Drei Jahre nach seinem dramatischen Abschied von Manchester City führt Benjamin Mendy ein Leben, das weit entfernt vom Glanz der Premier League ist. Der französische Verteidiger, einst eine Schlüsselfigur in Pep Guardiolas Kader, spielt jetzt für Pogon Szczecin in der polnischen Ekstraklasa, einer Welt entfernt vom monatlichen Gehalt von 580.000 €, das er im Etihad bezog. Heute beträgt sein Gehalt bescheidene 11.500 € pro Monat, was die drastische Veränderung sowohl seines Lebensstils als auch seiner Karriere widerspiegelt.
Mendys Fall begann im Jahr 2021, als er verhaftet und wegen mehrfacher sexueller Übergriffe angeklagt wurde, darunter sieben Vergewaltigungsvorwürfe im Zusammenhang mit Vorfällen in seinem Anwesen in Cheshire. Der Fall zog sich fast zwei Jahre hin, störte seine Spielerkarriere und schädigte sein öffentliches Image. Obwohl er 2023 letztendlich von allen Anklagen freigesprochen wurde, war der Schaden angerichtet: City entließ ihn, und Top-Vereine waren nicht bereit, ein Risiko mit dem beschädigten Star einzugehen. Der Freispruch brachte rechtliche Absolution, aber sein Ruf blieb ruiniert.
Der finanzielle Absturz ist atemberaubend. Bei Manchester City verdiente Mendy monatlich etwa 580.000 € – eine Summe, die ihm eine luxuriöse Villa, Luxusautos und einen Promi-Lebensstil ermöglichte. In Szczecin beträgt sein Gehalt nur einen Bruchteil davon, was sowohl seinen gesunkenen Marktwert als auch die niedrigere wirtschaftliche Skala des polnischen Fußballs widerspiegelt. Berichten zufolge wurde Mendy dabei gesehen, wie er in örtlichen Supermärkten einen Einkaufswagen schob, ein bescheidenes Bild, das unterstreicht, wie drastisch sich seine Umstände geändert haben. Es ist weit entfernt von den Champagnerpartys, die einst seine Zeit in England prägten.
Nach seinem Abgang von City hatte Mendy Schwierigkeiten, Stabilität zu finden. Ein kurzer Aufenthalt beim französischen Verein Lorient in der Ligue 1 konnte seine Karriere nicht wiederbeleben, da seine Fitness und Form weit unter dem Elite-Niveau lagen. Ein anschließender Wechsel zum FC Zürich in der Schweiz verlief ebenfalls schnell im Sande, mit begrenzter Spielzeit und ohne nachhaltige Wirkung. Das Muster kurzfristiger Gelegenheiten deutete darauf hin, dass die Vereine ihn als Rehabilitationsprojekt und nicht als zuverlässigen Spieler betrachteten. Als Pogon Szczecin anklopfte, fühlte es sich für den 31-Jährigen wie die letzte Chance an.
Die polnische Ekstraklasa ist ein unwahrscheinliches Ziel für einen ehemaligen Weltmeister und Premier-League-Champion, aber Mendy sah darin wahrscheinlich eine Plattform für einen Neustart. Leider wurde seine Zeit in Pommern von genau den Problemen geplagt, die schon seine vorherigen Comebacks zunichtemachten. Anhaltende Verletzungen und mangelnde Spieltauglichkeit haben seine Einsätze stark eingeschränkt. Berichten zufolge haben mehrere körperliche Rückschläge ihn für längere Zeit außer Gefecht gesetzt und ihn daran gehindert, auf dem Platz einen Rhythmus oder eine Konstanz zu entwickeln. Der Verein scheint noch nicht die beste Version eines Spielers gesehen zu haben, der einst die linke Seite für Monaco und Manchester City dominierte.
Interessanterweise scheint Pogon Szczecin Mendy mehr für seinen Markenwert als für seine tatsächlichen fußballerischen Beiträge zu schätzen. Dem polnischen Klub wird vorgeworfen, seinen Namen als Marketinginstrument zu nutzen, um Ticketverkäufe und globale Sichtbarkeit zu steigern, anstatt auf seine Leistungen auf dem Platz zu vertrauen. Diese Dynamik wirft die Frage auf, ob seine Verpflichtung eine echte sportliche Entscheidung oder ein kommerzielles Manöver war. Für einen Spieler, der verzweifelt versucht, seine fußballerischen Referenzen wiederzubeleben, zum bloßen Plakat reduziert zu werden, ist ein bitteres Paradoxon.
Aus einer breiteren Perspektive ist Mendys Geschichte eine warnende Erzählung darüber, wie schnell sich das Glück im Profisport wenden kann. Einst als einer der besten offensiven Außenverteidiger der Welt gefeiert, kämpft er jetzt um Relevanz in einer Liga, die selten internationale Aufmerksamkeit erregt. Dennoch enthält sein Fall auch Elemente der Erlösung – ein Mann, der versucht, sein Leben wieder aufzubauen, nachdem er von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen wurde, auch wenn sein Ruf dauerhaft beschädigt sein mag. Ob er auch nur einen Schatten seiner früheren Form wiedererlangen kann, bleibt abzuwarten, aber die Chancen stehen schlecht in einem Umfeld, das wenig Spielraum für Fehler bietet.
Die Auswirkungen gehen über Mendy selbst hinaus. Für die Ekstraklasa ist seine Anwesenheit eine flüchtige Neuheit, aber sie unterstreicht auch die Rolle der Liga als Anlaufstelle für gefallene Stars, die einen sanften Neustart suchen. Für Pogon Szczecin könnte sich das Glücksspiel kurzfristig durch Publicity auszahlen, aber es riskiert, die sportlichen Ziele des Teams zu überschatten, wenn Mendy weiterhin mit der Fitness kämpft. Im Laufe der Saison werden alle Augen darauf gerichtet sein, ob der Franzose seine körperlichen Hürden überwinden und einen sinnvollen Beitrag leisten kann, oder ob sein polnisches Kapitel zu einer weiteren Fußnote in einer Karriere wird, die von unerfülltem Potenzial geprägt ist. Basierend auf einem Bericht von Marca.