Phil Foden zeigte eine kreative Meisterleistung, als Manchester City im Etihad Stadium Crystal Palace mit 3:0 besiegte und den Rückstand auf den Premier-League-Spitzenreiter Arsenal auf nur zwei Punkte bei noch zwei ausstehenden Spielen verkürzte. Der englische Nationalspieler bereitete die ersten beiden Tore vor und unterstrich damit seine Rückkehr zu Topform nach einer langen Durststrecke, die die eigenen inkonsistenten Leistungen der Mannschaft widergespiegelt hatte.
Pep Guardiola nahm im Vergleich zum vorherigen Sieg gegen Brentford sechs Änderungen vor, ließ Erling Haaland, Rayan Cherki und Jérémy Doku auf der Bank und gab Josko Gvardiol nach einem Beinbruch seinen ersten Start seit Anfang Januar. Palace-Trainer Oliver Glasner rotierte ebenfalls stark, mit Blick auf das bevorstehende Conference-League-Finale, und brachte Yéremy Pino, Jefferson Lerma und Will Hughes. Das umgestellte City wirkte zunächst zusammenhanglos, und die Gäste witterten ihre Chance, als Jean-Philippe Mateta ein Tor wegen Abseits von Brennan Johnson in den ersten Minuten aberkannt wurde. Kurz darauf fand Will Hughes’ Eckball Chris Richards ungedeckt, aber dessen Kopfball flog über die Latte, und City hatte zwei frühe Warnungen überstanden.
Den Gastgebern fehlte die Dringlichkeit, bis Foden einen Moment seltener Brillanz zauberte. Mit dem Rücken zum Tor nahm er einen Pass von Matheus Nunes auf, legte den Ball instinktiv mit der Ferse weiter, spaltete die Palace-Abwehr und schickte Antoine Semenyo auf die Reise. Der Stürmer vollendete mit einem klinischen Schuss an Dean Henderson vorbei, und Guardiola jubelte erleichtert an der Seitenlinie. Es war eine Bestätigung für die Aufstellung des Trainers und eine Erinnerung daran, was City während Fodens langer Formkrise gefehlt hatte.
In der 38. Minute erhöhte City auf 2:0, wieder mit Foden am Drücker. Rayan Aït-Nouri, überraschend auf der linken Seite eines Doppel-10-Systems eingesetzt, brachte eine Flanke von der rechten Seite. Fodens intelligente Ableitung fand Omar Marmoush, dessen kraftvoller Abschluss Henderson keine Chance ließ. Das dritte Saisontor des Ägypters zeigte das wachsende Verständnis innerhalb einer stark veränderten Offensive, und zu diesem Zeitpunkt war das Spiel praktisch entschieden.
Palaces Gefahr verflog nach dem zweiten Tor. Glasners Mannschaft, bereits auf das Finale in Europa fokussiert, bot in der Offensive wenig. Brennan Johnsons Läufe über links blieben der einzige Gefahrenmoment, aber Citys Abwehr, angeführt von Rückkehrer Gvardiol, hielt stand. Gianluigi Donnarumma blieb weitgehend beschäftigungslos und musste nur einen harmlosen Schuss von Sarr in der Schlussphase aufnehmen.
Die zweite Hälfte war ein Spaziergang. Gvardiol verpasste eine weitere Foden-Flanke per Kopf nur knapp, Hendy? Henderson parierte glänzend. Savinho machte in der 84. Minute den Deckel drauf, als er nach einer sauberen Kombination mit Einwechselspieler Jérémy Doku aus kurzer Distanz einschob. Guardiola nutzte die Schlussphase, um Spieler zu schonen: Nathan Aké, Doku, Cherki, Mateo Kovacic und John Stones kamen, nur wenige Tage vor dem FA-Cup-Finale gegen Chelsea.
Fodens Leistung war ein lautes Statement. Nach einem rätselhaften Leistungsabfall in dieser Saison zeigte der 25-Jährige die Vision, Passgenauigkeit und Selbstlosigkeit, die ihn seit langem mit den besten Spielmachern der Welt vergleichen lassen. Sein Fersentrick und die Ableitung waren vintage, und das Etihad-Publikum quittierte es mit tosendem Applaus. Wenn dies eine echte Rückkehr zur Form ist, gewinnt Citys Endspurt eine gewaltige Waffe.
Der Sieg bringt City auf 82 Punkte, zwei hinter Arsenal bei gleicher Anzahl gespielter Spiele. Arsenal empfängt am Montag das bereits abgestiegene Burnley, eine Pflichtaufgabe auf dem Papier, bevor es am letzten Spieltag nach Selhurst Park geht. City trifft am Samstag im FA-Cup-Finale auf Chelsea und muss dann das letzte Ligaspiel gewinnen, in der Hoffnung, dass Palace im Emirates eine Überraschung gelingt. Der Titelkampf, der vor Wochen tot schien, pulsiert nun vor Ungewissheit.
Für Palace ist die Niederlage ein kleiner Ausrutscher in einer Saison mit solidem Fortschritt. Mit einem Platz in der oberen Tabellenhälfte und dem Erreichen eines europäischen Finales kann die Saison als erfolgreich bezeichnet werden, und Glasner wird über diese Niederlage nicht den Schlaf verlieren. Das Spiel zeigte die Kluft in der Kadertiefe zwischen den Topteams der Liga und den anderen auf, insbesondere wenn Rotation nötig ist. Die Bank von Palace konnte einfach nicht mit den spielverändernden Einwechslungen von City mithalten.
Guardiola weigerte sich, den Titel aufzugeben, räumte jedoch ein, dass sein Team sich nur auf eigene Ergebnisse konzentrieren könne. Die Rechnung ist brutal: alle Spiele gewinnen und auf einen Ausrutscher hoffen. Da Arsenal ein bereits abgestiegenes Burnley empfängt, liegt die Erwartungslast eindeutig bei den Gunners, aber ihre perfekte Heimbilanz dieser Saison deutet darauf hin, dass sie nicht so leicht wanken werden. Citys beste Chance könnte am letzten Spieltag kommen, wenn Palace, ohne Druck, im Emirates für eine Überraschung sorgen kann.
Letztendlich war dies ein Abend, um Fodens Kunstfertigkeit zu feiern. Vom Fersentrick bis zu den ständigen suchenden Pässen war er der Unterschied. Wenn City einen unwahrscheinlichen Titelcoup landen will, brauchen sie ihn auf diesem Niveau. Vorerst lebt der Traum, wenn auch schwach. Basierend auf Berichterstattung des Guardian.