Xxgwise
PremiumAnmelden
Nachrichten

Mailänder Staatsanwaltschaft untersucht

Serie AInter MailandBolognaUdineseParmaModenaLazioStandard LüttichKongo DRAnderlecht

Die Mailänder Staatsanwälte weiten die Ermittlungen zum italienischen Schiedsrichterwesen aus und befragen Vereinsfunktionäre und Ligamanager zu angeblichen

Die Untersuchung der internen Abläufe des italienischen Fußball-Schiedsrichtersystems ist in eine kritische neue Phase eingetreten. Der Mailänder Staatsanwalt Maurizio Ascione geht nun über die Befragung von Schiedsrichtern hinaus und konzentriert sich auf die Beziehungen zwischen dem Ansetzer und den von ihm bedienten Vereinen. Diese Verschiebung zielt darauf ab, ein System zu entschlüsseln, das viele als undurchsichtig bezeichnen, und zu prüfen, ob die Auswahl der Schiedsrichter durch äußeren Druck unangemessen beeinflusst wurde.

Die Ermittlungen, die vor über einem Jahr begannen, konzentrierten sich zunächst auf fünf Personen aus der Schiedsrichterwelt, die alle wegen Sportbetrugs untersucht werden, jedoch nicht als Mittäter. Die prominenteste Figur ist Gianluca Rocchi, der selbst suspendierte Ansetzer von Schiedsrichtern. Die Vorwürfe gegen ihn umfassen einen Vorfall, bei dem er angeblich während eines Spiels Udinese-Parma in der letzten Saison an das Fenster des VAR-Raums geklopft haben soll, sowie Behauptungen, er habe Inter Mailand in zwei spezifischen Spielen günstige Ansetzungen verschafft: einem Ligaspiel gegen Bologna und einem Coppa-Italia-Duell gegen Mailand.

Auch sein Stellvertreter Andrea Gervasoni steht im Fokus, allerdings aufgrund eines anderen Spiels: Salernitana-Modena aus der vorherigen Serie-B-Saison. Während Gervasoni kürzlich zur Befragung erschien und Erklärungen zu seinem Zeitplan abgab, nahm Rocchi bemerkenswerterweise nicht an seiner geplanten Vernehmung teil. Dies hat die Dynamik der Staatsanwaltschaft nicht verlangsamt.

Die zweite Phase der Ermittlungen begann mit der Befragung von zwei Schlüsselfiguren, die an der Schnittstelle zwischen Schiedsrichtern und Vereinen agieren. Riccardo Pinzani, ehemaliger Schiedsrichter und zuvor Verbindungsmann des italienischen Fußballverbands (FIGC) zwischen der Schiedsrichtervereinigung (AIA) und den Serie-A/B-Vereinen, wurde drei Stunden lang befragt. Er ist jetzt der Vereins-Schiedsrichter-Manager von Lazio. Sein regelmäßiger Kontakt zu Rocchi war zu erwarten, aber die Staatsanwälte suchten Details über die Art und Häufigkeit dieser Kommunikation.

Ebenso wurde Andrea Butti, der Wettbewerbsleiter der Serie A – der für die Spielplanung zuständige Offizielle – als sachkundige Person befragt. Seine Rolle erfordert ständige Kommunikation mit dem Ansetzer, was seine Perspektive für das Verständnis des verfahrenstechnischen Rahmens, in dem diese angeblichen Unregelmäßigkeiten auftraten, entscheidend macht.

Die Ermittlungen sollen in den kommenden Tagen weiter ausgeweitet werden. Die Staatsanwälte planen, andere Vertreter der Serie A und, entscheidend, weitere Vereins-Schiedsrichter-Manager zu befragen. Darunter ist Giorgio Schenone, der Schiedsrichter-Manager von Inter Mailand. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bezog sich Rocchi in dem als „Mutter“-Abhöraktion des Falls bezeichneten Vorgang auf Schenone – der einzigen bisher bekannten, da ein Richter später weitere Abhörmaßnahmen blockierte. Diese Abhöraktion vom 2. April 2025 soll Rocchi dabei aufgezeichnet haben, wie er sich bei Gervasoni über die Unzufriedenheit eines Vereins mit einer bestimmten Schiedsrichteransetzung beschwerte.

Die Tatsache, dass Schenone, ein ehemaliger Assistenten-Schiedsrichter, der gemeinsam mit Rocchi tätig war, in Kontakt steht, ist nicht überraschend. Der Kern der Ermittlungen liegt jedoch darin, den Inhalt und die Absicht dieser Gespräche zu bestimmen. Die Staatsanwälte arbeiten daran, festzustellen, ob die Entscheidungen des Ansetzers systematisch den Vorlieben eines oder mehrerer Vereine entsprachen – ein Szenario, das einen schwerwiegenden Verstoß gegen die sportliche Integrität darstellen würde. Derzeit sind dies Hypothesen ohne endgültige Beweise, und das Ziel der Staatsanwaltschaft ist es, durch die bevorstehenden Anhörungen Klarheit zu schaffen.

Während sich dieses gerichtliche Verfahren abspielt, steht der Italienische Schiedsrichterverband (AIA) vor einer eigenen institutionellen Krise. Für den 13. Mai ist eine Sitzung des Bundesrates anberaumt, um die Disqualifikation des AIA-Präsidenten Antonio Zappi formell zu bestätigen, nachdem ein 13-monatiges Verbot durch drei Instanzen der Sportjustiz bestätigt wurde. Dies löst einen obligatorischen Wahlprozess aus, der innerhalb von 135 Tagen abgeschlossen sein muss.

Die derzeitige Führung scheint geneigt, die gesamte vorgesehene Zeit zu nutzen, was die Ernennung neuer Offizieller über Juli hinaus in eine Zeit der Unsicherheit verschieben würde. Dies hat Erwartungen genährt, dass der FIGC einen Kommissar zur Überwachung der AIA ernennen wird. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten erweist sich jedoch als schwierig. Nicola Rizzoli, einst als Spitzenkandidat gehandelt, ist derzeit bei der CONCACAF tätig und zögert möglicherweise, eine so politisch aufgeladene Rolle zu übernehmen. Die Suche nach einem glaubwürdigen Administrator geht weiter, wobei eine föderale Lösung nicht ausgeschlossen wird.

Basierend auf einem Bericht von Tuttosport.com - Calcio.