Ein bedeutender rechtlicher Fortschritt wurde in dem hochkarätigen Fall um den ehemaligen Bürgermeister von Campo Grande, Alcides Bernal, erzielt. Richter Carlos Alberto Garcete de Almeida hat den 27. Mai als Datum für Bernals erste formelle Aussage vor Gericht festgelegt. Dem Ex-Bürgermeister werden schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Tod des öffentlichen Bediensteten Roberto Carlos Mazzini (61) gemacht, der am 24. März dieses Jahres stattfand.
Die Gerichtsverhandlungen werden persönlich am 1. Schwurgericht von Campo Grande stattfinden. Am selben Tag wie Bernals Aussage wird das Gericht auch die Aussagen der von der Verteidigung benannten Zeugen anhören. Diese Terminierung zeigt, dass der Fall durch das formelle Gerichtsverfahren voranschreitet.
Die Zeugen der Staatsanwaltschaft werden am Vortag, dem 26. Mai, angehört. Richter Garcete de Almeida hat für bestimmte Teilnehmer Vorkehrungen getroffen und die Videokonferenzteilnahme für Polizeibeamte und Zeugen, die außerhalb von Campo Grande wohnen, genehmigt. Diese Verfahrensentscheidung soll sicherstellen, dass alle relevanten Aussagen effizient gesammelt werden können.
In einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil befasste sich der Richter auch mit mehreren rechtlichen Anträgen der Verteidigung. Die Anklagen wegen Hausfriedensbruchs und illegalen Waffenbesitzes gegen den ehemaligen Bürgermeister wurden aufrechterhalten. Die Verteidigung hatte argumentiert, es fehle an ausreichenden Beweisen für den Vorwurf des Hausfriedensbruchs, da das Anwesen Bernal gehört habe.
Der Richter stellte jedoch fest, dass die Immobilie tatsächlich der Caixa Econômica Federal und dem Opfer gehörte, da Bernal die Residenz aufgrund versäumter Hypothekenzahlungen verloren hatte. Hinsichtlich der Waffenanklage beantragte die Verteidigung deren Aufhebung, aber der Richter entschied, dass das Erhalten und Führen einer nicht registrierten Waffe separate Straftaten darstellen, die vom Justizsystem geprüft werden müssen.
Der Fall geht auf einen Vorfall zurück, bei dem sich Bernal der Polizei stellte, nachdem er Mazzini, einen Steuerprüfer der Finanzabteilung von Mato Grosso do Sul, erschossen hatte. Nach Bernals Darstellung wurde er von seinem Sicherheitssystem alarmiert, nachdem drei Männer das Haus betreten hatten, und er behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben.
Das Opfer hatte die Immobilie Berichten zufolge durch eine gerichtliche Versteigerung erworben und befand sich in der Endphase der Eigentumsübertragung. Nach der Schießerei gab Bernal an, den Notruf alarmiert zu haben und sich auf der Polizeiwache gemeldet zu haben. Forensische Berichte zeigen, dass Mazzini von zwei Kugeln getroffen wurde, drei Durchschüsse erlitt und trotz Wiederbelebungsversuchen am Tatort starb. Seine Leiche wurde auf der Veranda am Eingang der Residenz gefunden, die zum Zeitpunkt des Vorfalls unbewohnt war.
Basierend auf Berichterstattung von g1.