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Kriminelle Netzwerke dominieren Internet und

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Organisierte Kriminalitätsgruppen in Rio de Janeiro kontrollieren den Internetzugang, stehlen Strom und erpressen Unternehmen in von ihnen dominierten

In einer deutlichen Abkehr vom traditionellen Drogenhandel investieren organisierte kriminelle Fraktionen und Milizen in Rio de Janeiro nun stark in die Kontrolle wesentlicher Dienstleistungen, insbesondere des Internetzugangs, in den von ihnen dominierten Gemeinschaften. Laut einem Bericht von g1 haben diese Gruppen Telefonmasten zu zentralen Vermögenswerten für ihre Operationen gemacht, um Strom zu stehlen, illegale Dienste zu verteilen und die Internetkonnektivität zu monopolisieren. Dieses Modell ist lukrativer als der Drogenverkauf, da fast alle Bewohner auf diese Dienste angewiesen sind.

Ermittlungen zeigen, dass Kriminelle Briefkastenfirmen gegründet haben, die als Internetdienstanbieter agieren. Diese Unternehmen kaufen Signale von großen Anbietern und verkaufen den Dienst in kontrollierten Gebieten weiter, wodurch lokale Monopole entstehen. In Gebieten wie Rio das Pedras, Gardênia Azul und Muzema wurden beispielsweise mehrere mit organisierter Kriminalität verbundene Unternehmen identifiziert. Die Gruppen greifen zu gewalttätigen Taktiken, darunter Brandstiftung und Kabeldurchtrennung, um Konkurrenz zu beseitigen und territoriale Kontrolle zu sichern.

Die Auswirkungen gehen über Internetdienste hinaus. Bewohner berichten, dass alltägliche Güter wie Besen, Holzkohle, Knoblauch und sogar abgefülltes Wasser jetzt von kriminellen Gruppen kontrolliert werden, die bestimmen, welche Geschäfte sie verkaufen dürfen. Dies führt zu eingeschränktem Angebot, überhöhten Preisen und einer gelähmten lokalen Wirtschaft. Ein Bewohner beschrieb, wie einem Baumarkt der Verkauf von Besen verboten wurde, sodass Verbraucher nur von autorisierten Verkaufsstellen kaufen konnten.

Unternehmen sind direkten Drohungen und Erpressung ausgesetzt. Zusteller großer Unternehmen werden von bewaffneten Kriminellen konfrontiert, die wöchentliche Zahlungen, sogenannte "Mautgebühren", verlangen, um in diesen Gebieten tätig zu sein. Bei Nichtbefolgung drohen Diebstahl, Fahrzeugbeschädigung oder Aussetzung der Dienste. Interne Dokumente betroffener Unternehmen listen Hunderte von Einrichtungen auf, die aufgrund dieser Gefahren keine Lieferungen mehr erhalten.

Als Reaktion haben die Landesbehörden Maßnahmen ergriffen, um diese kriminelle Expansion zu bekämpfen. Regulierungsänderungen verlangen nun, dass alle Internetanbieter, unabhängig von ihrer Größe, bei der nationalen Telekommunikationsbehörde Anatel registriert sind. Die Regierung prüft auch alternative Technologien wie funkgestütztes Internet, um die Abhängigkeit von physischen Kabeln zu verringern, die Kriminelle kontrollieren können.

Strafverfolgungsbehörden und Experten betonen eine mehrgleisige Strategie. Dazu gehört die finanzielle Auszehrung krimineller Organisationen, wobei die Zivilpolizei die Einfrierung von Vermögenswerten in Höhe von fast 6 Milliarden R$ beantragt hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Korruption in öffentlichen Einrichtungen und der Einschränkung des Zugangs von Kriminellen zu Waffen. Seit 2025 wurden über 500 Verdächtige festgenommen, die an solchen Aktivitäten beteiligt waren.

Die Situation verdeutlicht die sich wandelnde Natur der organisierten Kriminalität in Rio, wo territoriale Kontrolle nun auch kommerzielle Monopole auf wesentliche Dienstleistungen und Güter umfasst. Dies betrifft nicht nur das tägliche Leben der Bewohner, sondern schreckt auch Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung in der Region ab. Basierend auf Berichterstattung von g1.