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Kai Havertz: Comeback nach Verletzung beflügelt Arsenals

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Kai Havertz ist nach einer fünfmonatigen Knieverletzung zurück und hat mit Arsenal gegen PSG ein zweites Champions-League-Trophäe im Visier, wobei er sich an

Während Arsenal sich darauf vorbereitet, in Budapest auf Paris Saint-Germain zu treffen, steht Kai Havertz an einem vertrauten Scheideweg. Fünf Jahre nachdem sein Linksschuss Chelseas überraschenden Champions-League-Triumph 2021 gegen Manchester City besiegelte, ist der deutsche Stürmer erneut ein Außenseiter auf der größten Bühne des europäischen Vereinsfußballs. "Es ist etwas, das ich nie vergessen werde", sagte Havertz über jene Nacht in Porto. "Als Kind hätte ich mir nie träumen lassen, im Finale zu treffen und zu gewinnen. Ich werde immer stolz darauf sein." Nun möchte er mit den Gunners Geschichte wiederholen, die als frischgebackener Premier-League-Meister – zum ersten Mal seit 2004 – ins Finale einziehen.

Arsenals Weg zu diesem Punkt war von Widerstandsfähigkeit geprägt. Eine Niederlage im Carabao-Cup-Finale gegen City im März diente als Wendepunkt. Statt zu entmutigen, beflügelte die Niederlage die Mannschaft. "Wir sagten uns einfach, dass wir stärker zurückkommen müssen", verriet Havertz. Nach der Länderspielpause kehrte das Team mit neuer Fokussierung zurück und startete eine Serie, die letztlich den Meistertitel einbrachte. Dieser nationale Erfolg, glaubt Havertz, verschafft einen entscheidenden psychologischen Vorteil gegen die Pariser.

Havertz' persönlicher Weg war alles andere als glatt. Am ersten Spieltag der Saison zog er sich in Old Trafford bei einem Zweikampf eine Knieverletzung zu, die zunächst zu einer Ausfallzeit von Wochen führen sollte. Komplikationen führten zu zwei Operationen und fast fünf Monaten auf der Behandlungsliege. "Mir ging es schlecht", gab er zu. "Man kann nicht laufen, man tut nichts. Aber alle Spieler und Mitarbeiter halfen mir, an mich zu glauben." Die erzwungene Abwesenheit vertiefte nur seinen Hunger, nach seiner Rückkehr im Januar beizutragen.

Sein Comeback war nicht nur eine sentimentale Fußnote. Havertz erzielte entscheidende Tore in den K.o.-Runden der Champions League, darunter einen wichtigen Treffer bei seinem ehemaligen Verein Bayer Leverkusen im Achtelfinale und einen weiteren auswärts bei Sporting im Viertelfinale. Sein erstes Premier-League-Tor im Emirates seit über einem Jahr – bei einem Sieg gegen Burnley – bereitete den Meistertitel in der folgenden Nacht effektiv vor. Diese Momente unterstrichen seine Fähigkeit, dann zu liefern, wenn es darauf ankommt, und spiegelten die Ruhe wider, die er 2021 gezeigt hatte.

Trainer Mikel Arteta war eine zentrale Figur in Havertz' Wiederbelebung bei Arsenal. Als er 2023 für 65 Millionen Pfund von Chelsea verpflichtet wurde, stand Havertz zunächst Skepsis gegenüber, aber Artetas Vertrauen schwankte nie. "Er hat mich zum Verein gebracht und mir so viel beigebracht, auf und neben dem Platz", sagte Havertz. "Es ist schön, dass wir ihm jetzt ein kleines Geschenk zurückgegeben haben – den Premier-League-Titel. Er hat den Verein dorthin zurückgebracht, wo er hingehört." Dieses Vertrauen wurde durch die Aufstellung belohnt, wobei Havertz in den letzten wichtigen Spielen vor dem im Sommer verpflichteten Viktor Gyökeres den Vorzug erhielt.

Das Champions-League-Finale hat für Havertz eine mythische Qualität. "Schon das Anschauen dieses Finales ist etwas ganz Besonderes", erklärte er. "Also daran teilzunehmen, ist unwirklich. Es steckt so viel Geschichte darin – so viele große Spieler haben mitgespielt. Dabei zu sein, um die Trophäe zu gewinnen, ist unglaublich." Da er bereits den Erfolg geschmeckt hat, ist er sich bewusst, dass die Teilnahme nur die halbe Miete ist. "Man muss diesen Schritt machen und gewinnen. Es wird schwer, aber wir werden gut vorbereitet sein."

Die Perspektive macht den Anlass noch ergreifender. Havertz verpasste fast die gesamte erste Saisonhälfte und sah von der Seitenlinie zu, wie seine Teamkollegen sich durch die anstrengende Saison kämpften. "Jeder sagte mir ab Januar, dass es noch viel zu spielen gibt", erinnerte er sich. "Das war der Punkt, an dem sich mein Momentum änderte." Nun steht er bereit, in Budapest zu starten, sein Knie geheilt und sein Geist durch Widrigkeiten geschärft.

Arsenal mag gegen ein star besetztes PSG als Außenseiter angesehen werden, aber Havertz weist das Etikett zurück. "Wir haben jahrelang auf höchstem Niveau gekämpft und endlich die Premier League gewonnen. Das gibt uns einen großen Schub. Es spielt keine Rolle, ob man Außenseiter ist oder was auch immer. Wir werden auf den Platz gehen und sie schlagen." Es ist das gleiche stille Selbstvertrauen, das Chelsea 2021 an City vorbeitrieb, als kaum jemand außerhalb der Kabine ihnen eine Chance gab.

Das Finale am Samstag bietet ein Aufeinandertreffen von Erzählungen: Artetas Projekt erreicht seinen Höhepunkt, Havertz' Chance, sich einer Elitegruppe von Spielern mit Siegermedaillen von zwei verschiedenen Vereinen anzuschließen, und Arsenals Gelegenheit, eine Dynastie zu festigen. Für Havertz ist es auch eine Gelegenheit zur Erlösung nach Monaten des Schmerzes. "Ich versuche, dem Team jeden Tag zu helfen – das habe ich auch getan, als ich verletzt war, indem ich einfach außerhalb des Platzes half. Das ist immer wichtig." Nun kann seine Hilfe in der greifbarsten Form kommen – Tore auf der größten Bühne.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.