Nach Informationen aus Kreisen der Beteiligten wird die mit Spannung erwartete Abstimmung über die Reform der französischen Fußballverwaltung voraussichtlich verschoben. Der Gesetzesvorschlag, der die LFP (Ligue de Football Professionnel) auflösen und durch eine vereinseigene Gesellschaft ersetzen würde, enthält auch Maßnahmen zur Bekämpfung von Piraterie. Die Abstimmung war für den 18. Mai in der Nationalversammlung geplant, könnte aber aufgrund parlamentarischer Prioritäten verschoben werden.
Das Reformgesetz passierte den Senat am 10. Juni letzten Jahres und markiert eine mögliche Revolution im französischen Fußball. Es zielt darauf ab, dem französischen Fußballverband (FFF) mehr Macht zu geben, während die Kontrolle über den Profifußball auf eine von den Vereinen selbst besessene „Clubs-Gesellschaft" übertragen wird. Diese Änderung würde die Verwaltung der höchsten Ligen des französischen Fußballs neu strukturieren, wobei die FFF die neue Einheit beaufsichtigt.
Grund für die wahrscheinliche Verschiebung ist die Notwendigkeit für die Abgeordneten, die Prüfung des Militärprogrammgesetzes abzuschließen, das auf der parlamentarischen Tagesordnung Vorrang hat. Die Bestätigung der Verschiebung wird laut internen Quellen für Dienstag erwartet. Wenn sie verschoben wird, würde sich der neue Zeitplan auf Juni oder Anfang Juli verschieben, was den Gesetzgebern mehr Spielraum gibt.
Die Auswirkungen dieser Reform sind erheblich. Wenn sie verabschiedet wird, würde sie die langjährige Rolle der LFP als Leitungsgremium für die Profiligen beenden und die Macht bei der FFF und den Vereinseigentümern zentralisieren. Die Anti-Piraterie-Komponente ist ebenfalls entscheidend, um die Übertragungseinnahmen zu schützen. Die Verzögerung könnte die Interessengruppen, die Veränderungen wünschen, frustrieren, ermöglicht aber auch eine genauere Prüfung der Einzelheiten des Gesetzes.
Beobachter haben festgestellt, dass die Reform eine Reaktion auf jahrelange Turbulenzen im französischen Fußball ist, darunter finanzielle Instabilität und Governance-Skandale. Das vorgeschlagene Modell der „Clubs-Gesellschaft" wird als Weg gesehen, den Vereinen mehr Autonomie zu geben, während die FFF die Aufsicht behält. Kritiker befürchten jedoch potenzielle Interessenkonflikte und eine Machtkonzentration.
Die Verschiebung könnte auch den Zeitplan für die Umsetzung der Reform beeinflussen. Wenn die Abstimmung auf Juni oder Juli verschoben wird, würde sie mit dem Sommertransferfenster und der Saisonvorbereitung zusammenfallen. Vereine und die FFF werden in der Zwischenzeit weiterhin für ihre Positionen lobbyieren.
Basierend auf einem Bericht von L'Équipe.