Ein wichtiges Sozialprogramm in Brasilien ist auf ein großes Hindernis gestoßen. Die Initiative 'Cozinha Solidária' (Solidaritätsküche) der Bundesregierung, die kostenlose Mahlzeiten für Bedürftige bereitstellen soll, hat eine Einfrierung ihrer Finanzierung erlitten. Diese Maßnahme hat die Verteilung von täglich tausenden Mahlzeiten für Menschen in sozialer Not im gesamten Bundesstaat Rio de Janeiro praktisch lahmgelegt.
Die beteiligten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) spüren die Auswirkungen vor Ort. Diese Gruppen, die die operativen Arme des Programms waren, berichten, dass sie keine versprochenen Finanztransfers mehr erhalten. Als direkte Folge waren sie gezwungen, ihre wichtigen Aktivitäten auszusetzen. Bei einer solchen NGO, der Comend in Queimados, steht die Industrieküche, die einst emsig hunderte Mahlzeiten täglich zubereitete, nun still, mit leeren Töpfen und ungenutzten Arbeitsflächen anstelle des früheren Trubels.
Der Zusammenbruch des Programms hat eine erhebliche Lücke in der Sozialhilfe hinterlassen. Allein die Comend verteilte täglich etwa 250 kostenlose Mahlzeiten. Ihr Gründer beschrieb die Situation als herzzerreißend und wies auf den Verlust eines Gemeinschaftszentrums hin, in dem Mahlzeiten für Kinder und andere schutzbedürftige Gruppen zubereitet wurden. Diese Geschichte wiederholt sich in anderen Gemeinden wie Belford Roxo, wo eine weitere Küche unter der Leitung des Instituto Estrela Azul durchschnittlich 150 Mahlzeiten pro Tag servierte, bevor der Betrieb eingestellt wurde.
Das Ministerium für Entwicklung und soziale Unterstützung hat eine offizielle Erklärung für die Unterbrechung abgegeben. Es bestätigte, dass die Überweisung von Geldern an die verwaltende Stelle, das Nationale Institut für menschliche Entwicklung, im Mai des Vorjahres blockiert wurde. Das Ministerium führte Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Programms als Grund für diese Finanzierungssperre an. Darüber hinaus wurde die formelle Partnerschaft mit dem Institut im Dezember offiziell beendet.
Das Ministerium wies auch auf anhaltende administrative Hürden hin. Es erklärte, dass zwischen Januar und April des laufenden Jahres Techniker die von den teilnehmenden Küchen eingereichten Unterlagen analysiert haben. Viele der geforderten Anpassungen wurden jedoch von den NGOs nicht vorgenommen, was nach Angaben des Ministeriums die Genehmigung ausstehender Zahlungen erschwert. Trotz des Endes der Partnerschaft hat das Ministerium angedeutet, dass es Zahlungen für Ausgaben genehmigen wird, die ordnungsgemäß nachgewiesen werden können.
Das Nationale Institut für menschliche Entwicklung hat seinerseits die Probleme eingeräumt. Es berichtete, dass es kürzlich ein Treffen mit Vertretern der Solidaritätsküchen abgehalten habe, bei dem festgestellt wurde, dass einige Einrichtungen falsche Unterlagen eingereicht hatten. Das Institut stellte klar, dass die Vereinbarung sich nun in der Rechenschaftsphase befinde und dass nicht genutzte Bundesmittel an die Regierung zurückgegeben werden. Es wies auch darauf hin, dass das Ministerium selbst die Küchen aufgefordert habe, ihre Situation zu regularisieren, um an einer zukünftigen öffentlichen Ausschreibung teilnehmen zu können.
Die Konsequenz dieser bürokratischen und finanziellen Pattsituation ist erschreckend: Hunderte von Menschen, die auf diese tägliche Lebensader angewiesen waren, haben jetzt keinen Zugang zu kostenlosen, hochwertigen Mahlzeiten. Die Aussetzung des Programms 'Cozinha Solidária' unterstreicht die Zerbrechlichkeit sozialer Unterstützungssysteme und die unmittelbaren menschlichen Kosten, wenn Finanzierungs- und Aufsichtsmechanismen versagen.
Basierend auf Berichterstattung von g1.