Nordkorea streicht Vereinigungshinweise aus VerfassungNordkorea hat offiziell alle Hinweise auf eine Vereinigung mit Südkorea aus seiner Verfassung gestrichen, wie aus einem von AFP eingesehenen Dokument hervorgeht. Die im März vorgelegte revidierte Verfassung enthält eine neue Klausel, die das Territorium Nordkoreas definiert und besagt, dass es die Grenze zu China und Russland im Norden und 'die Republik Korea im Süden' umfasst.
Diese Verfassungsänderung deutet auf einen Trend Pjöngjangs zu einer feindseligeren Politik gegenüber Seoul hin. Dieser Schritt folgt auf die Charakterisierung Südkoreas als 'feindlichsten Staat' durch Machthaber Kim Jong-un in einer politischen Rede im März und signalisiert eine bedeutende Verschiebung der offiziellen Haltung des Landes zu den innerkoreanischen Beziehungen.
Die Revision stellt eine formelle Abkehr von dem langjährigen Ziel der koreanischen Vereinigung dar, das jahrzehntelang ein Eckpfeiler der nordkoreanischen Ideologie war. Indem Nordkorea Südkorea in seiner Verfassung ausdrücklich als separate Einheit definiert, kodifiziert es seine derzeitige antagonistische Beziehung zu seinem südlichen Nachbarn.