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Milik spricht über Saison mit nur zwei Einsätzen: 'Ich habe

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Arkadiusz Milik schildert seine psychische Krise bei Juventus, bei der er während eines Verletzungsalbtraums, der ihn in zwei Jahren auf nur zwei Spiele

Arkadiusz Milik hat die emotionale Qual hinter seiner von Verletzungen geplagten Zeit bei Juventus offengelegt und enthüllt, dass er Trainingseinheiten unterbrochen hat, um auf der Toilette zu weinen. Der polnische Stürmer, der in dieser Saison nur zwei Einsätze hatte, sprach ausführlich mit dem polnischen Sender Kanal Sportowy über eine zweijährige Tortur, die ihn physisch und psychisch ausgelaugt hat.

Miliks Reise bei Juventus begann vielversprechend. Nachdem er 2022 auf Leihbasis beigetreten war, erzielte er in seinen ersten beiden Spielzeiten in 75 Spielen 17 Tore und wurde zu einer zuverlässigen Offensivoption. Eine schwere Verletzung, die er sich während der Vorbereitung Polens auf die EM 2024 zuzog, brachte jedoch alles zum Scheitern. Der 32-Jährige sollte die gesamte Saison 2024-25 verpassen, eine Saison völliger Untätigkeit, die ihn in eine Abwärtsspirale stürzte.

Der Stürmer beschrieb, wie er Anfang 2025 auf dem Tiefpunkt angelangt war. „Ich wollte alles hinschmeißen“, sagte er. „Ich war an meinem Tiefpunkt. Ich bin ins Fitnessstudio zum Training gegangen, aber ich musste die Einheit unterbrechen und auf die Toilette gehen, um es rauszulassen und zu weinen.“ Diese schonungslose Ehrlichkeit ist im Spitzenfußball selten und unterstreicht die enorme psychische Belastung, die mit langfristigen körperlichen Verletzungen einhergeht.

Seit diesem verheerenden Rückschlag war Milik kaum noch im Einsatz. In dieser Saison beläuft sich seine Spielzeit auf lediglich 34 Minuten in zwei Spielen – ein krasser Gegensatz zu seiner früheren Leistung. Die wiederholten Rückschläge haben ihn in einem Kreislauf aus Rehabilitation und Rückfall gefangen, der nicht nur seine Spieltauglichkeit, sondern auch sein Selbstvertrauen und seine Motivation untergräbt.

Für Juventus stellt die Situation ein komplexes Dilemma dar. Da Milik noch unter Vertrag steht, ist der Club mit einem hochbezahlten Aktivposten belastet, der kaum einen on-field Wert liefert. Die Situation wird durch eine breitere finanzielle Realität verschärft: Direktor Comolli erklärte kürzlich, dass der Club nun einen Spieler mehr verkaufen müsse als ursprünglich geplant. Obwohl nicht explizit mit Milik verbunden, macht ihn die missliche Lage des polnischen Stürmers zu einem Hauptkandidaten für einen Sommerabgang, falls sich ein Käufer findet.

Einen verletzungsanfälligen 32-Jährigen abzugeben, ist jedoch alles andere als einfach. Potenzielle Interessenten werden aufgrund des medizinischen Risikos zögern, und Juventus muss möglicherweise einen Schnäppchenpreis akzeptieren oder sogar Gehälter subventionieren, um einen Transfer zu ermöglichen. Die Erklärung von Comolli signalisiert eine Sparrunde im Allianz Stadion, wo aufgeblähte Gehälter für nicht beitragende Spieler nicht mehr tragbar sind.

Jenseits der Bilanzen sind die menschlichen Kosten ebenso bedeutend. Miliks beichtartiges Interview wirft ein Licht auf ein Thema, das im Sport immer noch stigmatisiert ist: psychische Gesundheit. Seine Bereitschaft, offen über das Weinen im Training zu sprechen, stellt die stoische Fassade in Frage, die von Sportlern oft erwartet wird. Es erinnert daran, dass das körperliche Spiel nur die halbe Geschichte ist.

Der breitere Kontext des unerbittlichen Spielplans im Fußball verleiht Miliks Geschichte Gewicht. Von Spielern wird erwartet, dass sie schneller als je zuvor von Verletzungen zurückkommen, oft ohne ausreichende psychologische Unterstützung. In Miliks Fall scheint die Isolation eines Jahres ohne Pflichtspiele ein Schlüsselfaktor für seine Notlage gewesen zu sein.

Blick in die Zukunft: Die unmittelbare Priorität des Stürmers ist es schlicht, fit zu bleiben und eine gewisse Form wiederzuerlangen. Ein Spieler, der einst für Neapel und Marseille torgefährlich war, besitzt immer noch Abschlussinstinkte, aber die Zeit läuft gegen ihn. Ob er sich wieder in die Pläne von Juventus zurückdrängen kann – oder anderswo einen Neuanfang findet – bleibt höchst ungewiss.

Seine Situation dient auch als warnendes Beispiel für Vereine, die alternde Kader managen. Juves finanzieller Bedarf, einen zusätzlichen Spieler abzugeben, wie von Comolli hervorgehoben, unterstreicht eine Marktkorrektur, die in den kommenden Fenstern viele europäische Topclubs betreffen wird. Langzeitverträge für Spieler jenseits der 30, insbesondere mit Verletzungshistorie, werden zunehmend als Verbindlichkeiten angesehen.

Letztlich geht Miliks Tortur über die gewöhnliche Verletzungserzählung hinaus. Sie legt die psychische Verletzlichkeit offen, die mit den körperlichen Anforderungen des Profisports einhergehen kann, und fordert die Vereine heraus, eine bessere ganzheitliche Betreuung anzubieten. Seine Tränen auf der Toilette des Trainingsgeländes sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine deutliche Veranschaulichung des Drucks, dem moderne Fußballer ausgesetzt sind.

Basierend auf einem Bericht von L'Equipe.