Das letzte Wochenende der Vereinssaison bot erneut eine beeindruckende Vielfalt französischer Talente in Europa und darüber hinaus. Von Kylian Mbappé, der sein Vermächtnis als treffsicherster Schütze der La Liga festigte, bis hin zu Thomas Didillon-Hödl, der sich in die Geschichtsbücher der Eredivisie schrieb – die Diaspora französischer Fußballer hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck. Diese definitive Elf vereint die besten Leistungen und vereint Aufstiegsdrama, internationale Qualifikation und individuelle Brillanz.
Thomas Didillon-Hödl war der unwahrscheinlichste Held, als Willem II eine dramatische Rückkehr in die niederländische Topliga sicherte. Nach einem 3:3-Gesamtergebnis gegen Volendam ging das Playoff-Finale ins Elfmeterschießen. Der Torhüter parierte zunächst den zweiten Schützen des Gegners mit einer spektakulären Rettungstat und trat dann selbst an, um den entscheidenden Elfmeter zum 5:4-Sieg zu verwandeln. Mit zusammengebissenen Zähnen, Kaugummi kauend und einem perfekt platzierten Flachschuss reflektierte er später den surrealen Moment: „Ich bin Torwart. Es ist ganz einfach, ich habe gestern im Training geschossen, getroffen und mich gut gefühlt. Ich dachte an meine Tochter, die erst vor einer Woche geboren wurde.“ Diese Nervenstärke unter Druck sicherte Willem II nach zwei Jahren Abstinenz die Rückkehr in die Eredivisie – ein märchenhaftes Ende für einen Verein, der lange in der zweiten Liga verbracht hatte.
Bei Sunderland spielten die französischen Verteidiger Nordi Mukiele und Enzo Le Fée eine entscheidende Rolle beim denkwürdigen 2:1-Sieg gegen Chelsea, der den Black Cats den Platz in der Europa League der nächsten Saison sicherte. Mukiele, nach enttäuschenden Leihen bei PSG und Bayer Leverkusen zum Innenverteidiger umfunktioniert, war ein Fels in der Abwehr. Er verbuchte acht Balleroberungen, fünf Klärungen und vier Abfangaktionen, während er auch nach vorne stürmte und drei Torschüsse versuchte. Le Fée wurde zum Mann des Spiels gewählt und krönte eine Saison mit 36 Einsätzen, fünf Toren und sechs Vorlagen. Seine präzise Flanke verursachte das Chaos, das zum Eigentor von Malo Gusto für den Siegtreffer führte. Die Konstanz des Duos war das Fundament von Régis Le Bris’ Erfolg und brachte die Kritiker zum Schweigen, die ihre Wechsel von großen Klubs in Frage gestellt hatten.
In Spanien lieferte Lucas Perrin für Sporting Gijon beim 3:1-Sieg gegen Almeria eine beeindruckende Vorstellung ab. Der 27-jährige Ex-Marseille-Spieler gewann 70% seiner Zweikämpfe und führte elf Klärungen aus, was half, einen Gegner zu destabilisieren, der bereits nach einer zweiten Niederlage in Folge vor den Aufstiegsplayoffs wankte. Obwohl Gijon auf Platz 13 steht und nicht um den Aufstieg spielt, ist Perrins Form im Saisonende eine rechtzeitige Erinnerung an seine Klasse, während das Transferfenster naht.
Zypern mag kein traditionelles Ziel sein, aber Axel Guessand beginnt, sich einen Namen zu machen. Der 21-jährige Innenverteidiger, jüngerer Bruder des ivorischen Nationalspielers Evann Guessand, beeindruckte beim 2:0-Sieg gegen APOEL Nikosia. Nachdem er die meiste Saison am Rande gestanden hatte, stand Guessand in den letzten drei Spielen zweimal in der Startelf und zeigte eine Ruhe und Spielübersicht, die auf eine stetige Entwicklung hindeuten.
In der italienischen Serie A kam Andy Diouf von der Bank und inspirierte ein packendes 3:3-Comeback für Cristian Chivus Inter Mailand gegen Bologna. Diouf, ursprünglich zentraler Mittelfeldspieler, wurde auf den rechten Flügel umfunktioniert und sorgte für Chaos. Zuerst endete ein dribbelstarker Lauf mit einem Schuss an den Pfosten, sodass Pio Esposito zum Abstauber kam. Dann, tief in der Nachspielzeit, erlief er einen Steilpass und donnerte einen unhaltbaren Schuss unter die Latte zum Ausgleich. Der ehemalige Lens-Spieler ist nun eine vollwertige Waffe im Angriffsarsenal der Nerazzurri.
Comos Märchensaison setzte sich mit einem 4:1-Kantersieg gegen Cremonese fort, der einen historischen Champions-League-Platz sicherte, und Kapitän Lucas Da Cunha stand im Mittelpunkt. Der französische Spielmacher verwandelte einen Elfmeter zum 3:1, bevor er einen herrlichen Schuss aus der Box in die Ecke drehte, assistiert von Maxence Caqueret. Dieser Doppelpack brachte ihn auf 11 Saisontore – eine bemerkenswerte Ausbeute für einen Mittelfeldspieler, während der Lombardei-Klub aus der Mittelmäßigkeit der unteren Tabellenhälfte zur europäischen Elite aufstieg.
In Aserbaidschan baut sich Aaron Malouda leise einen Ruf auf, der ihm bald eine Rückkehr in den Westen ermöglichen könnte. Der 20-jährige Sohn von Florent Malouda erzielte sein neuntes Tor in 24 Liga-Spielen für Sabah FK beim 2:1-Sieg gegen Turan Tovuz. Als Linksaußen hauptsächlich unterwegs, haben sein Tempo und seine Direktheit das Interesse von Celtic und Sampdoria geweckt, wie L'Equipe berichtet. Ein Sommertransfer in eine prominentere europäische Liga scheint nun unvermeidlich.
In der Major League Soccer meldete sich Kenji Mboma mit einem beeindruckenden Doppelpack zurück, als FC Cincinnati Orlando City mit 6:2 deklassierte. Der junge Stürmer, letzte Saison hauptsächlich Reservist, köpfte eine Ecke zum Ausgleich und jagte dann einen flachen Schuss aus der Drehung zum zweiten Tor. Mit fünf Toren in den letzten sechs Spielen entwickelt sich Mboma zu einer wichtigen Offensivoption vor dem großen Namen, der bei Orlando erwartet wird: Antoine Griezmann.
Ryan Merlens neue offensive Rolle bei Saint-Trond trägt weiterhin Früchte. Der ehemalige Lens-Akademie-Absolvent erzielte beim 3:0-Sieg gegen Mechelen sein drittes Tor in sieben Spielen, seit er höher auf dem Feld eingesetzt wird. In der regulären Saison der belgischen Pro League hatte er kein Tor erzielt, aber nun blüht er als offensiver Mittelfeldspieler auf.
An der Spitze des Spiels erinnerte Kylian Mbappé alle daran, warum er der Goldstandard bleibt. Trotz Pfiffen von Teilen des Santiago-Bernabéu-Publikums hämmerte der Real-Madrid-Superstar beim 4:2-Sieg gegen Athletic Bilbao sein 25. Liga-Tor der Saison. Der Schuss, ein knackiger Flachschuss aus der Box, sicherte ihm zum zweiten Mal in Folge die Pichichi-Trophäe als bester Torschütze der Liga. Während eine turbulente Saison abseits des Platzes Kritik und Prüfungen mit sich brachte, war Mbappés Antwort auf dem Platz deutlich. Er reist nun mit neu gewonnenem Selbstvertrauen ins WM-Turnier Frankreichs (11. Juni bis 19. Juli).
Diese Einzelgeschichten, von der zweiten niederländischen Liga bis zum Bernabéu, unterstreichen die Breite und Tiefe des französischen Fußballtalents. Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.