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Hearts-Celtic: Titelentscheidung nach VAR-Elfmeter in der

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Hearts liegt vor dem letzten Spieltag drei Punkte vor Celtic, wobei die Hoops nach einem umstrittenen Elfmeter, der sie bei Motherwell am Leben hielt, einen

Das Titelrennen der Scottish Premiership steuert auf einen außergewöhnlichen Höhepunkt zu, nach einer Nacht voller Drama, Kontroversen und last-minute Heldentaten. Hearts liegt nach einem souveränen 3:0-Sieg gegen Falkirk weiterhin drei Punkte an der Spitze, aber der 3:2-Sieg von Celtic bei Motherwell – gesichert durch einen äußerst umstrittenen Elfmeter in der 99. Minute – stellt sicher, dass die Meisterschaft am letzten Spieltag im direkten Duell der beiden Anwärter im Celtic Park entschieden wird.

Die Rechnung ist für Derek McInnes‘ Team nun brutal einfach: Vermeiden sie eine Niederlage im Osten Glasgows, sind sie zum ersten Mal seit 1960 Meister. Ein Unentschieden würde ihren Vorsprung auf vier Punkte erhöhen, womit Celticas Ergebnis irrelevant wäre. Ein Sieg im Stadion des Rivalen wäre eine Aussage, die in der ganzen Fußballwelt gehört würde. Verliert Hearts jedoch, hängt der Titel von der Tordifferenz ab – und genau hier werden die Ereignisse vom Mittwoch im Fir Park so entscheidend. Sollten die Teams bei einem Celtic-Sieg punktgleich sein, wissen die Hoops nun, dass sie mit drei Toren Unterschied gewinnen müssen, um die Trophäe aufgrund der Tordifferenz zu holen. Die Bedeutung des späten Elfmeters kann nicht genug betont werden: Wäre Celtic mit einem 2:2-Unentschieden davongekommen, hätten sie fünf Punkte Rückstand gehabt und das Rennen wäre vorbei gewesen.

In Tynecastle war Hearts professionell und effizient. Blair Spittals Treffer machte früh in der zweiten Halbzeit das 3:0 perfekt, und die Heimfans wagten zu träumen, als gleichzeitige Updates aus Motherwell eintrafen. Als Celtic in Rückstand geriet, schien der Titel für Gorgie bestimmt. Doch 100 Meilen entfernt drehte sich die Handlung wild. Motherwell startete stark, und nach einer torlosen ersten Halbzeit gingen sie durch ein Chaos im Celtic-Strafraum in Führung. Die Gäste sind jedoch unter Martin O‘Neill nichts, wenn nicht widerstandsfähig. Daizen Maeda glich aus, und Benjamin Nygrens Tor schien den Sieg zu besiegeln, was die mitgereisten Celtic-Fans in Ekstase versetzte. Doch Motherwell, bereits abgestiegen, weigerte sich aufzugeben. Ein schmutziger Ausgleich fünf Minuten vor Schluss erschütterte Tynecastle mit einem Jubel, der fast so laut war wie ein Hearts-Tor – er hielt die Tür für den Tabellenführer offen.

Dann kam der Moment, der die Saison definieren könnte. Tief in der Nachspielzeit sprang ein Motherwell-Verteidiger auf, um den Ball per Kopf zu klären. Unerklärlicherweise stoppte Schiedsrichter John Beaton das Spiel und zeigte auf sein Ohr. VAR griff ein, und nach langer Überprüfung gab Beaton Celtic einen Elfmeter wegen angeblichen Handspiels. Wiederholungen zeigten, dass der Ball den Kopf eines Spielers traf und vielleicht von einem Arm in völlig natürlicher Position abprallte, aber die Entscheidung blieb bestehen. Celtic verwandelte den Strafstoß und sicherte sich einen 3:2-Sieg. Die Bank von Motherwell brach in Wut aus; ihr Trainer Jens Berthel Askou war unmissverständlich. „In keiner anderen Welt wäre das gegeben worden“, sagte er und beklagte die Punkte, die seiner bereits zum Scheitern verurteilten Mannschaft verweigert wurden. Die Empörung reichte jedoch weit über Lanarkshire hinaus.

Derek McInnes, der das Geschehen aus dem Presseraum in Tynecastle verfolgte oder die Aufnahmen gesehen hatte, konnte seine Wut kaum zügeln. „Das ist eine widerliche Entscheidung“, wetterte er. „Es vermittelt das Gefühl, dass wir gegen alle kämpfen.“ Seine Worte spiegelten eine brodelnde Frustration wider – Hearts war ihrer Meinung nach wenige Tage zuvor in ihrem eigenen Spiel bei Motherwell ein klarer Elfmeter verweigert worden, eine Entscheidung, die ihnen zwei wertvolle Punkte kostete. Das Gefühl der Ungerechtigkeit ist nun ein Schlachtruf. McInnes bestand darauf, dass sein Team eine Belagerungsmentalität annehmen müsse, und sie werden sie sicherlich brauchen, wenn sie am Samstag vor 60.000 tobenden Celtic-Fans auflaufen.

Martin O‘Neill konzentrierte sich indes auf den Charakter seiner Mannschaft. „Sie finden einen Weg, sich aus Schwierigkeiten zu befreien“, sagte er und bezog sich auf eine Eigenschaft, die ihre Titelverteidigung trotz einer Saison voller Kritik an den Leistungen am Leben hält. Celtic war nicht die flüssige, dominierende Kraft vergangener Spielzeiten, aber ihr Geist ist ungebrochen. Die schottischen Meister wissen, wie man am letzten Spieltag gewinnt, und sie haben Hearts in dieser Saison bereits zweimal mit deutlichen Abständen besiegt – darunter ein 3:0-Sieg im Parkhead früher in der Saison. Dieser Präzedenzfall wird in der Luft liegen.

Für Hearts könnten die Einsätze nicht höher sein. Die Geschichte des Vereins ist von Finaltag-Tragödien gezeichnet. 1965 verloren sie die Meisterschaft am letzten Spieltag aufgrund des Torverhältnisses gegen Kilmarnock. 1986 führte eine 0:2-Niederlage im Dens Park dazu, dass Celtic den Titel aufgrund der Tordifferenz holte. Nun, nach 37 Spielen in dieser Saison, stehen sie am Abgrund entweder unsterblichen Ruhms oder herzzerreißender Enttäuschung. Kapitän Lawrence Shankland, der über die späte Elfmeterentscheidung sichtlich empört war, zeigte sich entschlossen: „Es ist ein 90-minütiges Pokalfinale. Zu Beginn der Saison hätten wir für diese Situation unsere Hand gegeben.“

Das Drehbuch für den letzten Spieltag steht. Hearts, die beste Mannschaft des Landes über 37 Runden, muss es noch einmal beweisen, und zwar in dem Stadion, in dem ihre Träume so oft gestorben sind. Celtic, durch einen VAR-Wahnsinn gerettet, braucht einen Sieg mit drei Toren Unterschied, um ihre Krone zu verteidigen. Ein Fußballbeben ist möglich, aber ebenso eine Geschichte vertrauten Leids für die marone Hälfte Edinburghs. Unabhängig vom Ausgang wird das Duell am Samstag ein klassisches Spiel werden, das in die Annalen des schottischen Fußballs eingehen wird – ein Kessel aus Lärm, Spannung und Konsequenzen. Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.