Thomas Tuchel hat mit der Auslassung von Phil Foden und Harry Maguire aus dem endgültigen 26-Mann-Kader Englands für die WM 2026 eine Auswahlbombe platzen lassen. Die Entscheidung, die am Freitag bestätigt werden soll, signalisiert einen dramatischen Wandel in der Denkweise des Trainers vor dem Turnier, das in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird.
Maguire drückte auf Instagram sein Unglauben aus und erklärte, er sei „schockiert und am Boden zerstört“ über die Nichtberücksichtigung. „Ich war zuversichtlich, dass ich diesen Sommer für mein Land eine große Rolle hätte spielen können, nach der Saison, die ich hatte“, schrieb der Manchester-United-Verteidiger. Der 33-Jährige mit 67 Länderspielen glaubte, seine Form rechtfertige die Nominierung, nachdem er letztes Monat der BBC Sport mitgeteilt hatte, dass er immer noch „einer der besten Verteidiger der Welt in beiden Strafräumen“ sei.
Fodens Abwesenheit ist ebenso schlagzeilenträchtig. Der Mittelfeldspieler von Manchester City hat zwar 49 Länderspiele, aber seine Klubsaison war inkonsistent – nur 22 Premier-League-Einsätze von Anfang an, sieben Tore und fünf Vorlagen in 32 Spielen. Diese Ausbeute bleibt hinter dem Elite-Standard zurück, der von einem WM-Spielmacher erwartet wird, was Tuchel dazu veranlasste, sich anderswo nach Kreativität umzusehen.
Die Streichung großer Namen geht über Foden und Maguire hinaus. Luke Shaw, trotz einer beeindruckenden Saison bei Manchester United, wird voraussichtlich ebenfalls fehlen. Sein Ausfall ebnet den Weg für Dan Burn von Newcastle und Nico O'Reilly von Man City, die beide auf ihre erste WM-Berufung hoffen. AC-Mailand-Verteidiger Fikayo Tomori ist ein weiteres prominentes Opfer, was Tuchels Gnadenlosigkeit bei der Neugestaltung der Defensive bestätigt.
Im Gegensatz dazu steht der Aufschwung: Arsenal-Flügelspieler Noni Madueke wird voraussichtlich seinen Klubkollegen Bukayo Saka und Declan Rice auf dem Flug nach Nordamerika begleiten. Maduekes Aufnahme verleiht Englands Angriffsoptionen Tempo und Direktheit und unterstreicht Tuchels Bereitschaft, formstarken Spielern unabhängig von ihrer Erfahrung zu vertrauen.
Die Situation in der Innenverteidigung bleibt fließend. John Stones, der eine von Verletzungen geprägte Saison hinter sich hat, könnte trotz Tuchels Bedenken hinsichtlich seiner Fitness noch ins Flugzeug steigen. Die Tatsache, dass Stones diesen Sommer Manchester City verlässt, fügt eine Ebene der Unsicherheit hinzu, aber der Trainer sieht den Veteranen als Schlüsselspieler an, wenn er seine Schärfe beweisen kann. Chelseas Levi Colwill, der sich von einer langwierigen Knieverletzung erholt, drängt ebenfalls auf eine späte Nominierung, nachdem er in die vorläufige 55-Mann-Liste aufgenommen wurde.
Im Mittelfeld wird Jordan Henderson voraussichtlich seinen Platz behalten. Der Brentford-Spieler war unter Tuchel eine Konstante und bietet Führungsqualitäten und taktische Disziplin – Eigenschaften, die der Trainer in einem Turniersetting schätzt. Seine Erfahrung könnte neben jüngeren Talenten in einem Kader, der Jugend und Know-how vereint, von entscheidender Bedeutung sein.
Englands WM-Kampagne beginnt offiziell am 11. Juni, aber das Team wird die Vorbereitung zunächst mit Freundschaftsspielen gegen Neuseeland und Costa Rica verfeinern. Die Gruppenphase beginnt am 17. Juni gegen Kroatien, gefolgt von Spielen gegen Ghana und Panama – ein Weg, der auf dem Papier einen machbaren Weg in die K.o.-Runden bietet.
Tuchels Auswahl hat große Auswirkungen auf die Identität des Teams. Indem er etablierte Größen wie Maguire und Foden fallen lässt, setzt er auf ein dynamischeres, anpassungsfähigeres System. Die Aufnahme von Burn und O'Reilly deutet auf eine Vorliebe für Athletik und Vielseitigkeit in der Abwehr hin, während die Beibehaltung von Hendersons auf eine Balance aus Kampfgeist und Führung hindeutet.
Für die ausgelassenen Spieler ist der Schlag tiefgreifend. Maguires internationale Karriere könnte nun vorbei sein, und Foden steht ein langer Weg zurück zu seinem Platz bevor. Im Gegensatz dazu haben die neuen Gesichter eine goldene Gelegenheit, sich auf der Weltbühne einen Namen zu machen und Englands Zukunft unter Tuchels Vision neu zu gestalten.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.