Japans WM-Hoffnungen haben einen schweren Dämpfer erhalten, nachdem bekannt wurde, dass Kaoru Mitoma nicht im 26-köpfigen Kader für das diesjährige Turnier in den USA, Kanada und Mexiko steht. Der Flügelspieler von Brighton zog sich beim 3:0-Sieg der Seagulls gegen Wolverhampton am vergangenen Wochenende eine Oberschenkelverletzung zu, die ihn nicht nur für die letzten beiden Premier-League-Spiele des Klubs, sondern auch für das globale Großereignis ausfallen lässt.
Die Verletzung ereignete sich in einem Spiel, in dem Mitoma vor seiner Auswechslung eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Das medizinische Team von Brighton hat noch keinen festen Zeitplan für seine Rückkehr gegeben, wobei Trainer Fabian Hürzeler am Donnerstag einräumte, dass der Klub „wirklich geduldig sein muss“ und „wir keinen klaren Zeitplan nennen können“. Die Ungewissheit über die Genesung des 28-Jährigen führte letztlich zu seinem Ausschluss aus den Plänen von Hajime Moriyasu.
Moriyasu gab am Freitag seinen Kader bekannt und bestätigte die Aufnahme mehrerer in Europa aktiver Stars. Liverpools Wataru Endo, Crystal Palace‘ Daichi Kamada, Leeds Uniteds Ao Tanaka und Celtic‘ Daizen Maeda schafften den Sprung, ebenso wie Takefusa Kubo von Real Sociedad und Ritsu Doan von Eintracht Frankfurt. Doch das Fehlen von Mitoma, der in 31 Länderspielen neun Tore erzielte, wirft einen Schatten auf die Auswahl.
Japan wurde in die Gruppe F gelost und beginnt seine Kampagne am 14. Juni gegen die Niederlande, gefolgt von Spielen gegen Tunesien am 21. Juni und Schweden fünf Tage später. Das auf 48 Teams erweiterte Turnier beginnt am 11. Juni und bietet eine große Chance für die Samurai Blue, über die Gruppenphase hinauszukommen, nachdem sie 2022 das Achtelfinale erreicht hatten. Doch ohne ihren dynamischsten Flügelspieler muss Moriyasu möglicherweise seinen taktischen Ansatz anpassen.
Mitomas Dribbelstärke und Kreativität haben ihn seit seinem Länderspieldebüt 2021 zu einem Idol sowohl für den Klub als auch für die Nationalmannschaft gemacht. Sein typisches direktes Laufen und seine enge Ballführung verunsichern oft Abwehrreihen, und er war eine Schlüsselfigur im Aufstieg von Brighton unter mehreren Trainern. In dieser Saison steuerte er vor der Verletzung entscheidende Tore und Vorlagen bei, und sein Fehlen wird von einer japanischen Mannschaft, die auf seine Genialität im letzten Drittel angewiesen ist, schmerzlich vermisst werden.
Die Klubsaison des Brighton-Flügelspielers ist praktisch beendet, die Seagulls müssen ohne ihn gegen Leeds United und Manchester United antreten. Hürzelers Kommentare deuten auf einen vorsichtigen Ansatz hin, der die langfristige Fitness über eine übereilte Rückkehr stellt. Für Mitoma wird sich der Fokus nun auf die Rehabilitation und die Vorbereitung auf die nächste Premier-League-Saison verlagern, obwohl die Enttäuschung, eine WM zu verpassen, zweifellos nachhallen wird.
Japans Kader verfügt weiterhin über beträchtliches Talent, insbesondere im Mittelfeld, wo Endo und Kamada Erfahrung und Ruhe ausstrahlen. Verteidiger wie Takehiro Tomiyasu (Ajax) und Ko Itakura (Ajax) bieten Stabilität, während Maeda und Kubo in der Konter gefährlich sein können. Dennoch bleibt die Frage, ob jemand Mitomas einzigartige Eins-gegen-Eins-Bedrohung replizieren kann, die Gegner oft zu doppelter Deckung zwingt und so Räume für andere schafft.
Die Entscheidung, Mitoma auszuschließen, unterstreicht die gnadenlose Natur der Turnierauswahl, insbesondere da die WM nur wenige Tage nach dem Ende der Klubsaison beginnt. Moriyasu musste das Risiko, einen verletzten Spieler mitzunehmen, gegen den potenziellen Gewinn abwägen und entschied sich letztlich für einen vollständig fitten Kader. Dieser pragmatische Ansatz könnte Japan zugutekommen, wenn sie den Zusammenhalt bewahren, aber er lässt Fans darüber grübeln, was hätte sein können.
Während der Countdown zur WM läuft, werden alle Augen auf Moriyasus taktische Aufstellung in der Gruppenphase gerichtet sein. Die Niederlande mit Talenten wie Frenkie de Jong und Cody Gakpo stellen eine harte Auftaktprüfung dar, während Tunesien und Schweden keine leichten Gegner sind. Ohne Mitomas Explosivität auf dem linken Flügel muss Japan möglicherweise stärker auf Spieler wie Junya Ito und Keito Nakamura setzen, um Breite zu schaffen.
Für Brighton ist Mitomas Verletzung ein weiterer Rückschlag in einer Saison, in der sie an mehreren Fronten kämpften. Der Klub wird ihm nun die nötige Zeit zur Heilung geben, mit Blick auf die Saison 2025/26. Für Mitoma selbst gilt es, seine Frustration in die Genesung zu kanalisieren und stärker zurückzukommen, in der Hoffnung, sein Land bei zukünftigen internationalen Turnieren vertreten zu können.
Die WM 2026 ist das erste Mal, dass das Turnier von drei Nationen gemeinsam ausgerichtet wird, und das erweiterte Format verspricht mehr Überraschungen. Für Japan hat der Kader auch ohne ihren Starflügelspieler die Qualität, Eindruck zu hinterlassen. Doch die Erzählung des „Was-wäre-wenn“ wird bestehen bleiben, wenn sie ohne Mitomas Kreativität keinen Funken finden.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.