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Inter führt 1:0 gegen Lazio: Marusic-Eigentor im Coppa

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Inter führt im Coppa-Italia-Finale durch ein Eigentor von Adam Marusic mit 1:0 gegen Lazio. Chivus Team jagt das Double, Sarris Lazio sucht im Olympiastadion

ROM — Das Coppa-Italia-Finale im Stadio Olimpico begann dramatisch, als Inter dank eines unglücklichen Eigentors von Lazios Adam Marusic mit 1:0 in die Halbzeit führte. Cristian Chivus frischgebackene Serie-A-Meister, die das historische Double jagen, nutzten in der 14. Minute eine Flanke von Federico Dimarco, die der Lazio-Verteidiger an seinem eigenen Torwart vorbei ins Tor köpfte.

Die Atmosphäre war von Beginn an elektrisierend, 70.000 Fans machten das Stadion zu einem Hexenkessel. Lazio-Anhänger, die kürzlich aus Unzufriedenheit mit der Vereinsführung wegen schlechter Ligaleistungen protestiert hatten, vereinbarten eine Waffenruhe für das Finale und unterstützten Maurizio Sartis Team bedingungslos. Inter-Fans entrollten derweil ein ironisches Banner gegen Mailands Direktor Furlani mit der Aufschrift „Furlani resta con noi“ (Furlani, bleib bei uns) und unterstrichen das Selbstvertrauen der Nerazzurri, die erst wenige Tage zuvor ihren 21. Scudetto gewonnen hatten.

Sarri, der als Trainer noch nie die Coppa Italia gewonnen hat, nahm zwei Änderungen im Vergleich zur Lig Niederlage gegen Inter vor, stellte auf ein 4-3-3 mit Motta im Tor und Basic, Patric und Taylor im Mittelfeld um. Inter trat im gewohnten 3-5-2 an, Chivu entschied sich für Martinez statt Sommer zwischen den Pfosten und ließ das Sturmduo Lautaro Martinez und Marcus Thuram unverändert. Die Nerazzurri hatten Lazio vier Tage zuvor im gleichen Stadion mit 3:0 in der Serie A geschlagen, was die Bühne für eine mögliche Wiederholung bereitete.

Das Spiel begann mit hohem Tempo, Inter presste sofort hoch und zwang Lazio zu Fehlern. In der 8. Minute erhielt Inter-Innenverteidiger Manuel Akanji für ein rücksichtsloses Foul an Tijjani Noslin die Gelbe Karte, die erste von zwei frühen Verwarnungen in der Inter-Abwehr. Trotz der frühen Karten blieb Inter offensiv und suchte über Dimarco und Denzel Dumfries die Flügel.

Das Führungstor fiel in der 14. Minute, und es war ein Moment des Unglücks für Lazio. Dimarco brachte eine gefährliche Flanke von links herein, und Marusic verlängerte unter Druck von Thuram unglücklich mit dem Kopf, den Ball über den verdutzten Motta hinweg ins Netz. Das Olympiastadion verstummte für einen Moment, nur die jubelnden Inter-Fans übertönten die Stille. Es war eine grausame Wendung für den montenegrinischen Außenverteidiger, der zuvor solide gespielt hatte, aber dieser Fehler bescherte Inter einen entscheidenden Vorteil.

Inter hätte drei Minuten später fast nachgelegt, als Nicolò Barella eine punktgenaue Flanke von rechts brachte, aber Lautaro Martinez‘ Kopfball knapp am Pfosten vorbeistrich. Lazios beste Chance kam in der 23. Minute, als Nuno Tavares einen Pass auf Mattia Zaccagni durchsteckte, aber Akanji klärte entscheidend. Sartis Team tat sich schwer gegen eine disziplinierte Inter-Abwehr, Torwart Martinez blieb weitgehend unbeschäftigt.

Vor dem Spiel hatten die Verantwortlichen und Trainer beider Klubs die Bedeutung des Ereignisses betont. Inters Präsident Beppe Marotta sagte: „Wenn man ein Finale spielt, ist es immer ein wunderbarer Abend, ein Moment großer Emotionen, der die Mühen aller belohnt. Wir glauben daran und hoffen, den zehnten Sieg zu erringen, der metaphorisch einen weiteren Stern bringen würde.“ Sarri sprach hingegen von persönlicher Genugtuung: „Ich habe bereits zwei nationale Pokalfinals verloren, in Italien und England nach dem siebten Elfmeter gegen City. Diese Trophäe ist für die Spieler und die Fans – wir wollen ihnen eine große Genugtuung bereiten.“

Das Eigentor verschob das psychologische Gleichgewicht klar zugunsten Inters. Nachdem Inters Team Lazio in dieser Saison bereits zweimal in der Liga dominiert hatte, wirkte Chivus Mannschaft komplett kontrolliert, bestimmte das Tempo und nutzte Lazios Verletzlichkeit bei Kontern. Da Lazio dem Spiel hinterherlaufen musste, öffneten sich Räume, aber Inters kompaktes Mittelfeld mit Barella, Zielinski und Sucic begrenzte die Zufuhr zu den isolierten Noslin und Isaksen.

Für Lazio hängt die Rückkehr ins Spiel davon ab, ob Sarri in der Halbzeit umstellen kann. Die Biancocelesti haben in diesem Wettbewerb schon Rückstände aufgeholt, aber gegen ein Team, das sie in dieser Saison bereits zweimal souverän geschlagen hat, ist das eine gewaltige Aufgabe. Die Möglichkeit einer Wende in der neunten Minute besteht noch, aber die frühen Anzeichen deuten darauf hin, dass Inter auf dem besten Weg ist, die Coppa Italia zur Meisterschaft hinzuzufügen, ein Kunststück, das ihnen zuletzt in der Triple-Saison 2009/10 gelang.

Gegen Ende der ersten Halbzeit drückte Inter weiter, Piotr Zielinski versuchte einen kühnen Volley, der über die Latte flog, und Dumfries‘ Schuss aus kurzer Distanz wurde von Tavares geblockt. Lazios Dringlichkeit wuchs, aber der letzte Pass blieb oft aus. Die Schiedsrichter gaben eine Minute Nachspielzeit, aber es ereignete sich vor dem Pausenpfiff nichts weiter.

Die zweite Halbzeit verspricht eine heftige Reaktion von Sartis Team, das voraussichtlich weitere Offensivoptionen bringen wird. Doch Inters defensive Stabilität war trotz zweier früher Gelber Karten unerschütterlich. Das Double vor Augen, werden Chivus Männer versuchen, das Spiel zu managen und einen historischen Triumph zu besiegeln.

Basierend auf Berichterstattung von Tuttosport.