Als Abbie McManus und Jess Sigsworth Seite an Seite in Feuerwehruniform standen und versuchten, ein in einem Geländer eingeklemmtes Reh zu befreien, wechselten die ehemaligen englischen Nationalspielerinnen einen ungläubigen Blick. Es war eine Welt entfernt von den Umkleidekabinen der Women's Super League, die sie einst bei Manchester United und Leicester City bewohnten, doch die Episode hielt perfekt den unerwarteten Weg fest, den ihr Leben seit der verletzungsbedingten Beendigung ihrer Spielerkarrieren genommen hat.
McManus, eine Verteidigerin mit 18 Länderspielen für die Lionesses, und Sigsworth, eine Stürmerin, die für Englands Jugendmannschaften spielte, schlossen während zwei gemeinsamer Spielzeiten bei Manchester United eine enge Freundschaft. Diese Freundschaft erwies sich als tröstliche Decke, als beide den mutigen Schritt machten, zu Leicester City zu wechseln, zusammen zu leben und den Druck des Profifußballs zu navigieren. Doch das Spiel, das sie liebten, spielte ihnen beiden übel mit.
Bei McManus führte ein schwerer Beinbruch zu einem 18-monatigen Rehabilitationsprozess, bevor Chirurgen 2023 ihren medizinischen Ruhestand bestätigten. Sigsworths Geschichte spiegelte einen ähnlichen Schmerz wider; nachdem sie früher in ihrer Karriere eine schwere Knieverletzung überwunden hatte, erlitt sie bei Leicester eine weitere, bei der sie ein Geräusch hörte, das sie sofort als karrierebeendend erkannte. 2024 musste auch sie aufhören, zog ihren Hut über die Augen, als sie vom Platz getragen wurde, überzeugt, dass sie einen weiteren Comeback-Versuch mental nicht ertragen könnte.
Der Ruhestand hinterließ eine Lücke, aber ein Gespräch in Leicesters Umkleidekabine entfachte eine neue Mission. Die beiden entschieden sich, dem Greater Manchester Fire and Rescue Service beizutreten und tauschten ein Abzeichen gegen ein anderes. Für Frauen, die durch den Spitzensport geprägt waren, fühlte sich der Übergang natürlich an. Das Brüllen der Stadionmenge wurde durch den schrillen Alarm eines Feuerwehrautos ersetzt, aber die zugrundeliegenden Anforderungen – Teamwork, Mut unter Druck, körperliche Bereitschaft – waren auffallend vertraut.
Das Feuerwehrabzeichen sitzt nun dort, wo einst die Vereinswappen waren, und McManus, die oft als Kapitänin führte, fand sich dabei, Sigsworth durch den Rekrutierungsprozess zu führen, genau wie sie es auf dem Spielfeld getan hatte. Diese Kontinuität der Führung ist kein Zufall. Beide beschreiben die Feuerwehreinheit als eine Familie, die die Bindung eines Fußballteams widerspiegelt. Von morgendlichen Ausrüstungskontrollen über gemeinsame Mahlzeiten bis hin zu Nachbesprechungen nach Einsätzen spiegeln die täglichen Rhythmen Trainingslager vor der Saison wider, komplett mit denselben unerbittlichen Fitnesstests.
Was fehlt, ist die Elektrizität vor dem Spiel: die Musik, die durch die Umkleidekabine pulsiert, das Brüllen, wenn man rausgeht. Doch sie haben neue Wettbewerbsmöglichkeiten gefunden, vertraten kürzlich Greater Manchester Fire bei einem Siebener-Turnier der Rettungsdienste in Spanien – und gewannen es, trotz Sigsworths kurzem Patzer beim Torwartspiel, als sie einen Heber kassierte. Der Sieg schmeckte süß und bewies, dass ihr Wettbewerbsfeuer immer noch brennt.
Ihre Reise verschafft ihnen auch eine einzigartige Perspektive auf die Transformation des Frauenfußballs. McManus erinnert sich, dass sie in den frühen Tagen 380 Pfund Beitrag zahlen musste, um für Manchester City zu spielen, während heute junge Mädchen Ella-Toone-Trikots tragen und einen professionellen Weg sehen. Für Sigsworth ist es surreal zu erleben, wie eine Generation mit sichtbaren Helden aufwächst, ein Luxus, der ihnen selbst fehlte.
Am tiefgreifendsten war die Erkenntnis beider Frauen, dass die Identität nicht mit dem Ruhestand verschwindet. Nach jahrelanger Vereinnahmung durch den Fußball haben sie in einer Dienstleistungsrolle Liebe und Sinn gefunden. Wie McManus sagt, kann man absolut etwas Neues finden, in das man sich verliebt. Ihre Geschichte ist eine kraftvolle Erinnerung daran, dass die Karriere eines Sportlers zwar enden mag, die im Wettbewerb geschmiedeten Eigenschaften – Resilienz, Disziplin, Empathie – jedoch eine ganz andere Berufung entfachen können.
Basierend auf einem Bericht von BBC Sport.