frankreich die unangefochtene Nummer eins werden. Stattdessen wurde er hinter Matvey Safonov zurückgestuft und hat seit dem 23. Januar keine Pflichtspielminute mehr absolviert. Für Deschamps war es ein zu großes Risiko, einen Torhüter ohne Spielpraxis – selbst einen mit Chevaliers Klasse – zu nominieren, und die Folge ist eine schmerzliche WM-Absenz.

Unter den Angreifern, die nicht nominiert wurden, sticht der Fall eines 27-jährigen Tottenham-Stürmers hervor – eines WM-Finalisten von 2022 und Stammspielers unter Deschamps seit vier Jahren. Mit 32 Länderspielen und 9 Toren war er noch im März im Kader. Aber eine desaströse Premier-League-Saison, in der er trotz vier Champions-League-Toren nur einmal traf, wurde ihm zum Verhängnis. Deschamps schätzte seit jeher seine Fähigkeit, auf der gesamten Angriffslinie zu agieren, doch die Konkurrenz durch jüngere, formstarke Optionen ist nun unüberwindbar geworden. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, dass vergangene Verdienste keine Garantie bieten, wenn die Auswahlspielräume hauchdünn sind.

Für Hugo Ekitike ist die Enttäuschung von anderer Art. Der 23-Jährige hatte sich nach einer herausragenden ersten Saison bei Liverpool, in der er in 45 Einsätzen 17 Tore erzielte, ins internationale Blickfeld gespielt und im März gegen Brasilien getroffen. Ein erstes großes Turnier stand bevor, doch das Schicksal griff auf grausamste Weise ein – ein Achillessehnenriss am rechten Fuß, erlitten im Champions-League-Viertelfinale gegen PSG am 14. April. Seine Rückkehr wird frühestens 2027 erwartet, was ihn komplett von der WM ausschließt und ein Gefühl des „Was wäre gewesen“ hinterlässt.

Florian Thauvins Abwesenheit hingegen fühlt sich wie das letzte Kapitel einer turbulenten internationalen Karriere an. Der 33-jährige Weltmeister von 2018 schaffte ein bemerkenswertes Comeback aus der mexikanischen Liga und erhielt im letzten Herbst erneut Nominierungen. Seine Konstanz auf Vereinsebene – er half mit, Lens in die Champions League und ins französische Pokalfinale zu führen – brachte ihm eine Nominierung zum Spieler der Saison in der Ligue 1 ein. Doch Deschamps überging ihn im März, und die Wiederbelebung reichte nicht aus, um sich in einen überfüllten Angriffskader zu drängen. Thauvins 13 Länderspiele und 2 Tore könnten nun abgeschlossen sein, eine Geschichte darüber, was passiert, wenn der Trainer einfach andere Profile bevorzugt.

Die Nichtberücksichtigung der Veteranen trägt eine ähnliche Endgültigkeit. Karim Benzema, 38, trifft weiterhin in Saudi-Arabien mit 25 Toren in 34 Spielen für Al-Hilal in dieser Saison, aber sein Verhältnis zu Deschamps ist längst vergiftet. Die fünf WM-Einsätze des Ballon-d’Or-Gewinners im Jahr 2014 werden sein gesamtes Turniervermächtnis bleiben. Hugo Lloris mit rekordverdächtigen 145 Länderspielen zeigt in der MLS beeindruckende Form, doch sein internationaler Rücktritt ist endgültig; selbst als dritte Option hat Deschamps nie eine Rückkehr in Betracht gezogen, vielleicht weil er einem Legenden nicht zumuten wollte, eine entpersönlichte Backup-Rolle zu spielen.

Andere, wie Lyoner Kapitän und 2018er Meister Corentin Tolisso, sehen ihren Weg seit Jahren versperrt. Trotz seiner produktivsten Saison überhaupt – 15 Tore in allen Wettbewerben – liegt sein letztes Länderspiel fünf Jahre zurück, und Deschamps zeigt keine Neigung, ihn in die neue Generation zu integrieren. Inzwischen hat Kingsley Comans Wechsel zu Al-Nassr in diesem Sommer seinen internationalen Zyklus praktisch beendet. Obwohl er zu Beginn der Saison noch nominiert wurde, hat seine Abwesenheit bei den letzten beiden Zusammenkünften und eine erste Saison in Saudi-Arabien, die zwar erfolgreich war, aber nicht die von Deschamps geforderte Intensität aufwies, die Tür für eine 61 Länderspiele umfassende Karriere geschlossen, die ihren Höhepunkt im Finale 2022 hatte.

Die kollektive Botschaft von Deschamps‘ Auswahl ist eindeutig: Vereinsform und aktuelle Fitness wiegen jetzt schwerer als der Ruf. In einem so talentreichen Kader wie dem französischen kann selbst eine nachgewiesene Klasse kein Ticket garantieren. Für Spieler wie Camavinga und Chevalier besteht die Herausforderung darin, sich wieder aufzubauen und zu beweisen, dass dies nur ein vorübergehender Rückschlag ist. Für andere könnte diese Liste das Ende des Weges bedeuten. Während Frankreich mit einer Mischung aus Jugend und formstarken Stammkräften zur WM reist, sind die Geschichten der Abwesenden ein Zeugnis für die unerbittliche, gnadenlose Maschinerie des internationalen Spitzenfußballs.

Basierend auf einem Bericht von L'Equipe.