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Liverpools 60-Punkte-Saison: Was kommt als Nächstes für

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Liverpool sicherte sich mit nur 60 Punkten – dem gemeinsam niedrigsten Wert aller Zeiten – die Champions-League-Teilnahme, während Arne Slot mit Fanunruhe und

Liverpool beendete eine turbulente Premier-League-Saison mit der mathematischen Sicherung der Rückkehr in die Champions League, doch die 60-Punkte-Ausbeute – der gemeinsam niedrigste Wert aller Zeiten für eine Mannschaft, die sich über die Ligaplatzierung qualifizierte – wirkt weniger wie ein Triumph und mehr wie eine deutliche Warnung. An einem sonnigen, emotionalen Nachmittag an der Anfield überschatteten die Verabschiedungen von Mohamed Salah und Andy Robertson ein fades Unentschieden gegen Brentford, symbolisch für das Ende einer Ära und die immense Aufbauarbeit, die Arne Slot bevorsteht. Die zweite Saison des Niederländers hat tiefsitzende Probleme offengelegt: eine schwache Titelverteidigung, Fanaufstände und einen Spielstil, der Anfield seinen Schrecken genommen hat.

Als Slot im Sommer 2024 von Feyenoord kam, sprach er von einem energiegeladenen, ballbesitzorientierten Konzept, inspiriert von Pep Guardiola und Jürgen Klopp – ein Stil, den er für den einzig richtigen bei einem großen Club hielt. Seine Debütsaison war auf beeindruckende Weise erfolgreich: Liverpool marschierte zum Premier-League-Titel und verlor vor der Sicherung der Trophäe im April 2025 nur zwei Spiele. Sie erzielten durchschnittlich 2,4 Punkte pro Spiel, gewannen 21 von 23 Partien, in denen sie in Führung gingen, und kontrollierten die Spiele mit maßvollem Ballbesitz. Es war kein „Heavy-Metal“-Fußball, aber effektiv und damals weithin gelobt.

Der Einbruch 2025/26 war dramatisch. Liverpool verlor 12 Ligaspiele und 19 in allen Wettbewerben und kassierte mehr Gegentore als in jeder anderen 38-Spiele-Premier-League-Saison. Der Punkteschnitt pro Spiel fiel auf 1,6, und die Mannschaft wirkte oft ohne die Energie und Risikobereitschaft, die Slot selbst versprochen hatte. In Anfield kam es wiederholt zu Szenen, in denen Fans frühzeitig die Plätze verließen, und das Team wurde mehrfach ausgepfiffen. Kapitän Virgil van Dijk verheimlichte die Belastung nicht: „Ich habe es oft gesagt, das war das herausforderndste Jahr meiner Karriere“, sagte er Sky Sports. „Es ist schwer zu ertragen und schwer, als Team durchzustehen, aber wir sind Liverpool und wir werden gestärkt daraus hervorgehen.“

Der wohl schädlichste Moment kam, als der scheidende Star Salah öffentlich eine Änderung des Spielstils forderte. Slot versuchte, die Äußerungen herunterzuspielen, aber die Optik war verheerend. Die Unzufriedenheit der Fans brodelte die ganze Saison, und das angespannte Verhältnis zwischen Trainer und Anhängerschaft ist nun ein zentrales Thema. Slot selbst räumte das Defizit ein: „Meiner Meinung nach sollte man nicht immer an der Anzahl der gewonnenen Trophäen gemessen werden, sondern auch daran, wie man seine Mannschaft spielen lässt“, sagte er im Januar. Er hat inzwischen zugegeben, dass ihm vieles von dem, was Liverpool in dieser Saison gezeigt hat, nicht gefallen hat.

Im Grunde wollen die Fans eine Mannschaft, die um jeden Sieg kämpft, wie Slot in seinem ersten Interview andeutete. Stattdessen war der Fußball fade, mit dem zweithöchsten Ballbesitz der Liga (59,4 %), der wenig Durchschlagskraft gegen tiefstehende Abwehrreihen brachte. Die emotionale und körperliche Belastung durch Diogo Jotas tragischen Tod sowie eine Reihe von Verletzungen bieten eine gewisse Entschuldigung, aber die zugrundeliegenden Kennzahlen sind alarmierend. Slots Mannschaft schaffte es nur in die Top Fünf, weil die Verfolger ebenfalls stark strauchelten, was Liverpool zur Mannschaft mit der niedrigsten Punktzahl aller englischen Champions-League-Qualifikanten machte.

Für die Zukunft hat Slot die Erwartungen an das Sommer-Transferfenster gedämpft. „Es wird einen kleinen Übergang geben, nicht so drastisch wie in der letzten Saison“, verriet er und bezog sich dabei auf die Ausgaben von 450 Millionen Pfund, die den Kader vor einem Jahr umgestaltet hatten. Mit dem Abgang von Salah und Robertson sind die dringendsten Aufgaben, den Angriff zu beleben und die Führungsrolle auf der linken Abwehrseite zu ersetzen. Die frühe Liste des Clubs für einen Außenstürmer umfasst Yan Diomande von RB Leipzig, Bradley Barcola von PSG und sogar Jarrod Bowen vom abgestiegenen West Ham United, wobei Quellen betonen, dass es sich um vorläufige Ziele handelt.

Ebenso entscheidend ist es, die Partnerschaft von Alexander Isak und Florian Wirtz – die beiden teuersten Premier-League-Transfers aller Zeiten – zu entfesseln, die in dieser Saison aufgrund von Fitness- und Formproblemen nur magere 618 Minuten gemeinsam auf dem Platz standen. Defensiv war Liverpool alarmierend anfällig. Die Rechtsverteidigerposition war ein Drehtür mit sechs verschiedenen Startspielern, während Ibrahima Konaté mit Konstanz kämpfte und der alles überragende Virgil van Dijk, obwohl er jede Ligaminute spielte, nicht mehr auf seinem Höhepunkt ist. Die Außenverteidiger Milos Kerkez und Jeremie Frimpong müssen ihr Spiel verbessern, und da Torhüter Alisson mit Juventus in Verbindung gebracht wird, sind neue Führungsspieler nötig. Dominik Szoboszlai beginnt sich zu steigern, aber Alexis Mac Allister und Ryan Gravenberch bleiben weit hinter ihren Meisterleistungen zurück.

Slots eigene Position ist vorerst sicher. Er bekräftigte Anfang des Monats, dass er „allen Grund zu der Annahme“ habe, nächste Saison Trainer zu sein, und die Verpflichtung seines ehemaligen Assistenten Etienne Reijnen signalisiert eine Investition in seinen Trainerstab. Die Führungsetage des FC Liverpool unter FSG war traditionell geduldig mit Trainern, und der Kredit des Titels von 2025 wiegt noch immer schwer. Dennoch läuft der Vertrag des Trainers im Sommer 2027 aus, und ein schlechter Start in die neue Saison würde das Murren schnell in einen lautstarken Ruf nach Veränderung verwandeln.

Die Spieler werden nach dem WM-Finale im Juli zu einer Vorbereitungstour in die USA reisen, wobei Slot unter keinem unmittelbaren Druck des Vorstands steht, aber die Last einer unruhigen Fangemeinde trägt. Er glaubt, dass Liverpool wieder an der Spitze mitspielen kann, wenn der Club die gewünschten Verpflichtungen tätigt. Die Sicherung der Champions-League-Teilnahme mag Luft zum Atmen verschaffen, könnte sich aber ebenso als trügerisch erweisen, wenn der zugrundeliegende Niedergang nicht gestoppt wird.

Mit dem Abschied von Salah und Robertson schließt sich ein Kapitel, das nächste wird Slots Amtszeit definieren. Er muss die Energie und den Mut wiederfinden, die Liverpool zu Meistern machten, eine enttäuschte Anhängerschaft neu für sich gewinnen und Anfield wieder zu einer Festung machen. Wenn ihm das nicht gelingt, würde das bestätigen, dass diese Saison kein Ausrutscher, sondern der Beginn eines längeren Abstiegs war – ein Risiko, das über Merseyside schwebt, während der Sommer beginnt.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.