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FA und US Soccer fordern mehr lokale Kontrolle für Frauen

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Der englische Fußballverband und der US-amerikanische Fußballverband drängen die FIFA, mehr Kontrolle über die Frauen-Weltmeisterschaften 2031 und 2035

In einer koordinierten Aktion, die wachsende Unzufriedenheit mit der FIFA-Führung signalisiert, haben sich der englische Fußballverband (FA) und der US-amerikanische Fußballverband (US Soccer) zusammengetan, um für mehr lokale Autonomie bei den Frauen-Weltmeisterschaften 2031 und 2035 zu lobbyieren. Die beiden Verbände drängen auf ein überarbeitetes Organisationsmodell, das den Gastgeberländern mehr Mitspracherecht in entscheidenden Bereichen wie Ticketing, kommerziellen Rechten und Finanzierungsfragen einräumt, so mit der Sache vertraute Quellen.

Die Lobbyarbeit resultiert direkt aus Bedenken, die während der Vorbereitung auf die diesjährige Männer-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aufkamen. Hohe Ticketpreise und finanzielle Streitigkeiten zwischen der FIFA und mehreren US-amerikanischen Bundesstaaten und Städten haben für Kontroversen gesorgt und die FA und US Soccer zu der Auffassung gebracht, dass ein von oben herab geführtes FIFA-Modell lokale Interessengruppen und Fans entfremden könnte.

„Die Probleme, die bei der Organisation der Männer-WM aufgetreten sind, haben deutlich gemacht, dass ein Einheitsansatz einfach nicht funktioniert“, sagte ein Verbandsinsider. „Für die Frauen-WM, die noch ihr kommerzielles Potenzial ausbaut, brauchen wir eine Struktur, die es den Gastgeberländern erlaubt, auf lokale Marktbedingungen zu reagieren und das Turnier zugänglich zu halten.“

Die FA und US Soccer streben offenbar ein Hybridmodell an, bei dem die Gastgeberverbände wesentliche Kontrolle über die Ticketpreise, die Spielstättenauswahl und die Verteilung der Einnahmen behalten. Sie argumentieren, dass das derzeitige FIFA-Konzept für die Frauen-WMs 2031 und 2035 zu sehr dem der Männer ähnele und nicht die unterschiedliche Größe und das andere Publikum des Frauenfußballs berücksichtige.

Dieser Vorstoß erfolgt, während die FA proaktiv mit der UEFA zusammenarbeitet, um die Ticketpreise für die Europameisterschaft 2028 einzufrieren – eine Maßnahme, die weithin gelobt wird, weil sie die Erschwinglichkeit für Fans verbessert. Die FA ist der Ansicht, dass solche fanorientierten Maßnahmen auch bei der Frauen-WM umgesetzt werden sollten, insbesondere da das Interesse am Frauenfußball weltweit weiter steigt.

„Der Ticketpreisstopp für die Euro 2028 zeigt, dass es möglich ist, ein großes Turnier auszurichten, ohne normale Anhänger auszuschließen“, sagte ein FA-Vertreter. „Wir wollen, dass die FIFA aus diesem Beispiel lernt und sicherstellt, dass die Frauen-WM inklusiv und finanziell tragfähig für die Gastgeberländer bleibt."

Der US-amerikanische Fußballverband, der bei einer erfolgreichen gemeinsamen Bewerbung mit Mexiko Schlüsselgastgeber der Frauen-WM 2031 sein wird, hat sich besonders lautstark für mehr lokale Kontrolle ausgesprochen. US-Soccer-Funktionäre haben sich privat über die starren Forderungen der FIFA während der Planung der Männer-WM 2026 geäußert, darunter obligatorische Stadionmodernisierungen und strenge Sponsoringbeschränkungen.

„Den Gastgeberverbänden mehr Autonomie zu gewähren, würde nicht nur das Fanerlebnis verbessern, sondern auch die finanziellen Risiken für lokale Organisatoren verringern“, bemerkte ein US-Soccer-Strategieexperte. „Die Frauen-WM ist eine Gelegenheit, Neues zu wagen, nicht, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.“

Die Auswirkungen auf die Zukunft der Frauen-WM sind erheblich. Sollte die FIFA den Forderungen nachgeben, könnte dies einen Präzedenzfall für die Durchführung künftiger Ausgaben schaffen und möglicherweise Macht vom Weltfußballverband auf die nationalen Verbände verlagern. Dies wäre eine deutliche Abkehr von der zentralisierten Kontrolle, die in den letzten Jahrzehnten sowohl Männer- als auch Frauenturniere kennzeichnete.

Die FIFA hat sich diesen Forderungen jedoch bislang widersetzt und argumentiert, dass ein einheitliches Modell Konsistenz und kommerziellen Wert gewährleiste. Der Verband ist bekannt dafür, Kontrollabgaben skeptisch gegenüberzustehen, zumal die Frauen-WM steigende Übertragungs- und Sponsoringeinnahmen verzeichnet. Die Ausgabe 2023 in Australien und Neuseeland war ein kommerzieller Erfolg, und die FIFA ist bestrebt, ihren Einfluss auf das Wachstum des Turniers zu behalten.

Analysten zufolge hängt das Ergebnis dieser Lobbyarbeit davon ab, ob die FA und US Soccer Unterstützung von anderen Verbänden gewinnen können. Einige europäische und asiatische Verbände haben sich privat mit dem Ruf nach mehr lokaler Kontrolle solidarisiert, andere bleiben jedoch der zentralisierten FIFA-Linie treu.

„Der wahre Test kommt bei der nächsten FIFA-Ratssitzung“, sagte ein Governance-Experte. „Wenn die FA und US Soccer eine Koalition bilden können, könnten sie einen Kompromiss erzwingen. Aber die FIFA wird ihre Macht nicht kampflos aufgeben.“

Die Debatte verdeutlicht auch eine grundsätzliche Spannung in der internationalen Fußball-Governance: das Gleichgewicht zwischen globaler Einheitlichkeit und lokaler Flexibilität. Mit dem Wachstum des Frauenfußballs fordern die Gastgeberländer zunehmend ein Mitspracherecht, und die Weltmeisterschaften 2031 und 2035 könnten zum Schlachtfeld für dieses Prinzip werden.

Derzeit bereiten die FA und US Soccer detaillierte Vorschläge für die FIFA vor, gestützt auf Daten zu Ticketpreisen, Fanumfragen und Finanzmodellen aus jüngsten Turnieren. Sie hoffen, ihren Fall später in diesem Jahr vor Beginn des offiziellen Bewerbungsverfahrens vorzutragen.

Basierend auf Berichterstattung von Football | The Guardian.