Fünf Monate nach seinem Wechsel zu OGC Nice im Januar hat der ivorische Stürmer Elye Wahi über seine bemerkenswerte Wiederbelebung an der Côte d'Azur gesprochen. Der 23-Jährige, der sowohl bei Marseille als auch bei Eintracht Frankfurt schwierige Zeiten durchgemacht hat, hat in Nizza seine Form und sein Selbstvertrauen wiederentdeckt und ist zu einer Schlüsselfigur im Kampf des Clubs um den Klassenerhalt in der Ligue 1 geworden.
Wahis Weg nach Nizza war nicht einfach. Nachdem er als großes Talent bezeichnet wurde, fand er sich in Marseille am Rande wieder und bekam nur vier Monate Zeit, sich zu beweisen. Ein anschließender Wechsel nach Frankfurt brachte kaum Erleichterung, der Stürmer kam in einem Jahr nur auf vier Starts, während Hugo Ekitike und später Jonathan Burkardt bevorzugt wurden. „In diesen beiden Vereinen bekam ich weder Zeit noch eine Chance“, reflektierte Wahi und unterstrich die harte Realität des Geduldsdefizits im modernen Fußball.
Der Wendepunkt kam mit seinem Wechsel nach Nizza im Januar. Trotz Bedenken seines Umfelds ließ sich Wahi von der Vision von Trainer Christophe Puel überzeugen. „Der Trainer rief mich im Januar an, er sah mich in seiner Mannschaft“, erklärte Wahi. „Er lässt dich ausdrücken und deine Qualitäten zeigen. Er gibt dir Freiheit.“ Dieses Vertrauen wurde mit entscheidenden Toren zurückgezahlt, vor allem einem atemberaubenden 30-Meter-Lupfer gegen Angers und einem kühnen Panenka-Elfmeter in der feindseligen Atmosphäre des Vélodrome gegen Marseille.
Das Marseille-Spiel verkörperte besonders Wahis neu gewonnene Widerstandsfähigkeit. In einer angespannten Atmosphäre und verbalen Scharmützeln mit seinen Ex-Teamkollegen Facundo Medina und Leonardo Balerdi bewahrte Wahi die Nerven und verwandelte den Ausgleichselfmeter per Panenka. „Rulli kennt mich, der Beweis ist, dass er in die Seite tauchte, in die ich normalerweise schieße“, sagte Wahi. „In großen Momenten muss man große Dinge tun. Ich mache nicht ständig Panenkas, aber es ist eine Bewegung, die ich beherrsche, und ich war mir sicher, dass es klappt.“
Dieser Moment der Brillanz war nicht nur technisches Können; es war eine Aussage. „Ich wollte etwas Außergewöhnliches tun, etwas, das Spuren hinterlässt“, sagte Wahi. Sein Teamkollege Dante lobte die Auswirkung: „Wahi hat uns Verrücktheit gebracht, er hat unser Team stärker gemacht. Seine Tore gegen Angers und Marseille zeigen Persönlichkeit, und sein Selbstvertrauen ist ansteckend.“
Wahis Wiederaufstieg in Nizza folgt einem bewährten Weg für Spieler, die ihre Karriere wieder aufbauen wollen. Er nannte die Beispiele von Hatem Ben Arfa, Valère Germain und Mario Balotelli, die alle im Verein neuen Schwung fanden. „Ich erinnerte mich daran, dass Hatem Ben Arfa, Valère Germain oder Mario Balotelli durch ihre Vertragsunterschrift in Nizza wieder in Fahrt kamen“, bemerkte Wahi. „Das ist es, was ich gerade tue.“
Allerdings ist Wahis unmittelbare Zukunft ungewiss. Derzeit kuriert er eine Oberschenkelverletzung aus, die ihn beim 1:1-Unentschieden gegen Lens außer Gefecht setzte. Möglicherweise wird er im entscheidenden Spiel gegen Auxerre geschont, in dem Nizza einen Matchball zur Sicherung des Ligue-1-Status hat. Die Einsätze sind unglaublich hoch, wie Wahi einräumte: „Es ist unmöglich, OGC Nice in der L2 zu sehen und zu sehen, wie Leute entlassen werden. Wir haben ihr Schicksal in unseren Händen.“
Über das Überleben des Vereins hinaus haben Wahis Leistungen ihn ins Visier der ivorischen Nationalmannschaft gebracht. Mit nur einem Länderspiel könnte ein starker Saisonabschluss dazu führen, dass er in den Kader für die bevorstehende Weltmeisterschaft berufen wird. Seine Fähigkeit, unter Druck zu performen, wie in Marseille gezeigt, macht ihn zu einem wertvollen Aktivposten für die Elefanten.
Wahis Geschichte ist eine von Ausdauer und Selbstvertrauen. Nachdem er von vielen abgeschrieben wurde, hat er seine Zeit in Nizza genutzt, um seinen Kritikern das Gegenteil zu beweisen. „Wenn man sich seiner Qualitäten sicher ist, kann Zweifel aufkommen, aber er bleibt nicht lange“, sagte er. Während Nizza seine letzten entscheidenden Spiele bestreitet, werden Wahis Form und Mentalität nicht nur für das Überleben des Vereins, sondern auch für seinen eigenen Karriereverlauf entscheidend sein.
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