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Marquinhos setzt WM-Denkweise: 'Jedes Spiel wie das letzte'

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Brasiliens Kapitän Marquinhos, frisch vom Champions-League-Sieg mit PSG, behandelt jedes Spiel als sein letztes vor dem WM-2026-Auftakt gegen Marokko am 13

Während Brasilien die Vorbereitungen für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 intensiviert, hat Kapitän Marquinhos einen nüchternen Ton angeschlagen: Behandle jedes Spiel, als wäre es das letzte. Auf der ersten Pressekonferenz der Mannschaft in den Vereinigten Staaten betonte der 32-jährige Verteidiger seinen unermüdlichen Antrieb, der Seleção den sechsten Weltmeistertitel zu sichern. „Ich lebe jeden Moment mehr und mehr, als wäre es meine letzte WM, meine letzte Chance, weitere Trophäen zu gewinnen“, sagte er und spiegelte eine Denkweise wider, die von vergangenen Enttäuschungen und jüngsten Triumphen geprägt ist.

Marquinhos kommt von einer herausragenden Vereinssaison, in der er mit Paris Saint-Germain zum zweiten Mal in Folge die UEFA Champions League gewann. Der Brasilianer, der auch Kapitän des Pariser Klubs ist, kennt Erfolg. Doch nun verlagert sich der Fokus vollständig auf die Mission der Nationalmannschaft, die am 13. Juni gegen Marokko ernsthaft beginnt. Der Druck ist immens, aber Marquinhos‘ Rahmenwerk könnte der emotionale Anker sein, den dieser Kader braucht.

Die Pressekonferenz griff auch einen zutiefst menschlichen Moment aus dem Champions-League-Finale auf: Marquinhos tröstete Arsenals Verteidiger Gabriel Magalhães, seinen zentralen Abwehrpartner bei Brasilien, nachdem Gabriel im Elfmeterschießen einen Elfmeter verschossen hatte. Das Bild des PSG-Kapitäns, der seinen Landsmann umarmte, ging viral und symbolisierte Sportsgeist. Für Marquinhos war es instinktiv. „Ich sagte ihm, er solle den Kopf heben, weil wir ihn schnell brauchen werden – er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns“, verriet er.

Diese Geste hatte tiefe persönliche Bedeutung, denn Marquinhos selbst scheiterte im Viertelfinale der WM 2022 gegen Kroatien vom Elfmeterpunkt. Brasilien schied im Elfmeterschießen aus, und er erinnerte sich, wie isoliert er sich danach fühlte. „Es war wirklich schwer für mich, und ich hätte mir in diesem Moment eine Umarmung gewünscht“, gab er zu. Dieses Einfühlungsvermögen trieb seine Reaktion auf Gabriel und verwandelte eine schmerzhafte Erinnerung in eine Lektion in Führung.

Die Parallele zwischen Vereins- und Nationalmannschaftsdynamik unterstreicht Marquinhos‘ Entwicklung als Kapitän. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, innerhalb der Seleção eine Bruderschaft zu fördern, damit kein Spieler allein mit Misserfolgen fertig wird. Dieser Ansatz könnte in einem Turnier, in dem die Margen hauchdünn sind und mentale Widerstandsfähigkeit oft über Titel entscheidet, entscheidend sein. Brasiliens letzter WM-Sieg liegt 24 Jahre zurück, und die Last der Erwartungen ist mit jedem weiteren Beinahe-Erfolg nur schwerer geworden.

Vor dem Spiel gegen Marokko wird Brasilien am Samstag in Cleveland ein Freundschaftsspiel gegen Ägypten bestreiten. Dieses Spiel bietet ein letztes Testfeld für taktische Anpassungen und die Integration neuer Gesichter in den Kader. Ägypten hat zwar nicht die Star-Power von Brasiliens WM-Rivalen, aber das Spiel bietet eine Gelegenheit, Zusammenhalt zu schaffen und für Marquinhos, seine Führungsrolle auf dem Platz zu festigen.

Der Auftakt gegen Marokko hat enorme Bedeutung. Die nordafrikanische Mannschaft hat sich zu einer beeindruckenden Kraft entwickelt und erreichte das Halbfinale der WM 2022. Ein starker Start ist für eine brasilianische Mannschaft, die entschlossen ist, frühe Stolperer zu vermeiden, nicht verhandelbar. Marquinhos‘ „letztes Spiel“-Philosophie deutet darauf hin, dass er vom Anpfiff an alles auf dem Platz lassen wird, um das Tempo für die gesamte Gruppenphase zu bestimmen.

Historisch gesehen geht Brasilien als Favorit in jede WM, aber die Last, das Team zu sein, das es zu schlagen gilt, kann erdrückend sein. Marquinhos, der sich nun in seinem dritten WM-Zyklus befindet, versteht, dass Erfahrung allein nicht ausreicht. Indem er öffentlich eine Alles-oder-Nichts-Mentalität annimmt, hofft er, seine Teamkollegen zu motivieren – von denen viele nicht Teil der Enttäuschung von 2022 waren – und den kollektiven Schmerz in ein unerbittliches Streben nach Ruhm zu kanalisieren.

Neben dem Platz gilt Marquinhos seit langem als „Gentleman“ des Spiels, ein Ruf, der durch seine Bescheidenheit und Fairness gestärkt wird. Dieser Charakter, kombiniert mit seiner stählernen neuen Einstellung, macht ihn zu einem überzeugenden Führungsspieler. In einem Kader, der vor jugendlichem Talent wie Vinícius Jr. und Rodrygo strotzt, wird die Führung des Kapitäns entscheidend sein, um im globalen Rampenlicht Balance und Fokus zu wahren.

Der Weg vor uns ist entmutigend, aber Marquinhos‘ Worte deuten auf einen Mann hin, der mit den Einsätzen im Reinen ist. Indem er jedes Spiel so lebt, als könnte es sein letztes sein, bereitet er sich nicht nur auf ein Turnier vor – er umarmt ein Erbe. Ob Brasilien seine 24-jährige Durststrecke beenden kann, hängt von vielen Faktoren ab, aber einen Kapitän zu haben, der jede Herausforderung als letztes Kapitel behandelt, ist ein beeindruckender Ausgangspunkt. Basierend auf einem Bericht von L'Équipe.