Schottlands WM-Vorbereitungen wurden durch eine Verletzungssorge um Schlüsselmittelfeldspieler Billy Gilmour erschüttert, der in der ersten Hälfte eines 4:1-Freundschaftsspielsiegs gegen Curaçao im Hampden Park humpelnd vom Feld ging. Der Napoli-Spieler unterzog sich sofort nach dem Spiel einem Scan, und Cheftrainer Steve Clarke gab zu, dass er sich „zu 100 Prozent Sorgen“ um die Teilnahme des 24-Jährigen am bevorstehenden Turnier macht.
Der Vorfall ereignete sich, als kein gegnerischer Spieler in der Nähe von Gilmour war; er stoppte abrupt und sank zu Boden. Er wurde sofort ausgewechselt und ging zur Untersuchung in den Tunnel, was seine Teamkollegen und die Heimfans tief besorgte. Clarke bestätigte, dass der Spieler während eines Zweikampfs etwas gespürt hatte und sich selbst auswechseln ließ, was darauf hindeutete, dass das Problem nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.
„Ich sitze hier und hoffe und bete, dass er im Flugzeug ist“, sagte Clarke nach dem Spiel zu Reportern und unterstrich die Schwere der Situation. Er fügte hinzu, dass das medizinische Team sein Urteil abgeben werde, sobald die Scanergebnisse vorlägen, aber bis dahin schwebe eine Wolke der Ungewissheit über dem Lager. Gilmour, der zu einem Eckpfeiler im schottischen Mittelfeld geworden ist, war sichtlich bestürzt, als er das Feld verließ, was eine angespannte Wartezeit auf Neuigkeiten auslöste.
Gilmours Bedeutung für Schottland kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seit seinem Wechsel zu Napoli hat er sich zu einem abgeklärten und technisch begabten Mittelfeldspieler entwickelt, der das Tempo des Spiels bestimmen kann. Seine Abwesenheit würde eine erhebliche Lücke in einer Mannschaft hinterlassen, die auf seine Fähigkeit angewiesen ist, den Ball zu halten und Abwehr mit Angriff zu verbinden. Da das WM-Auftaktspiel gegen Haiti nur zwei Wochen entfernt ist, ist Eile geboten, und jede ernsthafte Verletzung würde Clarke zwingen, sein taktisches Konzept umzustellen.
Schottlands WM-Kampagne beginnt am 14. Juni in Boston, mit Haiti als erstem von drei Gruppengegnern. Der Kader wird in den kommenden Tagen in die USA fliegen, und der Verlust von Gilmour wäre ein Schlag für die Ambitionen, die Gruppenphase zu überstehen. Während Schottland Tiefe im Mittelfeld besitzt, können nur wenige die Vision und Passreichweite des Ex-Rangers- und Chelsea-Jugendspielers nachahmen.
Das Freundschaftsspiel gegen Curaçao war als letzter Test gedacht, warf aber mehr Fragen auf als Antworten, bevor die rote Karte gegen Jurgen Locadia das Momentum verschob. Schottland lag früh durch einen Treffer von Tahith Chong zurück, was defensive Schwächen offenbarte, die vor dem Turnier behoben werden müssen. Die numerische Unterlegenheit der Gäste vor der Halbzeit ermöglichte es Schottland, die Kontrolle zu übernehmen, aber Clarke gab zu, dass die Übung in voller Stärke wertvoller gewesen wäre.
„Die rote Karte ändert natürlich die gesamte Dynamik des Spiels, und von da an, zumindest gegen die zehn Mann, haben wir begonnen, Chancen zu kreieren und ein paar Tore zu erzielen“, sagte Clarke. Er räumte ein, dass das Spiel gegen elf Mann die Fähigkeit seiner Spieler, Räume effektiver zu finden, besser getestet hätte, obwohl das Ergebnis letztlich etwas Trost bot, da einige Spieler ihr Können unter Beweis stellten.
Inmitten der Verletzungssorgen gab es Positive: Der eingewechselte Findlay Curtis markierte sein Länderspieldebüt mit einem Tor zum Ausgleich, während Lawrence Shankland einen Doppelpack schnürte und Ryan Christie einen Elfmeter verwandelte. Diese Leistungen könnten die Abhängigkeit von Gilmour etwas verringern, aber das vorherrschende Gefühl bleibt bis zur Bekanntgabe der Scanergebnisse eines der Beklommenheit.
Der schottische Verband hat noch kein offizielles Update herausgegeben, aber Quellen deuten darauf hin, dass der Scan das Ausmaß von Muskel- oder Bänderschäden zeigen wird. Clarke, der eine widerstandsfähige und geeinte Mannschaft aufgebaut hat, wird die emotionalen Folgen bewältigen müssen, falls die Nachricht ungünstig ausfällt. Vorerst bleibt ihm und der Nation nur die Hoffnung, dass Gilmours WM-Traum diesen Rückschlag übersteht.
Basierend auf Berichterstattung von Sky Sports.