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Kriminelle Banden führen Krieg um Internetkontrolle in Rio

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Das organisierte Verbrechen in Rio de Janeiro kämpft gewaltsam um die Kontrolle über Internetdienste in den Favelas, setzt Brandstiftung und Sabotage ein, um

Eine neue und gefährliche Front hat sich im Kampf von Rio de Janeiro gegen das organisierte Verbrechen aufgetan, wobei kriminelle Fraktionen und Milizen nun einen gewaltsamen Revierkampf um die Kontrolle über die Internetinfrastruktur der Stadt führen. Laut Polizei und staatlichen Sicherheitsbeamten konzentrieren sich diese Gruppen nicht mehr nur auf den Drogenhandel. Stattdessen expandieren sie aggressiv in die Kontrolle über grundlegende Dienstleistungen und betrachten die territoriale Vorherrschaft als ein lukrativeres und nachhaltigeres Geschäftsmodell.

Der Konflikt hat Rios Strommasten zu strategischen Schlachtfeldern gemacht. Kriminelle Organisationen stehlen systematisch Strom, um ihren Betrieb zu versorgen, und verlegen ihre eigenen geheimen Kabelnetze. Dadurch können sie sich in den von ihnen beherrschten Gemeinden als alleinige Internetanbieter etablieren und illegale lokale Monopole schaffen. Der stellvertretende Geheimdienstsekretär des Staates, Pablo Sartori, bestätigte, dass dieses Kontrollmodell für Banden nun profitabler ist als der Drogenhandel selbst, da fast jeder Bewohner auf Internetzugang angewiesen ist.

Die Taktiken zur Sicherung dieser Kontrolle sind brutal und direkt. Ermittlungen zeigen, dass Kriminelle zu Brandstiftung gegriffen haben, indem sie legale Geschäfte in Brand setzten, die konkurrierende Dienste anbieten. Sie wurden auch dabei gefilmt, wie sie die Glasfaserkabel konkurrierender Anbieter durchtrennten. Mitarbeiter großer Lieferunternehmen berichten, von bewaffneten Männern mit vorgehaltener Waffe bedroht worden zu sein, die wöchentliche 'Mautgebühren' von bis zu 800 R$ pro Unternehmen verlangen, um Lieferungen in diese Gebiete zu ermöglichen. Bei Nichtzahlung drohen Raub, Fahrzeugzerstörung und Beschlagnahme von Waren.

Diese kriminelle Umklammerung erstreckt sich weit über den Internetzugang hinaus. Bewohner in beherrschten Vierteln wie Muzema und Rio das Pedras berichten, dass der Verkauf von Grundgütern – von Flaschenwasser und Holzkohle bis hin zu einfachen Artikeln wie Besen – nun von den Banden kontrolliert wird. Nur von den Kriminellen autorisierte Geschäfte dürfen bestimmte Produkte verkaufen, was den Wettbewerb ausschaltet und die Preise in Gebieten, die bereits unter einem Mangel an öffentlichen Dienstleistungen leiden, in die Höhe treibt. Ein Bewohner beschrieb, dass er in einem Baumarkt keinen Besen kaufen konnte, weil das Geschäft nicht mehr 'berechtigt' war, ihn zu verkaufen.

Das finanzielle Ausmaß dieses kriminellen Unternehmens ist erschütternd. Ermittlungen haben ergeben, dass Banden Briefkastenfirmen gegründet haben, die unter falschen Namen registriert sind, um als offizielle Internetdienstanbieter aufzutreten. Diese Unternehmen kaufen Signale von großen Telekommunikationsbetreibern und verkaufen sie dann in ihren Gebieten zu einem Aufpreis weiter. Das staatliche Sicherheitssekretariat hat mindestens 18 solcher Unternehmen identifiziert, die in nur drei Stadtteilen tätig sind: zehn in Rio das Pedras, fünf in Gardênia Azul und drei in Muzema.

Als Reaktion starten die Regierung des Bundesstaates Rio und die Sicherheitskräfte eine mehrgleisige Gegenoffensive. Eine Schlüsselstrategie beinhaltet einen technologischen Wandel: Die Ersetzung anfälliger physischer Kabel durch funkbasierte Internetverbindungen in Gebieten, die für eine Wiederbesetzung vorgesehen sind, unter Nutzung vorhandener Sendemasten. Darüber hinaus verlangt eine kürzlich erfolgte regulatorische Änderung nun, dass alle Internetanbieter, unabhängig von ihrer Größe, bei der nationalen Telekommunikationsbehörde Anatel registriert sind, wodurch eine Gesetzeslücke geschlossen wird, die es kleinen kriminellen Aktivitäten ermöglichte, unter dem Radar zu fliegen.

Die Strafverfolgung konzentriert sich auch auf die finanzielle Strangulierung. Die Zivilpolizei hat bereits die Einfrierung von fast 6 Milliarden R$ an Vermögenswerten und Geldern beantragt, die mit diesen kriminellen Organisationen in Verbindung stehen. Seit 2025 wurden 514 Verdächtige festgenommen, die an der Ausweitung dieser kriminellen Aktivitäten beteiligt waren. Experten betonen, dass eine dauerhafte Lösung einen umfassenden Ansatz erfordert, einschließlich der Bekämpfung der Korruption, die es diesen Gruppen ermöglicht, öffentliche Amtsträger zu kooptieren, und der strengen Begrenzung ihres Zugangs zu Waffen und staatlicher Zusammenarbeit.

Basierend auf Berichterstattung von g1.