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Inter-Verbindungsmann Schenone befragt: Mailänder

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Mailänder Staatsanwälte befragten Inters Schiedsrichter-Verbindungsmann Giorgio Schenone am 8. Mai 2026 drei Stunden lang im Rahmen einer laufenden

Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Schiedsrichtermanipulation im italienischen Fußball nahmen am Freitag, dem 8. Mai 2026, einen bedeutenden Schritt voran, als der Mailänder Staatsanwalt Maurizio Ascione marathonhafte Vernehmungen mit drei Schlüsselfiguren durchführte. Giorgio Schenone, der Schiedsrichter-Verbindungsmann von Inter Mailand, wurde in einer nichtöffentlichen Sitzung im Palazzo di Giustizia etwa drei Stunden lang befragt. Begleitet wurde er von Dino Tommasi, dem neu ernannten Schiedsrichter-Designator, der den suspendierten Gianluca Rocchi ersetzte, und Antonio Zappi, dem ehemaligen Präsidenten der italienischen Schiedsrichtervereinigung (AIA). Alle drei wurden als Auskunftspersonen, nicht als Beschuldigte, vorgeladen.

Der Fokus auf Schenone ist besonders bemerkenswert. Der ehemalige Schiedsrichterassistent, der jetzt als Inters Schiedsrichter-Club-Manager tätig ist, wurde zuvor in abgefangenen Kommunikationen erwähnt, in denen Rocchi mutmaßlich über von den Nerazzurri bevorzugte Schiedsrichter sprach. Staatsanwälte vermuten, dass Schenone bei einem Treffen am 2. April 2025 im San Siro anwesend gewesen sein könnte, bei dem mutmaßlich Diskussionen über die Manipulation von Schiedsrichterzuweisungen zugunsten von Inter stattfanden. Wenn bestätigt, wäre ein solches Treffen äußerst verdächtig, da es den damaligen offiziellen Kanal umgangen hätte, der von Riccardo Pinzani koordiniert wurde.

Trotz der intensiven Überprüfung von Schenone steht weder er noch ein anderes Mitglied von Inters Management derzeit unter Ermittlung. Die fünf formal unter Ermittlung stehenden Personen bleiben ausschließlich Schiedsrichter: Gianluca Rocchi, Andrea Gervasoni, Rodolfo Di Vuolo, Luigi Nasca und Daniele Paterna. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie die aktuelle Phase der Untersuchung auf die Offiziellen selbst konzentriert, nicht auf die Vereine, denen sie gedient haben könnten.

Die Vernehmung von Dino Tommasi, die etwa zweieinhalb Stunden dauerte, ist ebenfalls von Bedeutung. Als neuer Designator hält er die Schlüssel zum System, das im Zentrum der Vorwürfe steht. Seine Aussage könnte Einblicke in den aktuellen Zustand des Zuweisungsprozesses und etwaige seit Rocchis Selbstsuspendierung eingeleitete Reformen geben. Antonio Zappis Rolle ist historisch, aber relevant; er war es, der ursprünglich eine interne Beschwerde des Schiedsrichterassistenten Domenico Rocca bezüglich Rocchis mutmaßlicher „Klopfzeichen“ oder unsachgemäßer Kontakte einreichte. Diese Beschwerde wurde letztendlich von der Bundesstaatsanwaltschaft als nicht weiter untersuchenswert archiviert.

Nach dieser internen Beschwerde änderte Zappi die AIA-Vorschriften und verlangte von jedem, der das Trainingszentrum in Lissone besuchte, einen schriftlichen Bericht über seine Aktivitäten. Laut der Quelle kehrten weder Rocchi noch seine Mitarbeiter nach der Umsetzung dieser Regel zur Einrichtung zurück. Diese regulatorische Änderung und das darauffolgende Verhalten bilden einen wesentlichen Teil des historischen Kontextes, den die Staatsanwälte prüfen.

Der Rechtsexperte Roberto Afeltra lieferte gegenüber TMW Radio eine entscheidende Perspektive zu den potenziellen sportlichen Konsequenzen. Er betonte, dass, obwohl Schenone Inter als Verein nicht direkt belastet, die Ermittlungen zu Strafen für die kommende Saison führen könnten. „Schenone belastet den Verein nicht direkt, also würden wir über eine Strafe für die folgende Saison sprechen, wie es 2006 bei Mailand der Fall war“, erklärte Afeltra und zog eine direkte Parallele zum Calciopoli-Skandal. Er sagte auch voraus, dass die Vorermittlungen nicht vor Herbst 2026 abgeschlossen sein würden, da eine sechsmonatige Verlängerung beantragt wurde.

Dieser Zeitplan ist für das sportliche Justizsystem von entscheidender Bedeutung. Der italienische Fußballverband (FIGC) befindet sich derzeit in einer Warteposition und wartet darauf, dass die Mailänder Staatsanwälte die Geheimhaltung der Ermittlungen aufheben und die Akten veröffentlichen. Erst dann wird der Bundesstaatsanwalt des FIGC entscheiden, ob er seine eigene sportliche Untersuchung wieder aufnimmt. Vorerst bleibt die gesamte Angelegenheit im Strafrechtssystem verankert, wobei sportliche Auswirkungen auf eine potenzielle zweite Phase verschoben werden.

Der Fall befindet sich daher in einem Zustand rechtlicher und sportlicher Ungewissheit. Die strafrechtlichen Ermittlungen schreiten mit diesen hochkarätigen Vernehmungen voran, aber die sportlichen Konsequenzen – die Punktabzüge oder andere Sanktionen für Vereine umfassen könnten – bleiben spekulativ und fern. Der Fokus auf Schenone, eine direkte Verbindung zwischen dem Schiedsrichterapparat und einem Top-Verein, deutet darauf hin, dass die Staatsanwälte akribisch eine Beweiskette aufbauen. Ob diese Kette zu Anklagen gegen Einzelpersonen führt oder institutionelle Strukturen belastet, wird die letztendliche Auswirkung auf den italienischen Fußball bestimmen.

Basierend auf Berichten von Tuttosport.com - Calcio.