Nach einem Jahrzehnt beispielloser Dominanz hat Pep Guardiola bestätigt, dass er am Saisonende als Trainer von Manchester City zurücktreten wird. In seinem letzten Heimspiel gegen Aston Villa verabschiedete sich der 55-Jährige emotional und sagte zu Reportern: „Nichts ist ewig. Wenn es ewig wäre, wäre ich hier. Ewig werden das Gefühl, die Menschen, die Erinnerungen, die Liebe zu meinem Manchester City sein.“ Guardiola, der noch ein Jahr Vertrag hatte, informierte seine Mannschaft am Montagabend und beendete damit eine Ära, die den englischen Fußball neu definierte.
Guardiola verlässt City mit außergewöhnlichen 17 großen Titeln, darunter der diesjährige Carabao Cup und FA Cup nach einem 2:1-Sieg gegen Chelsea im Wembley. Der Premier-League-Titel entging seiner Mannschaft jedoch, da Arsenal nach dem 1:1-Unentschieden von City in Bournemouth die Krone holte. Die Trophäensammlung des Katalanen umfasst sechs Meisterschaften, zwei FA Cups, vier Ligapokale und eine Champions League, was ihn zum erfolgreichsten Trainer der Klubgeschichte macht.
Der Klub handelte schnell, um die nächste Ära zu sichern: Enzo Maresca stimmte grundsätzlich einem Dreijahresvertrag zu, um Guardiola zu ersetzen. Maresca, der Guardiola in der Triple-Saison 2022/23 assistierte, ist seit seinem Abschied von Chelsea am Neujahrstag arbeitslos. Der Abgang des Italieners von Stamford Bridge löste eine erhebliche Entschädigung für Chelsea aus, da er noch dreieinhalb Jahre Vertrag plus einer optionalen Verlängerung hatte. Seine Insiderkenntnisse von Citys Spielphilosophie und Infrastruktur machen ihn zu einem Kandidaten der Kontinuität, obwohl seine kurze Chelsea-Zeit Ansätze des ballbesitzbasierten Stils zeigte, den er unter Guardiola verfeinerte.
Guardiolas Abschied war von Zuneigung zum kulturellen Gefüge Manchesters geprägt. „Dies ist eine Stadt, die aus Arbeit gebaut wurde. Aus Mühsal“, sagte er mit Bezug auf die industrielle Revolution und das Erbe der Pankhursts. „Wir haben gearbeitet. Wir haben gelitten. Wir haben gekämpft. Und wir haben die Dinge auf unsere Weise gemacht.“ Er erinnerte sich auch an sein erstes Interview mit Noel Gallagher und scherzte: „Ich ging raus und dachte: ‚OK … Noel ist hier? Das wird lustig.‘“ Solche Anekdoten unterstreichen seine tiefe Verbundenheit mit der Identität der Stadt jenseits des Fußballs.
Citys Vorsitzender Khaldoon al-Mubarak würdigte Guardiolas unermüdliches Streben nach Innovation. „Es gab Momente auf dem Weg, in denen er hätte aufhören können, und es wäre genug gewesen. Irgendwie fand Pep immer neue Energie und machte weiter, fand verschiedene und innovative Wege, weiter zu gewinnen“, sagte er. Guardiola wird die Verbindung nicht ganz abbrechen, da der Klub ankündigte, dass er globaler Botschafter der City Football Group wird und technische Beratung für deren gesamtes Klubnetzwerk bietet.
Die Ernennung von Maresca markiert einen bewussten Versuch, weiterzuentwickeln statt umzuwälzen. Sein taktisches Konzept mit Schwerpunkt auf Kontrolle und fließenden Angriffsmustern ähnelt dem von Guardiola, jedoch mit Nuancen. Bei Chelsea implementierte er eine hohe Abwehrlinie und invertierte Außenverteidiger, obwohl inkonsistente Ergebnisse die Herausforderungen einer schnellen Implementierung solcher Systeme aufzeigten. Bei City erbt er einen Kader, der auf diese Anforderungen eingestimmt ist, was den Übergang erleichtern könnte.
Guardiolas Abgang hat weitreichende Auswirkungen auf die Premier League. Unter seiner Führung wurde City zum Maßstab der Liga, stellte Rekordpunktzahlen auf und definierte taktische Normen neu. Sein Weggang hinterlässt ein Machtvakuum, das Rivalen wie Arsenal und Liverpool ausnutzen wollen. Für City hängt die Wettbewerbsfähigkeit davon ab, dass Maresca die von Guardiola verankerten hohen Standards aufrechterhält.
Über die Trophäen hinaus ist Guardiolas Vermächtnis in die Ästhetik seiner Mannschaften eingraviert: das komplizierte Passspiel, das erstickende Pressing, das Positionsspiel, das zum Markenzeichen von Manchester City wurde. Er verwandelte einen einst als „laute Nachbarn“ verspotteten Klub in eine kontinentale Macht und gewann weltweite Bewunderung. Wenn er geht, hallt sein Motto nach: Nichts ist ewig, aber sein Eindruck auf City ist unauslöschlich. Basierend auf Berichterstattung des Guardian.