Edin Terzic hat bei Borussia Dortmund eine klare taktische Identität etabliert, die darauf abzielt, das Spiel durch anhaltenden Ballbesitz zu kontrollieren. Dieser Ansatz ist nicht nur eine Vorliebe, sondern ein grundlegendes Element seiner Trainingsstrategie, wie die statistische Analyse seiner Amtszeit zeigt. In seiner ersten vollen Saison als Trainer erreichte Dortmund unter Terzic einen beeindruckenden Ballbesitz von durchschnittlich 58%, eine Zahl, die sein Engagement für die Spieltempo-Diktatur unterstreicht.
Die Philosophie ist einfach: Durch Ballbesitz will Terzic die Chancen des Gegners begrenzen und eine strukturierte Plattform für den Angriffsaufbau schaffen. Dieses ballbesitzbasierte Modell erfordert technische Fertigkeiten im gesamten Kader, insbesondere im Mittelfeld und bei den Verteidigern, die das Spiel von hinten aufbauen. Es stellt eine bewusste Abkehr von den mit dem Club früher manchmal verbundenen hohen Pressing- und direkten Kontertaktiken hin zu einem kontrollierten, geduldigen Fußballstil dar.
Terzics System ist flexibel und dreht sich hauptsächlich um zwei Hauptformationen. Die erste ist das 4-2-3-1, eine Aufstellung, die im modernen Fußball Standard geworden ist. Diese Formation bietet eine solide defensive Basis mit zwei defensiven Mittelfeldspielern, während sie offensive Breite und einen zentralen offensiven Mittelfeldspieler zur Verbindung des Spiels bietet. Die zweite Option ist das 4-3-3, das Terzic mit spezifischen Anweisungen einsetzt. In dieser Formation werden die Außenverteidiger sehr hoch und weit geschoben, fungieren effektiv als Außenbahnspieler, um Breite zu schaffen, während das Mittelfeld aus einem einzelnen Sechser und zwei Innenmittelfeldspielern besteht.
Die Wahl zwischen diesen Systemen hängt wahrscheinlich vom Gegner und der spezifischen Spielsituation ab. Das 4-2-3-1 bietet mehr defensive Stabilität und eignet sich daher für Spiele, in denen Kontrolle und Widerstandsfähigkeit von größter Bedeutung sind. Das 4-3-3 mit seiner aggressiven Positionierung der Außenverteidiger ist ein offensiverer Ansatz, der darauf abzielt, Abwehrreihen zu strecken und die Flügel zu überladen. Diese taktische Vielseitigkeit ermöglicht es Terzic, sich anzupassen, ohne sein Kernprinzip der Ballbesitzdominanz aufzugeben.
Für Borussia Dortmund, einen Verein mit einer reichen Geschichte dynamischen, offensiven Fußballs, hat diese taktische Ausrichtung erhebliche Auswirkungen. Sie deckt sich mit einem breiteren Trend im europäischen Fußball, bei dem Top-Clubs nach Ballbesitzmonopolen streben. Der Erfolg in diesem System hängt von der technischen Qualität der Spieler ab, insbesondere im Mittelfeld. Der Sechser im 4-3-3 muss beispielsweise in der Lage sein, den Ball unter Druck zu empfangen und effizient zu verteilen, während die Innenmittelfeldspieler die Ausdauer und Intelligenz benötigen, um sowohl Verteidigung als auch Angriff zu unterstützen.
Die Rolle der Außenverteidiger ist ebenfalls entscheidend. In der 4-3-3-Variante ist ihre fortgeschrittene Positionierung ein wichtiger Angriffsweg. Dies erfordert Spieler mit außergewöhnlicher Fitness und Flankenqualität, die in der Lage sind, zu beiden Spielphasen beizutragen. Defensiv erfordert die hohe Abwehrlinie, die oft mit einem ballbesitzbasierten System einhergeht, eine gut organisierte Hintermannschaft und einen Torwart, der den Ball am Fuß sicher beherrscht.
Blickt man auf die breitere Bundesliga-Landschaft, positioniert Terzics Ansatz Dortmund als ein Team, das dem Gegner seinen Willen aufzwingen will. In einer Liga mit taktisch vielfältigen Mannschaften, vom hochintensiven Pressing einiger Teams bis zu tiefen Abwehrblöcken anderer, kann die Fähigkeit, den Ball zu kontrollieren, ein entscheidender Vorteil sein. Es ermöglicht Dortmund, Spiele zu managen, Energie zu sparen und hartnäckige Abwehrreihen durch geduldigen Aufbau zu durchbrechen.
Allerdings ist dieser Stil nicht ohne Herausforderungen. Mannschaften, die auf Ballbesitz setzen, können anfällig für schnelle, präzise Gegenangriffe sein, wenn sie den Ball in fortgeschrittenen Zonen verlieren. Die Wirksamkeit von Terzics System wird daher nicht nur an Ballbesitzstatistiken gemessen, sondern auch daran, wie gut Dortmund zwischen Angriff und Verteidigung umschaltet und wie effizient sie Ballbesitz in Tore umwandeln.
Letztendlich ist Edin Terzics taktischer Bauplan bei Borussia Dortmund eine klare Absichtserklärung. Indem er ein System um Ballbesitz herum aufbaut, vermittelt er eine Philosophie, die Kontrolle, technisches Können und strategische Geduld schätzt. Der Erfolg dieses Projekts wird von der Fähigkeit der Spieler abhängen, den Plan konsequent umzusetzen, und vom Können des Trainerteams, ihn an die verschiedenen Herausforderungen der Bundesliga und des europäischen Wettbewerbs anzupassen.
Basierend auf Berichterstattung von Fútbol.