Die Überlebenshoffnungen von Tottenham Hotspur wurden in der 103. Minute beim 1:1-Unentschieden gegen Leeds United schwer getroffen, als James Maddison von Schiedsrichter Jarred Gillett und VAR ein klarer Elfmeter verweigert wurde. Der Vorfall, der die Saison der Spurs entscheiden könnte, sah Maddison nach einem Zweikampf mit Lukas Nmecha im Strafraum zu Fall kommen, nur dass das Spiel mit der Vergabe eines Eckballs fortgesetzt wurde.
Maddison protestierte sofort und bestand darauf, dass die entscheidende Berührung des Balls von seinem eigenen rechten Fuß kam, nicht vom Leeds-Stürmer. Wiederholungen zeigten minimalen Kontakt von Nmecha, dennoch dauerte die VAR-Überprüfung nur 49 Sekunden, bevor die Entscheidung auf dem Platz bestätigt wurde. Die Kürze der Überprüfung hat die heftige Debatte über den Einfluss des VAR auf die Schiedsrichter neu entfacht.
Nach dem Spiel schrieb Maddison auf Instagram: 'Die winzige Berührung des Balls, um die Richtung zu ändern, kam von der Außenseite meines rechten Fußes, nicht von Nmecha, und das habe ich dem Schiri gesagt. Aber die Überprüfung war in etwa 20 Sekunden vorbei. Schiedsrichter haben jetzt Angst, Entscheidungen auf dem Platz zu treffen, wegen des VAR.' Seine Worte fangen die wachsende Frustration unter Spielern und Trainern über die Auswirkungen des Systems ein.
Wäre der Elfmeter gegeben worden, hätte Tottenham die Chance gehabt, sich vier Punkte vom 18. platzierten West Ham United abzusetzen, bei nur zwei verbleibenden Spielen. Stattdessen liegen sie nur einen Punkt über der Abstiegszone und ihr Premier-League-Status steht auf der Kippe. Das Unentschieden beschert Roberto De Zerbiis Team ein nervenaufreibendes Finale gegen Bournemouth und Manchester City.
Die Kontroverse im Elland Road ereignete sich kaum 24 Stunden nach einem weiteren hochkarätigen VAR-Vorfall, bei dem West Ham ein 95. Minuten-Ausgleich gegen Arsenal wegen eines Fouls an David Raya aberkannt wurde. Diese Überprüfung dauerte über vier Minuten, ein scharfer Kontrast zur schnellen Ablehnung von Maddisons Einspruch. Die Inkonsistenz der Entscheidungszeiten hat das Feuer weiter angefacht.
De Zerbi verbarg seinen Unmut nicht und erklärte, dass Schiedsrichter Gillett während des Spiels 'nicht ruhig' war. Seine Verärgerung wurde noch dadurch verstärkt, dass Leeds zuvor einen Elfmeter für einen wilden Fallrückzieher von Mathys Tel an Cristian Romero zugesprochen bekommen hatte. Der Italiener glaubt, dass der Druck des Spiels die Schiedsrichter beeinflusst hat und ihr Urteilsvermögen in kritischen Momenten beeinträchtigte.
Der ehemalige Tottenham-Mittelfeldspieler Jamie O'Hara sagte im Sky Sports Fan Club unmissverständlich: 'Es ist ein Elfmeter. Tut mir leid, mir ist egal, was jemand sagt. Der Ball bewegt sich nicht. Er hat sich nicht getraut, der Schiri.' O'Hara wies auf das Fehlen einer signifikanten Ballbewegung als Beweis hin und fügte hinzu, dass die Eile der Überprüfung auf eine mangelnde Bereitschaft hindeute, die ursprüngliche Entscheidung aufzuheben.
Bisherige Präzedenzfälle verkomplizieren die Angelegenheit weiter. Im Januar 2025 wurde Arsenal's William Saliba für ein Foul an Brighton's João Pedro bestraft, obwohl er den Ball klar zuerst köpfte. Das Durchschwingen wurde als illegal angesehen, sehr zum Leidwesen von Arsenal. Solche Fälle zeigen mangelnde Konsistenz in der Interpretation von Kontakt mit dem Ball gegenüber dem Spieler durch den VAR.
Für Tottenham ist die psychologische Belastung enorm. Nachdem sie sich von Mathys Tels Führungstreffer zurückgekämpft und durch einen Kopfball von Dominic Solanke ausgeglichen hatten, sahen sie wie der wahrscheinlichere Sieger aus. Der verweigerte Elfmeter kostete sie nicht nur zwei Punkte, sondern könnte sich in der Endabrechnung als entscheidend erweisen. Die defensive Anfälligkeit des Vereins und die Unfähigkeit, Spiele zu Ende zu bringen, wurden durch die Unsicherheit der Schiedsrichter noch verstärkt.
Während die Saison ihrem Höhepunkt zusteuert, zeigt die Debatte über die Rolle des VAR keine Anzeichen einer Abschwächung. Während die Technologie eingeführt wurde, um klare Fehler zu korrigieren, sind viele nun der Meinung, dass sie die Schiedsrichter auf dem Platz zögerlich und abhängig gemacht hat. Tottenham muss sich schnell neu formieren, aber der Stich dieser Entscheidung wird in einem Abstiegskampf, in dem jeder Punkt kostbar ist, nachwirken.
Basierend auf Berichten von Sky Sports.