Die Bekanntgabe des schwedischen WM-Kaders löst gemischte Gefühle aus: Die Star-Stürmer Alexander Isak und Viktor Gyökeres wurden berufen, aber Tottenhams Dejan Kulusevski fehlt wegen einer anhaltenden Knieverletzung. Trainer Graham Potter hat seinen 26-köpfigen Kader für das Turnier in Kanada, Mexiko und den USA festgelegt, der Erfahrung mit aufstrebenden Talenten verbindet.
Kulusevskis Abwesenheit ist das große Gesprächsthema. Der 26-Jährige hat wegen des Knieproblems in dieser Saison noch nicht gespielt, und trotz seiner Klasse hielt Potter den Rehabilitationszeitplan für zu knapp. „Eine sehr, sehr schwierige Entscheidung, wenn man bedenkt, wo er war und was er im letzten Jahr geleistet hat, wo er in seiner Rehabilitation steht, wenn noch viereinhalb Wochen bis zum ersten Spiel bleiben“, gab Potter zu. Der Ausfall beraubt Schweden einer kreativen Kraft, die in den letzten Kampagnen entscheidend war.
Für Isak ist die Nominierung ein Vertrauensbeweis trotz einer frustrierenden Debütsaison bei Liverpool. Nach seinem britischen Rekordtransfer von 125 Millionen Pfund von Newcastle im letzten Sommer hat der 26-Jährige aufgrund von Verletzungen nur acht Ligaspiele bestritten. Potter äußerte die Hoffnung, dass Isak die Klubsaison mit Fitness und Form abschließen kann. „Unsere Herausforderung ist es, Alex im besten Moment der Saison zu haben und ihn in Topform zu bringen, denn wenn er das schafft, ist er ein Weltklassespieler“, sagte Potter und unterstrich das Potenzial des Stürmers, Spiele zu entscheiden.
Gyökeres bietet eine verlässlichere Torgefahr. Der Arsenal-Stürmer hat in 16 Länderspielen 19 Tore erzielt, eine bemerkenswerte Quote, die ihn zur größten Gefahr Schwedens macht. Seine klinische Abschlussstärke in der Premier League und im Europapokal überträgt sich nahtlos auf die Nationalmannschaft, und Potter wird stark auf seine Beständigkeit setzen.
Neben den Hauptakteuren umfasst der Kader ein starkes britisches Kontingent. Elf Spieler sind in England oder Schottland aktiv, darunter die Torhüter Viktor Johansson (Stoke) und Jacob Widell Zetterström (Derby). Die Verteidiger Hjalmar Ekdal (Burnley), Gabriel Gudmundsson (Leeds) und Victor Lindelöf (Aston Villa) bringen Erstliga-Erfahrung mit, während die Mittelfeldspieler Yasin Ayari (Brighton) und Lucas Bergvall (Tottenham) die nächste Generation repräsentieren. Newcastle-Flügelspieler Anthony Elanga und Celtic-Stürmer Benjamin Nygren bieten Tempo und Vielseitigkeit.
Schwedens Weg ins Finale war alles andere als einfach. Sie beendeten ihre WM-Qualifikationsgruppe mit nur zwei Punkten auf dem letzten Platz, eine katastrophale Kampagne, die das Ende zu besiegeln schien. Doch eine Rettungsleine aus der Nations League bot eine Chance auf Wiedergutmachung, und Playoff-Siege über die Ukraine und Polen sicherten das Ticket. Potter, der im Oktober das Amt übernahm, bezeichnete die Leistung als „unglaublich aufregend“ und lobte die Reaktion der Fans.
Die Auslosung der Gruppe F beschert Schweden am 14. Juni in Monterrey, Mexiko, ein Auftaktspiel gegen Tunesien. Dann treffen sie am 20. Juni in Houston auf die Niederlande, gefolgt von Japan am 25. Juni in Dallas (Ortszeit). Es ist ein anspruchsvolles Programm, da die Niederländer und Japaner technische und taktische Prüfungen darstellen. Die Anstoßzeiten – spät in der Nacht für das europäische Publikum – stellen eine logistische Herausforderung für die Fans daheim dar.
Analysiert man Potters Auswahl, ist die Balance zwischen Erfahrung und Jugend bewusst gewählt. Kulusevskis Abwesenheit erzwingt eine Umstellung in den offensiven Mittelfeldpositionen, was wahrscheinlich mehr kreative Last auf Ayari und Bergvall legen wird. In der Defensive wird Lindelöfs Führungsstärke entscheidend sein, während die Torhüterwahl umkämpft bleibt. Isaks Fitness könnte Schwedens Obergrenze definieren; wenn er seine Form aus Newcastle-Zeiten wiederholen kann, haben sie einen echten Spielentscheider. Ohne Kulusevski könnte jedoch die Zulieferung leiden.
Für die beteiligten Klubs hat die Kaderbekanntgabe Auswirkungen. Liverpool wird Isaks Belastung genau beobachten und hofft, dass die WM als Sprungbrett und nicht als Rückschlag dient. Arsenal-Fans werden gespannt verfolgen, wie Gyökeres seinen internationalen Torlauf fortsetzt. Tottenham hingegen muss sich darauf konzentrieren, Kulusevski nach einem verlorenen Jahr für die nächste Saison fit zu bekommen.
Letztlich geht Schweden als Außenseiter in die WM, aber mit einer starken Stürmer-Partnerschaft und einem für taktische Raffinesse bekannten Trainer. Die Mischung aus erfahrenen Profis und vielversprechenden Youngstern könnte für Überraschungen sorgen, aber viel hängt von Isaks Fitness und der Fähigkeit des Teams ab, sich ohne Kulusevski anzupassen. Die Bühne ist bereit für eine faszinierende Gruppenphase in Gruppe F.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.