Ein bedeutender Erfolg für die Anhänger an der Anfield Road: Der FC Liverpool hat eine grundlegende Überarbeitung seiner zuvor angekündigten Ticketpreisstrategie bekannt gegeben. Der Premier-League-Meister hat seinen ursprünglichen Dreijahresplan aufgegeben, die Preise für Eintrittskarten für den allgemeinen Verkauf jedes Jahr um die Inflationsrate (maximal 3%) zu erhöhen. Diese Entscheidung erfolgt nach weit verbreiteten und organisierten Fanprotesten, die ihre Stimmen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stadions hörbar machten.
Der Auslöser für diese Änderung war eine kraftvolle Demonstration der Fan-Einheit während Liverpools jüngstem 3:1-Sieg gegen Crystal Palace an der Anfield Road. Die Anhänger verwandelten das Stadion in ein Meer aus gelben Karten, eine direkte Botschaft an die Club-Eigentümer, Fenway Sports Group (FSG). Dieser visuelle Protest war Teil einer breiteren 'Not a pound in the ground'-Kampagne, die von mehreren Liverpooler Fangruppen, darunter der prominente Spirit of Shankly (SOS)-Verband, organisiert wurde, um den Club unter Druck zu setzen, seine finanzielle Herangehensweise an die Spieltagseinnahmen zu überdenken.
Nach dem neu überarbeiteten Plan werden die Ticketpreise in der kommenden Saison dennoch um 3% steigen. Die entscheidende Änderung ist jedoch, dass die Preise dann für die Saison 2027-28 eingefroren werden. Der Club hat sich verpflichtet, mit seinem Fanbeirat weitere Gespräche über die Preisgestaltung für zukünftige Spielzeiten zu führen und damit den zunächst für Empörung sorgenden festgeschriebenen Mehrjahresvertrag aufgegeben. Diese Kehrtwende ist eine direkte Reaktion auf den organisierten Druck aus der Fangemeinde.
Die ursprüngliche Preiserhöhung sollte dem Club zusätzliche 1,2 Millionen Pfund einbringen – eine vergleichsweise bescheidene Summe angesichts der Rekordeinnahmen Liverpools von 703 Millionen Pfund für das im Mai 2025 endende Geschäftsjahr. Der Club hatte die Erhöhungen mit steigenden Betriebskosten an der Anfield Road gerechtfertigt. Das Argument der Fans drehte sich jedoch um Bezahlbarkeit und das Prinzip, die Fans nicht zusätzlich zu belasten, insbesondere nach einer Saison mit sportlichem Erfolg als Premier-League-Meister.
Spirit of Shankly begrüßte den Kurswechsel des Clubs. In einer Erklärung dankte der Fanverband dem Club fürs Zuhören und den Dialog. Sie räumten ein, dass die Enttäuschung über die Erhöhung in der nächsten Saison zwar bestehen bleibe, der Stopp für das darauffolgende Jahr jedoch ein positiver Schritt sei. SOS betonte zudem ihre Forderung an Liverpool, alternative Einnahmequellen zu erschließen, anstatt auf Ticketpreiserhöhungen zu setzen – ein Versprechen, das der Club öffentlich gegeben hat.
Über den Preisstopp hinaus kündigte Liverpool zwei weitere Maßnahmen an, die sich an jüngere Fans richten. Die Kategorie für junge Erwachsene wird auf Fans bis zum Alter von 24 Jahren ausgeweitet. Darüber hinaus wird der Club einen eigenen Bereich für junge Erwachsene in der Anfield Road-Tribüne einrichten. Diese Schritte sollen die Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit für die nächste Generation von Liverpool-Fans verbessern.
Mit Blick auf die Zukunft sind sowohl der Club als auch der Fanbeirat bestrebt, eine langfristige Lösung zu finden. Liverpool erklärte, dass es die Sicherheit der nächsten beiden Spielzeiten nutzen werde, um alternative Lösungen im Fußball zu suchen und mit dem Fanbeirat kommerzielle Ideen zu erkunden. Ziel ist es, zukünftige Ticketpreiserhöhungen zu vermeiden und die umfassenderen Fragen der Bezahlbarkeit und Zugänglichkeit anzugehen. Allerdings warnte der Club auch, dass ohne breitere Fortschritte bei diesen alternativen Lösungen möglicherweise weiterhin zukünftige inflationsbedingte Erhöhungen, beginnend mit der Saison 2028-29, erforderlich sein könnten.
Based on reporting from Football | The Guardian.