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Iraola macht den nächsten Schritt: 0 Trophäen bei

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Kein Trainer, der von einem Premier-League-Klub zu einem 'Big-Six'-Verein gewechselt ist, hat einen großen Titel gewonnen. Andoni Iraola steht vor dieser

Die Fußballwelt schaut zu, während Andoni Iraola Berichten zufolge zugestimmt hat, das Traineramt bei Liverpool zu übernehmen – ein Aufstieg von Bournemouth, das er zu einem historischen sechsten Platz und der erstmaligen europäischen Qualifikation geführt hatte. Der Wechsel erfüllt das klassische Muster für einen aufstrebenden Trainer: Beeindruckende Leistungen bei einem kleineren Premier-League-Klub verschaffen ihm die Chance bei einem der sogenannten „Big Six“. Doch die Geschichte mahnt, dass solche Sprünge selten in Ruhm enden.

Mit „Big Six“ meinen wir Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham – die Vereine, die in den letzten 15 Jahren die Spitze des englischen Fußballs dominiert haben. Trainer, die anderswo herausragende Arbeit leisten, sehen sie oft als ultimative Destination, doch die Daten zeigen ein deutliches Muster: Noch nie ist ein Trainer direkt von einem anderen Premier-League-Klub zu einem dieser sechs Vereine gewechselt und hat anschließend einen großen Titel gewonnen.

Die Liste derer, die es versuchten und scheiterten, ist lang. David Moyes wurde 2013 von Sir Alex Ferguson persönlich als sein Nachfolger bei Manchester United auserkoren, nachdem er bei Everton zehn Jahre lang überdurchschnittliche Arbeit geleistet hatte. Zehn Monate in einen Sechsjahresvertrag hinein wurde er entlassen, der Verein verpasste erstmals seit 1995 die Champions League. Roy Hodgsons Amtszeit an der Anfield Road dauerte noch kürzer; 2010 nach der Führung von Fulham ins Europa-League-Finale berufen, war er im Januar wieder weg, Liverpool dümpelte auf Platz 12.

Aktuellere Beispiele folgen dem gleichen Skript. Graham Potter trainierte nur 22 Ligaspiele bei Chelsea, nachdem er bei Brighton beeindruckt hatte, während Nuno Espírito Santo bei Tottenham nur zehn Spiele bekam, obwohl er Wolverhampton von einem Zweitliga-Mitläufer zu einem europäischen Viertelfinalisten geformt hatte. Thomas Frank, das jüngste Spurs-Opfer, hielt nach seinem Erfolg bei Brentford nur 26 Spiele durch. Die durchschnittliche Amtszeit dieser Wechsler überschreitet selten zwei volle Saisons, oft wird sie schon vor dem Ende einer Saison abgebrochen.

Selbst diejenigen, die länger durchhielten, konnten keine Trophäen vorweisen. Brendan Rodgers führte Liverpool 2014 an den Rand des Premier-League-Titels, wurde aber im darauffolgenden Jahr entlassen. Mauricio Pochettino formte eine mitreißende Tottenham-Mannschaft, die 2017 Zweiter wurde und 2019 im Champions-League-Finale stand, aber dennoch ohne Titel blieb. Harry Redknapp brachte Spurs in die Top Vier, gewann aber nie einen Pokal. Mark Hughes' Zeit bei Manchester City endete nach 18 Monaten ohne Ehre.

Eine moderne Ausnahme ist Enzo Maresca, der bei Chelsea die Conference League und die Klub-WM gewann. Entscheidend ist, dass er von Leicester City kam, nachdem er den Aufstieg aus der Championship geschafft hatte, aber bevor er ein einziges Spiel in der höchsten Spielklasse gecoacht hatte. Das macht seinen Weg anders als die übliche Premier-League-zu-Big-Six-Pipeline. Ebenso kommt Michael Carricks jüngste Festanstellung bei Manchester United nach seiner Arbeit bei Middlesbrough in der Championship, wobei er den Premier-League-Stein komplett übersprang.

Die Daten zu Punkten pro Spiel zeichnen ein durcheinandergewürfeltes Bild. Rodgers verbesserte sich bei Liverpool im Vergleich zu Swansea deutlich, ebenso wie Redknapp und Pochettino bei Tottenham. Aber bei vielen anderen änderten sich die Zahlen kaum oder gingen sogar zurück. Potters Chelsea-Rekord war nur ein marginaler Aufschwung gegenüber seiner Brighton-Zeit, während Franks Werte nach dem Wechsel zu Spurs abfielen. Der Aufstieg garantiert nicht bessere Ergebnisse und bringt oft zusätzlichen Druck mit sich, der die taktische Freiheit erstickt, die diese Trainer einst genossen.

Warum passiert das? Die Gründe sind tief verwurzelt. Big-Six-Klubs bestreiten pro Saison rund 55 Spiele in allen Wettbewerben – acht mehr als der Premier-League-Durchschnitt – aufgrund von Europäischen Verpflichtungen, was weniger Trainingszeit und höhere körperliche Anforderungen bedeutet. Die Erwartungen sind umgekehrt: Bei Bournemouth oder Brighton wird Überleistung gefeiert, bei Liverpool oder Chelsea ist Siegen die Mindestanforderung. Eine schwache Serie, die bei einem Mittelfeldklub toleriert würde, wird schnell zur Krise, verschärft durch die öffentliche Aufmerksamkeit und den sofortigen Erfolgsdruck der Fans.

Transfers spielen ebenfalls eine Rolle. Bei kleineren Klubs können clevere Verpflichtungen enorme relative Gewinne bringen, aber der Big-Six-Druck verlangt sofortige Wirkung von teuren Neuzugängen. Trainer finden sich in überladenen Kadern, Star-Egos und Vorständen wieder, die bei Ergebniseinbrüchen gnadenlos handeln. Der Spielraum für Fehler ist hauchdünn.

Für Iraola ist die Herausforderung nun gewaltig. Er kommt an die Anfield Road, nachdem er Bournemouth erstmals nach Europa geführt hat – eine spektakuläre Leistung, die seine Trainerqualitäten beweist. Doch der Sprung vom Vitality Stadium auf die Kop ist wohl die schwerste Prüfung im englischen Fußball. Kein Trainer in der modernen Big-Six-Ära hat diesen Wechsel in Trophäen umgemünzt.

Während er sich auf seine erste Saison in Merseyside vorbereitet, stellt sich die Frage, ob der Spanier den Trend durchbrechen kann. Kann sein intensives, pressendes System auf eine Mannschaft übertragen werden, die auf Ballbesitz ausgelegt ist? Kann er mit der unerbittlichen Forderung nach Silberware umgehen, die Liverpools Ambitionen definiert? Die Daten sagen, es ist der schwierigste Übergang im Spiel. Aber der Fußball liebt Außenseiter.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.