Pep Guardiola hat die Debatte um den VAR im englischen Fußball neu entfacht und erklärt, er habe der Technologie nie vertraut, während Manchester City vor einem Pflichtspiel gegen Crystal Palace steht, um ihre Hoffnungen auf den Premier-League-Titel am Leben zu erhalten.
Guardiolas Äußerungen erfolgten im Nachgang des umstrittenen 1:0-Sieges von Arsenal gegen West Ham United, bei dem ein später Ausgleichstreffer nach einer VAR-Überprüfung wegen eines Fouls an Torhüter David Raya aberkannt wurde. Die Entscheidung ließ City fünf Punkte zurück, obwohl sie ein Spiel weniger haben.
Der City-Trainer nahm kein Blatt vor den Mund und verwies auf schmerzhafte Erfahrungen aus der Vergangenheit. „Wir haben zwei FA-Cup-Finals verloren, weil die Schiedsrichter ihre Arbeit nicht gemacht haben, die sie machen sollten. Sogar der VAR“, sagte er. Sein Misstrauen, stellte er klar, reiche Jahre zurück. „Ich habe seit meiner Ankunft vor langer Zeit nie etwas [mit VAR] vertraut.“
Anstatt sich mit vermeintlichen Ungerechtigkeiten aufzuhalten, schlug Guardiola einen trotzigen Ton an und bestand darauf, dass sich seine Mannschaft selbst hinterfragen müsse. Er beschrieb den VAR als „Münzwurf“ und betonte, dass meisterschaftsgewinne Mannschaften solche Momente überwinden müssten. „Man muss es selbst besser machen. Das ist Crystal Palace, Fokus, Fokus und Fokus“, forderte er.
Die Einsätze könnten kaum höher sein. Ein Sieg über Palace würde Arsenals Vorsprung vor dem letzten Spieltag auf zwei Punkte verkürzen. Die Gunners reisen dann zum Selhurst Park – was bedeutet, dass Oliver Glasners Mannschaft in beiden Spielen direkt über das Schicksal der Trophäe mitentscheiden wird.
Eine zusätzliche Ebene der Spannung ergibt sich daraus, dass Palace sich auf das UEFA-Conference-League-Finale vorbereiten muss, was Glasner dazu veranlassen könnte, sein Team zu rotieren. Er hat bereits angedeutet, dass seine Priorität die Interessen des Vereins sind, nicht das Titelrennen. Aber Guardiola erwartet keine Gefälligkeiten. „Sie sind so professionell. Crystal Palace wird gegen uns auf höchstem Niveau spielen“, sagte er und zog Vergleiche mit dem abstiegsbedrohten Leeds United, das kürzlich eine intensive Leistung gezeigt hatte.
Verletzungen haben Citys Endspurt erschwert. Rodri, ihr Mittelfeld-Taktgeber, hat vier Spiele mit einer Leistenverletzung verpasst und steht vor einem späten Fitnesstest. Auch Verteidiger Abdukodir Khusanov könnte zurückkehren und defensive Verstärkung bieten. Guardiolas taktische Pläne könnten von ihrer Verfügbarkeit abhängen.
Die Philosophie des Trainers der Eigenverantwortung zieht sich durch seine Karriere. Er erinnerte daran, dass er denselben Leitspruch bei Barcelona und Bayern München vermittelt habe: „Leute, macht es besser.“ Diese Denkweise, die durch serielle Erfolge geschmiedet wurde, untermauert nun Citys letzten Titelvorstoß.
Guardiola räumte ein, dass der Titel nicht mehr in ihrer Hand liegt, aber er weigert sich, dies zur Ablenkung werden zu lassen. „Ich habe immer gelernt, dass man in einer gefährlichen Situation ist, wenn man den Fokus verliert“, bemerkte er. Seine Spieler bekamen einen freien Tag, um mental durchzuatmen, bevor sie sich ganz auf Palace konzentrieren.
Der breitere Kontext ist Citys Streben nach einem fünften Premier-League-Titel in Folge, eine Leistung, die in der englischen Fußballgeschichte noch nie erreicht wurde. Die Frustration über VAR-Kontroversen – sowohl aktuelle als auch historische – verstärkt nur die Spannung, während die Saison ihrem Höhepunkt entgegengeht.
Letztlich ist Guardiolas Botschaft klar: Kontrolliere das Kontrollierbare. Ob es Rodris Fitness, eine umstrittene Entscheidung abseits des Feldes oder die Leistung eines Rivalen ist – der einzige Weg zum Ruhm liegt in ihrer eigenen Ausführung. Der Palace-Test wird zeigen, ob diese Überzeugung Bestand hat.
Basierend auf einem Bericht von Sky Sports.