Real Madrid hat die Ernennung von José Mourinho zum neuen Cheftrainer bestätigt und bringt den selbsternannten 'Besonderen' für eine zweite Amtszeit zurück ins Santiago Bernabéu. Der portugiesische Taktiker ersetzt Álvaro Arbeloa, der nach einer kurzen Amtszeit geht. Mourinho trainierte Los Blancos zuletzt zwischen 2010 und 2013, eine Periode, die weithin als eine der statistisch dominantesten Ären des Vereins gilt. Er kehrt nach Madrid zurück, nachdem er Benfica trainiert hat, den Verein, bei dem er seine Trainerkarriere begann und den er nun zum zweiten Mal geführt hat.
Diese Ernennung markiert Mourinhos 13. Trainerposten bei 10 verschiedenen Vereinen und unterstreicht seinen Ruf als Seriensieger, der oft zu früheren Wirkungsstätten zurückkehrt. Er ist bereits zu Chelsea für eine zweite Amtszeit zurückgekehrt und hat nun Benfica zweimal trainiert, was auf ein Muster von unerledigten Geschäften und dauerhaftem Ehrgeiz hindeutet. Sein neuester Schritt verlässt das portugiesische Team mitten im Projekt, um eine im Umbruch befindliche Real-Madrid-Mannschaft zu übernehmen, was sofort Fragen aufwirft, was der Verein von seinem zurückkehrenden Helden erwartet.
Mourinhos höchste Siegquote als Trainer erzielte er während dieser ersten Real-Madrid-Periode, atemberaubende 76,3% in allen Wettbewerben. In diesen drei Jahren holte er einen La-Liga-Titel und eine Copa del Rey, wobei letztere eine 18-jährige Durststrecke im nationalen Pokal für den Verein beendete. Seine Madrider Mannschaft war bekannt für ihre Konterstärke und defensive Stabilität, Eigenschaften, die wahrscheinlich auch seinen erneuten Ansatz prägen werden.
Das Highlight dieser Amtszeit war die La-Liga-Saison 2011/12, in der Mourinhos Team rekordverdächtige 100 Punkte sammelte. Diese Ausbeute bleibt die höchste in der Geschichte der spanischen Top-Liga, eine Leistung, die nie wieder erreicht wurde. Der Gewinn des Titels in diesem Jahr erforderte das Besiegen von Pep Guardiolas Barcelona, das weithin als eine der größten Vereinsmannschaften aller Zeiten gilt, was die Leistung umso bemerkenswerter macht.
Im Vergleich dazu brachte Mourinhos Zeit beim FC Porto zwischen 2002 und 2004 seine zweithöchste Siegquote von 75,9%, was auf eine ähnliche Dominanzperiode hinweist. Mit Porto gewann er zwei Primeira-Liga-Meisterschaften und inszenierte einen unvergesslichen Lauf zum Champions-League-Titel 2003, ein Triumph, der ihn auf die globale Bühne katapultierte. Diese Porto-Mannschaft verband taktischen Pragmatismus mit Momenten individueller Brillanz, eine Formel, die Mourinho während seiner gesamten Karriere repliziert hat.
Bei der Bewertung der Punkte pro Spiel stammen Mourinhos gemeinsame Bestleistungen wiederum aus seiner ersten Madrider Zeit und seinen Porto-Tagen. Bemerkenswerterweise produzierte seine zweite Amtszeit bei Benfica, die er nun verlässt, einen Durchschnitt von 2,3 Punkten pro Spiel – eine Zahl, die nur von seiner ersten Chelsea-Amtszeit von 2004 bis 2007 erreicht wurde. Diese Konstanz über verschiedene Ligen und Epochen hinweg zeigt seine Fähigkeit, aus unterschiedlichen Mannschaften Höchstleistungen herauszuholen.
Die Entscheidung, Mourinho wieder zu ernennen, signalisiert Real Madrids Wunsch, nach einer Phase der Inkonsistenz eine Siegerkultur wiederherzustellen. Arbeloas Abgang deutet darauf hin, dass die Vereinsführung der Meinung war, dass eine erfahrenere Figur benötigt wird, um mit Barcelona und Atlético Madrid im Inland sowie mit der Elite in Europa zu konkurrieren. Mourinhos Erfolgsbilanz unmittelbarer Wirkung – er gewann in seiner ersten Saison bei vier verschiedenen Vereinen einen Titel – wird eine wichtige Erwartung sein.
Allerdings birgt die Rückkehr auch Risiken. Der Fußball hat sich seit Mourinhos letzter Amtszeit weiterentwickelt, und seine jüngeren Engagements bei Manchester United und Tottenham Hotspur endeten ohne die Trophäen, die er einst routinemäßig lieferte. Kritiker argumentieren, dass sein pragmatischer Stil mit der modernen Forderung nach progressiverem, ballbesitzorientiertem Fußball kollidieren könnte. Doch seine tiefe Kenntnis der La Liga und des Drucks im Bernabéu könnten solche Bedenken zerstreuen.
Für die Spieler bedeutet Mourinhos Ankunft eine Hinwendung zu größerer taktischer Disziplin und mentaler Widerstandsfähigkeit. Er hat traditionell Mannschaften aufgebaut, die schwer zu schlagen sind, und nutzt Konter und Standardsituationen. Der aktuelle Kader, eine Mischung aus erfahrenen Stars und aufstrebenden Talenten, muss sich schnell an seine anspruchsvollen Methoden anpassen, wenn er um große Titel kämpfen will.
In der breiteren La-Liga-Landschaft fügt Mourinhos Comeback der Meisterschaft eine weitere interessante Ebene hinzu. Seine persönlichen Duelle mit Barcelonas Trainer – sei es Xavi oder eine zukünftige Ernennung – werden eine der intensivsten Rivalitäten des Fußballs neu entfachen. Die psychologische Kriegsführung, die er oft betreibt, könnte Real Madrid einen Vorteil verschaffen, vorausgesetzt, seine Taktik bleibt scharf.
Ein Blick auf seine historischen Zahlen: Die 76,3% Siegquote und die 100-Punkte-Saison sind Maßstäbe, an denen Mourinho selbst gemessen wird. Eine solche Dominanz zu wiederholen ist eine hohe Hürde, aber die Erwartungen sind aufgrund der Tatsache, dass er einen Verein übernimmt, der stets um Champions-League-Ruhm kämpft, enorm hoch. Die Ernennung ist sowohl eine Aussage des Ehrgeizes als auch ein Glücksspiel auf sein anhaltendes Genie.
Letztendlich ist Mourinhos Rückkehr zu Real Madrid eine Geschichte der Heimkehr und unerledigter Geschäfte. Seine vergangenen Erfolge in der spanischen Hauptstadt liefern eine Vorlage dafür, was sein könnte, aber die Uhr tickt, ob er diese Magie in einer anderen Ära wieder einfangen kann. Während die Fußballwelt zuschaut, wird der selbsternannte Besondere verzweifelt versuchen zu beweisen, dass er genau das bleibt.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.