Xxgwise
PremiumAnmelden
Nachrichten

Ex-Bürgermeister von Itaúna wegen 'Rachadinha'

ComoDenderPortugalMariborServette FCMarseilleFC PortoRio AveAnderlechtMetz

Der ehemalige Bürgermeister von Itaúna, Neider Moreira, erhält eine sechsjährige Haftstrafe, weil er ein 'Rachadinha'-System orchestrierte, das Mitarbeiter

Bei einem schweren rechtlichen Schlag gegen einen ehemaligen Kommunalpolitiker wurde Neider Moreira, der Ex-Bürgermeister von Itaúna in Minas Gerais, zu sechs Jahren und einem Monat Haft in geschlossener Vollzugsform verurteilt. Die Verurteilung erfolgt aufgrund seiner Beteiligung an einem 'Rachadinha'-System, einer Korruptionspraxis, bei der öffentliche Bedienstete von ihren Mitarbeitern Gehaltsrückzahlungen fordern. Die Entscheidung wurde von der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Minas Gerais (MPMG) bekannt gegeben.

Das System, das zwischen April 2018 und März 2021 betrieben wurde, sollte Moreiras Wiederwahlkampagne 2020 illegal finanzieren. Laut Staatsanwaltschaft wurden verbeamtete Mitarbeiter unter Druck gesetzt, einen Teil ihres Monatsgehalts abzugeben. Die Forderungen wurden in regelmäßigen Treffen gestellt, bei denen je nach Position des Mitarbeiters spezifische Beträge festgelegt wurden. Die Zahlungen mussten in bar in Umschlägen erfolgen, und bei Weigerung wurde mit Entlassung gedroht.

Das Urteil des Gerichts geht über den ehemaligen Bürgermeister hinaus. Ein ehemaliger Sekretär für Stadtregulierung und ein ehemaliger Stabschef wurden ebenfalls verurteilt und erhielten Haftstrafen zwischen zwei und vier Jahren. Alle drei wurden der 'Concussão' für schuldig befunden, des Verbrechens eines öffentlichen Bediensteten, der aufgrund seines Amtes unangemessene Vorteile fordert. Zusätzlich zur Haftstrafe wurden ihre politischen Rechte für die Dauer ihrer Strafen suspendiert, und sie können alle verbleibenden öffentlichen Ämter verlieren.

Die Anklage stützte sich auf eine Kombination von Beweismitteln. Dazu gehörten Aufnahmen von Besprechungen, Nachrichten zwischen den Angeklagten und den Mitarbeitern sowie Aussagen von Opfern und Zeugen. Ein Zeuge berichtete, dass er nach der Weigerung, die Rückzahlung zu leisten, interner Verfolgung ausgesetzt war und schließlich Monate später entlassen wurde.

Das Verteidigungsteam von Neider Moreira hat jedoch geschworen, das Urteil anzufechten. Sie äußerten 'äußerste Bestürzung' über die Entscheidung und kündigten ihre Absicht an, Berufung einzulegen. Ihr Hauptargument ist, dass die Verurteilung auf einem unrechtmäßig erlangten Beweisstück beruht: einer Umgebungsaufnahme, die ohne richterliche Genehmigung von einer unbekannten Person gemacht wurde. Die Verteidigung behauptet, diese Aufnahme sei kurz vor einer Kommunalwahl anonym einem politischen Gegner zugespielt worden.

Nach offizieller Stellungnahme der Verteidigung gibt es in den Fallakten keine Aussage, die Moreiras Beteiligung an einer Straftat belegt. Sie argumentieren, dass der 'Eifer der Staatsanwaltschaft für Gerechtigkeit um jeden Preis' nicht die verfassungsrechtliche Garantie gegen die Verwendung unrechtmäßig erlangter Beweise in Gerichtsverfahren außer Kraft setzen könne. Die Berufung wird darauf abzielen, das Verfahren aus diesem Grund für nichtig zu erklären.

Der Fall verdeutlicht die anhaltenden rechtlichen und politischen Auseinandersetzungen um Korruptionsvorwürfe in brasilianischen Gemeinden. Während die Staatsanwaltschaft ein Bild systematischer Erpressung zur Wahlkampffinanzierung zeichnete, stellt die Verteidigung die Verurteilung als Verstoß gegen das rechtliche Gehör dar und bereitet damit den Boden für einen langwierigen Berufungskampf. Basierend auf einem Bericht von g1.