In einer historischen Woche für den englischen Fußball hat die Nation etwas erreicht, was es im europäischen Spiel noch nie gab. Arsenal, Aston Villa und Crystal Palace haben sich jeweils ihre Plätze in den Finals der Champions League, Europa League bzw. Conference League gesichert – zum ersten Mal haben englische Klubs in derselben Saison die Finals von drei verschiedenen europäischen Wettbewerben erreicht.
Der Erfolg wurde an einigen dramatischen Tagen besiegelt. Arsenal begann mit einem 2:1-Gesamtsieg gegen Atlético Madrid und sicherte sich damit das Champions-League-Finalticket. Unai Emerys Aston Villa gelang dann ein bemerkenswertes Comeback, indem sie ein 0:1-Hinspiel-Defizit aufholten und Nottingham Forest mit 4:1 im Gesamtergebnis besiegten, um das Europa-League-Finale gegen den Bundesligisten Freiburg am 20. Mai in Istanbul zu erreichen.
Gleichzeitig setzte Crystal Palace seine beeindruckende europäische Serie fort, indem es Shakhtar Donezk im Selhurst Park mit 2:1 besiegte – nach einem 3:1-Hinspielsieg. Die Eagles treffen nun am 28. Mai im Conference-League-Finale auf Rayo Vallecano und krönen damit eine bemerkenswerte Reise für einen Klub, der in der dritten europäischen Wettbewerbsebene antritt, die erst vor fünf Jahren eingeführt wurde.
Dieser historische Erfolg wäre letzte Saison fast eingetreten, als Chelsea die Conference League gewann und Tottenham Manchester United im Europa-League-Finale besiegte. Doch das Ausscheiden Arsenals im Champions-League-Halbfinale gegen den späteren Sieger Paris Saint-Germain verhinderte einen kompletten Durchmarsch. Die Premier League hatte zuvor Vertreter in mehreren europäischen Finals, aber nie gleichzeitig in allen drei Wettbewerben.
Die Bedeutung dieses Erfolgs geht über bloße Statistiken hinaus. Er zeigt die Tiefe der Qualität im englischen Fußball, wobei Klubs aus verschiedenen Ebenen der Premier-League-Hierarchie auf der kontinentalen Bühne erfolgreich sind. Arsenals Champions-League-Lauf stellt den Höhepunkt des englischen Klubfußballs dar, während Aston Villas Wiederaufstieg unter Emery die Wettbewerbsfähigkeit der Europa League zeigt. Crystal Palaces Reise durch die Conference League unterstreicht, wie selbst Klubs außerhalb der traditionellen „Big Six“ sinnvolle europäische Läufe hinlegen können.
Historisch haben englische Klubs ähnliche Leistungen vollbracht, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. 2021 besiegte Chelsea Manchester City in einem rein englischen Champions-League-Finale, während Manchester United das Europa-League-Finale verlor. In der Saison 2019 besiegte Liverpool Tottenham im Champions-League-Finale und Chelsea besiegte Arsenal im Europa-League-Finale in Baku. Noch weiter zurück, 1984 gewann Liverpool den Europapokal der Landesmeister und Tottenham den UEFA-Pokal, während 1981 Liverpools Triumph im Europapokal der Landesmeister neben Ipswich Towns Sieg im UEFA-Pokal stand.
Auch andere europäische Ligen haben ähnliche Dominanz erreicht. Italien stellte 2023 Vertreter in allen drei Finals, obwohl Inter Mailand, die Roma und die Fiorentina alle ihre Finals verloren. Der Höhepunkt der Serie A war 1989/90, als AC Mailand den Europapokal der Landesmeister gewann, Juventus den UEFA-Pokal holte und Sampdoria den Pokal der Pokalsieger gewann. Spanische Klubs erreichten 1985/86 drei Finals: Real Madrid gewann den UEFA-Pokal, während Barcelona und Atlético Madrid in ihren Wettbewerben Zweite wurden.
Die Auswirkungen auf den englischen Fußball sind erheblich. Dieser Erfolg könnte die UEFA-Koeffizientenrangliste beeinflussen und den Premier-League-Klubs in künftigen Saisons zusätzliche Champions-League-Plätze sichern. Er wirft auch Fragen zum Wettbewerbsgleichgewicht im europäischen Fußball auf, da englische Klubs bemerkenswerte Konstanz auf verschiedenen Ebenen des kontinentalen Wettbewerbs zeigen.
Für die beteiligten Klubs stellen diese Finals unterschiedliche Chancen dar. Arsenal sucht sein europäisches Erbe zu erweitern, Aston Villa will eine bemerkenswerte Saison unter Emery krönen, und Crystal Palace hat die Möglichkeit, seine erste große europäische Trophäe zu gewinnen. Die Terminierung der Finals – Europa League am 20. Mai und Conference League am 28. Mai – stellt sicher, dass der englische Fußball im späteren Saisonverlauf im Rampenlicht bleibt.
Basierend auf einem Bericht von BBC Sport.