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Juventus, Milan Europa League 2026/27: 30-Millionen-Euro

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Juventus und Mailand stehen in der Europa League 2026/27 vor einem Umsatzdefizit von 30 Mio. Euro; der Weg führt durch unbekannte Gegner unter finanziellen

Juventus und AC Mailand, zwei der traditionsreichsten Vereine Italiens, werden nach dem verpassten Champions-League-Qualifikation die Europa League 2026/27 bestreiten. Der Abstieg ist nicht nur ein sportlicher Rückschlag, sondern auch ein finanzieller Schlag: Allein Juventus sieht sich mit einem Umsatzdefizit von mindestens 28-30 Millionen Euro konfrontiert, verglichen mit dem, was sie in der Königsklasse verdient hätten. Der Weg durch den zweitklassigen Wettbewerb verspricht ungewohnte Gegner, einen anstrengenden Donnerstagsspielplan und sofortigen Druck, vor Ende des Geschäftsjahres Spieler zu verkaufen.

Die Koeffizienten-Rangliste unterstreicht den Fall: Juventus, obwohl nur auf dem 25. Platz im Fünfjahres-UEFA-Ranking, wird unerklärlicherweise als dritter Topf in der Europa-League-Auslosung gesetzt. Mailand folgt als vierter Topf. Dieses scheinbare Paradoxon ergibt sich, weil 18 der 24 Vereine über Juventus in der Gesamtwertung Champions League spielen werden, während andere – wie Atalanta (Conference League) und Fiorentina, Eintracht Frankfurt und Tottenham – aufgrund schlechter nationaler Platzierungen ganz ohne Europapokal dastehen. Nur Bayer Leverkusen und Benfica haben unter den Europa-League-Teilnehmern deutlich höhere Koeffizienten, was die Bühne für einen offenen Wettbewerb bereitet.

Die Ligaphase mit 36 Vereinen sieht vor, dass jedes Team acht Spiele gegen Gegner aus vier Lostöpfen bestreitet. Die Auslosung in Monte Carlo wird Juve und Mailand wahrscheinlich eine gemischte Gegnerschaft bescheren. Vertraute Namen wie Marseille, Rangers, Real Sociedad, Bournemouth, Sunderland, PAOK und AZ Alkmaar sind garantierte Teilnehmer. Aber die Vorrunden könnten weitaus obskurere Gegner hervorbringen: slowenische Miniklubs wie Aluminij Kidričevo, isländische Seite Vestri, kosovarische Drita oder färöische Meister Klaksvík. Das sind Reisen, die das Romantische mit dem Absurden für Vereine verbinden, die an Kathedralen der Champions League gewöhnt sind.

Der Spielplan steht bereits fest. Der erste Spieltag beginnt am 16./17. September 2026, die Ligaphase läuft bis zum 28. Januar 2027. Die K.o.-Playoffs folgen am 18. und 25. Februar, das Achtelfinale am 11. und 18. März, Viertelfinale am 8. und 15. April, Halbfinale am 29. April und 6. Mai. Das Finale findet am 26. Mai 2027 im Frankfurter Waldstadion statt – einem Stadion mit reicher WM-Geschichte. Die Donnerstagabend-Spiele schränken die Flexibilität der Serie-A-Terminplanung ein und zwingen beide Klubs, den vollen Kalender ohne die Vorteile einer Samstagsruhe zu bewältigen.

Finanziell sind die Konsequenzen eklatant. Laut Calcio e Finanza hätte Juventus allein für den Einzug in die Champions League rund 42 Millionen Euro eingenommen. Stattdessen garantiert die Europa League nur etwa 14 Millionen Euro an Basiseinnahmen. Selbst ein unwahrscheinlicher Lauf zum Pokalsieg in Frankfurt würde die Lücke nicht schließen: Tottenhams Europa-League-Triumph 2024/25 brachte rund 41 Millionen Euro ein, immer noch unter Juves hypothetischer UCL-Teilnahmegebühr. Diese Einnahmelücke setzt einen Klub, der auf den Weg zur Gewinnschwelle ist, enorm unter Druck.

Um die UEFA-Financial-Fairplay-Regeln einzuhalten, muss Juventus bis zum 30. Juni einen signifikanten Spielerverkauf abschließen. Der italienische Fußballverband hat reagiert, indem er das Sommer-Transferfenster am 29. Juni öffnet und den Klubs ein schmales Zeitfenster gibt, um Verkäufe im laufenden Geschäftsjahr zu registrieren. Die Spekulationen werden zunehmen, welcher Vermögenswert – vielleicht ein Eigengewächs oder ein hoher Gehaltsempfänger – geopfert wird. Mailand, in den Berichten nicht explizit genannt, steht unter ähnlichem Druck, da es sich an ein reduziertes Budget anpasst.

Die Europa-League-Kampagne ist auch ein Test für Kaderstärke und Ambitionen. Beide Klubs haben Kader, die auf dem Papier den Großteil der Konkurrenz dominieren sollten. Aber der psychologische Schock des verpassten Champions-League-Platzes, gepaart mit dem zehrenden Spielplan, könnte Schwachstellen offenlegen. Die Herausforderung liegt nicht nur auf dem Platz; es ist eine kulturelle Neuausrichtung für Vereine, die einst europäische Exzellenz definierten.

Betrachtet man das Gesamtbild, spiegelt der doppelte Einzug in die Europa League eine sich verändernde Landschaft in der Serie A wider. Der italienische Fußball hat finanziell Mühe, mit der Premier League und der Elite der La Liga Schritt zu halten, und die Koeffizienten-Auswirkungen könnten die Anzahl der Champions-League-Plätze weiter verringern. Paradoxerweise könnte der Erfolg in der Europa League helfen, diesen Niedergang aufzuhalten, indem er Italiens Rangliste verbessert, aber die unmittelbare Priorität ist Überleben und Anpassung.

In vielerlei Hinsicht dient die Europa League 2026/27 als Spiegel: Sie reflektiert, wie weit Juve und Mailand von ihrem früheren Glanz abgedriftet sind, bietet aber auch einen Weg zurück – wenn sie die finanziellen und logistischen Hürden überwinden können. Der Scheinwerfer wird hart sein, die Margen schmal, und jeder Donnerstagabend erinnert an das Verlorene. Basierend auf Berichten von Tuttosport.