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England gegen Spanien: Was ein Sieg für die WM-Hoffnungen

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England braucht gegen Spanien nur ein Unentschieden, um sich für die Frauen-WM 2027 zu qualifizieren, aber ein Sieg in Mallorca würde ihre Titelambitionen

Die Gleichung scheint für England einfach: Vermeide eine Niederlage in Mallorca gegen Spanien, und Sarina Wiegmans Lionesses buchen ihr Ticket für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Doch die Realität, der sich die Europameisterinnen gegenübersehen, ist alles andere als einfach, da sie sich darauf vorbereiten, die Weltmeisterinnen in deren Heimstadion zu empfangen. Ein positives Ergebnis würde nicht nur die direkte Qualifikation aus einer anspruchsvollen Gruppe sichern, sondern auch ein durchschlagendes Signal senden, dass England bereit ist, nach zwei kontinentalen Triumphen die globale Bühne zu erobern.

Die Begegnung markiert das neueste Kapitel einer aufkeimenden Rivalität, die den Frauenfußball in den letzten Jahren geprägt hat. Spanien und England haben sich in diesem Jahrzehnt bereits in drei großen Finals gegenübergestanden, wobei die Lionesses die letzten beiden Europameisterschafts-Endspiele für sich entschieden haben. Ihr jüngstes Aufeinandertreffen fand vor gerade einmal 11 Monaten im EM-Finale 2025 statt, als England nach einem nervenaufreibenden Kampf im Elfmeterschießen triumphierte. Diese wiederholten Begegnungen mit hohen Einsätzen haben gegenseitigen Respekt und eine Atmosphäre intensiven Wettbewerbs geschaffen, die beide Seiten genießen.

England reist mit einer perfekten Bilanz in der Liga-A-Qualifikation nach Palma, nachdem es alle vier Spiele gewonnen hat und die Gruppe anführt. Der jüngste dieser Siege gelang im April im Wembley-Stadion, als ein früher Treffer von Lauren Hemp einen 1:0-Sieg gegen Spanien sicherte, obwohl die Gäste in Ballbesitz dominierten. Dieses Ergebnis unterstrich Englands Fähigkeit, Druck auszuhalten und entscheidend zuzuschlagen – eine Vorlage, die sie am Freitag wahrscheinlich wiederholen müssen. Die Rückkehr von Aitana Bonmatí für Spanien verleiht der Herausforderung jedoch eine neue Dimension.

Bonmatí, die amtierende Ballon d'Or-Gewinnerin, verpasste das Wembley-Spiel, während sie sich von einem Beinbruch erholte. Ihre Verfügbarkeit in Mallorca ist ein bedeutender Schub für die Gastgeberinnen, angesichts ihres Status als eine der weltbesten Mittelfeldspielerinnen. Die Spielmacherin des FC Barcelona mit ihrer Vision, Ballkontrolle und Fähigkeit, Angriffe zu orchestrieren, wird Spaniens ohnehin formidables Ballbesitzspiel verstärken. In Wembley hatte Spanien 63% Ballbesitz ohne Bonmatí; diese Zahl könnte mit ihrer Rückkehr in die Startelf steigen, was England zu langen Phasen defensiver Organisation zwingt.

Englands defensive Widerstandsfähigkeit wird in Abwesenheit von Kapitänin Leah Williamson auf die Probe gestellt, die verletzt ausfällt, ebenso wie Taylor Hinds. Trainerin Sarina Wiegman bestätigte, dass der Rest des Kaders zur Verfügung steht, einschließlich Lauren James, die das World Sevens-Finale in Brentford aufgrund einer kleineren Verletzung verpasst hatte. James, von Spanien als Englands gefährlichste offensive Bedrohung angesehen, wird der Schlüssel sein, um den kreativen Funken zu liefern, der nötig ist, um eine spanische Abwehr zu durchbrechen, die anfällig für schnelle Konter sein kann.

Das taktische Schachspiel zwischen Wiegman und Spaniens Trainer wird sich um Ballkontrolle gegen Kontereffizienz drehen. Alessia Russo, die früher in der Woche sprach, räumte die Notwendigkeit von Geduld ein. „Wenn du gegen Spanien spielst, musst du dich manchmal ohne Ball wohlfühlen. Sie sind wahrscheinlich eine der besten, wenn nicht die beste Mannschaft der Welt im Ballbesitz“, sagte sie. „Du musst geduldig sein und bekommst vielleicht nur wenige Chancen. Aber das ist etwas, dessen wir uns bewusst sind und das wir verstehen.“ Englands Fähigkeit, diese seltenen Momente auszunutzen, wird wahrscheinlich den Ausgang entscheiden.

Lucy Bronze, die englische Rechtsverteidigerin, die sowohl auf internationaler als auch auf Vereinsebene oft gegen Spanien gespielt hat, pflichtete dem bei, dass diese Rivalität das Beste aus beiden Teams herausholt. „Es ist eine dieser Rivalitäten, bei der wir uns im Laufe der Jahre gegenseitig besser gemacht haben. Es ist gut für das Spiel und es ist gut füreinander“, sagte Bronze. „Die Art und Weise, wie Spanien sich in den letzten vier oder fünf Jahren verbessert hat, hat auch dieses englische Team vorangetrieben, sich zu verbessern.“ Das gegenseitige Wachstum zwischen den beiden Seiten hat den Standard des Frauenfußballs in ganz Europa und darüber hinaus erhöht.

Die Einsätze sind nicht nur für die Qualifikation hoch, sondern auch für den psychologischen Vorteil im Hinblick auf das WM-Jahr. Ein Sieg für England würde ihren Status als ernsthafte Anwärterinnen bestätigen, die ihren europäischen Kronen einen Weltmeistertitel hinzufügen wollen. Ein Unentschieden würde den Weg nach Brasilien sichern, könnte aber angesichts der Chance, die Weltmeisterinnen in ihrem eigenen Stadion zu schlagen, etwas antiklimaktisch wirken. Wiegman besteht jedoch darauf, dass sich ihr Ansatz nicht ändern wird: „Das Prinzip ist immer, unabhängig von der Situation, dass wir auf das Feld gehen, um zu gewinnen.“

Wenn England verlieren würde, würde sich das Qualifikationsbild verkomplizieren. Eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied würde bedeuten, dass Spanien aufgrund des direkten Vergleichs den ersten Platz in der Gruppe übernimmt, sodass die Lionesses am Dienstag ein Ergebnis gegen die Ukraine benötigen, um die Qualifikation zu garantieren. Selbst eine Niederlage mit einem Tor würde die Tür für die Ukraine offen lassen, für eine Überraschung zu sorgen und England in ein nervenaufreibendes Finale zu zwingen. Ein solches Szenario ist genau das, was Wiegmans Team vermeiden wollte, da sie während der gesamten Kampagne betont haben, die Qualifikation so früh wie möglich zu sichern.

Die Kulisse Mallorcas mit der Serra de Tramuntana, die hinter dem Estadi Mallorca Son Moix aufragt, bietet eine dramatische Umgebung für dieses entscheidende Aufeinandertreffen. Die Hitze und die feindselige Menge werden die Herausforderung für ein englisches Team erhöhen, das sich bereits in schwierigen Auswärtsspielen bewährt hat. Im vergangenen Jahr erzielte Russo bei Englands Besuch in Spanien ein Tor, allerdings sorgte ein Doppelpack von Clàudia Pina für einen 2:1-Nations-League-Sieg Spaniens. Diese Niederlage brachte Englands ultimativen Triumph bei der EM nicht zum Entgleisen, sondern zeigte ihre Fähigkeit zu lernen und sich zurückzukämpfen.

Die Rückkehr von Bonmatí könnte das Pendel zugunsten Spaniens ausschlagen lassen, aber England hat immer wieder gezeigt, dass es einen Weg finden kann, gegen diesen Gegner zu gewinnen. Ihre disziplinierte defensive Formation, schnelle Konter und ihre Gefahr bei Standardsituationen machen sie zu einem Gegner, der für jede Mannschaft schwer zu bespielen ist. Der Ausgang des Spiels am Freitag wird ein klareres Bild davon vermitteln, wo diese beiden Giganten weniger als ein Jahr vor der Weltmeisterschaft stehen. Für die Lionesses wäre die erneute Eroberung Spaniens ein Zeichen dafür, dass sie bereit sind, die Welt zu erobern.

Letztendlich geht es bei diesem Spiel um mehr als nur einen Qualifikationsplatz; es ist eine Absichtserklärung. Die Geschichte zwischen diesen Teams, die gegensätzlichen Stile und die individuelle Brillanz versprechen ein fesselndes Aufeinandertreffen. Wie Bronze anmerkte, hat die Verbesserung des einen das andere angespornt, und dieser Kreislauf der Exzellenz hat die Fantasie der Fans weltweit beflügelt. Was auch immer das Ergebnis sein mag, die Begegnung wird einer Rivalität, die weiterhin die Elite des Sports definiert, eine weitere fesselnde Schicht hinzufügen. Basierend auf Berichten des Guardian.