Xxgwise
PremiumAnmelden
Nachrichten

Peter Shilton: Verlor 1 Million Pfund durch Spielsucht

WeltmeisterschaftEnglandNottingham ForestSouthamptonStoke CityLeicesterTogetherPlymouthDerby

Peter Shilton verlor über 1 Million Pfund durch eine 45-jährige Spielsucht. Er versteckte es aus Angst vor Presseleaks. Jetzt gründen er und seine Frau Steph

Leicester, Nottingham Forest und England-Ikone Peter Shilton hat sein Schweigen über eine 45-jährige Spielsucht gebrochen, die ihn über 1 Million Pfund gekostet hat. Der 76-jährige ehemalige Torhüter, Englands Rekordnationalspieler, gab zu, dass er zu verängstigt war, um Hilfe zu suchen, weil er befürchtete, die Medien würden sein Geheimnis preisgeben. Jetzt, nachdem er mit der Unterstützung seiner Frau Steph seine Dämonen besiegt hat, nutzt er sein hohes Profil, um eine wohltätige Stiftung zu gründen, die anderen in derselben Spirale helfen soll.

Shiltons Fußballkarriere ist legendär. Mit 125 Länderspielen ist er immer noch Englands Rekordnationalspieler und vertrat sein Land bei drei Weltmeisterschaften 1982, 1986 und 1990 – berühmt für das Gegentor durch Diego Maradonas „Hand Gottes“ im Viertelfinale 1986. Auf Vereinsebene erstreckte sich seine Karriere über Jahrzehnte und umfasste Stationen bei Leicester City, Stoke City, Nottingham Forest – wo er den Europapokal gewann – Southampton, Derby County und Plymouth Argyle. In diesen Jahren im Rampenlicht fasste eine versteckte Spielsucht Fuß und wuchs unkontrolliert.

In einem offenen Interview mit BBC Essex enthüllte Shilton, dass sich seine Sucht auf Pferderennen konzentrierte, ein Laster, das ihn über viereinhalb Jahrzehnte mehr als 1 Million Pfund kostete. Er beschrieb Glücksspiel als eine „stille Krankheit, die immer schlimmer wird“, und wies darauf hin, wie leicht man hineingezogen wird. „Es betrifft dich auf so viele Arten“, sagte er und betonte die heimtückische Natur der Krankheit.

Als öffentliche Person waren die Einsätze höher. Shilton gab zu, dass er „Angst hatte, dass es herauskommt und jemand es in die Presse bringt, dass es völlig aus dem Ruder läuft.“ Diese Angst hinderte ihn jahrelang daran, professionelle Hilfe zu suchen. Der Wendepunkt kam durch seine Frau Steph Shilton, eine Suchtberaterin, die beharrlich mit ihm arbeitete. „Deshalb war Steph so gut. Sie hat eine Zeit lang an mir gearbeitet, bis es endlich klickte“, erinnerte er sich und schrieb ihr zu, dass sie sein Leben gerettet habe.

2015 hörte Shilton endlich mit dem Glücksspiel auf, und jetzt haben er und Steph die Shiltons' Silverlining gegründet. Die Wohltätigkeitsorganisation soll Spielsüchtigen Rehabilitationsdienste anbieten, ihnen bei der Bewältigung drückender Schulden helfen und Präventionsaufklärung betreiben. „Seine Plattform zu nutzen, war eine Selbstverständlichkeit“, sagte Shilton und erkannte das Potenzial, dank seines Ruhms Veränderungen zu bewirken.

Die Initiative hat bereits prominente Unterstützung von seinen ehemaligen englischen Teamkollegen Gary Lineker, Terry Butcher und Paul Parker sowie der Cricketlegende Graham Gooch erhalten. Ihre Unterstützung unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Problems und den Respekt, den Shilton genießt.

Regierungszahlen zeigen, dass zwischen 117 und 496 Selbstmorde pro Jahr mit problematischem Glücksspiel in Verbindung gebracht werden. Steph Shilton bezeichnete diese Zahlen als „herzzerreißend“ und als Hauptmotivation für die Gründung der Stiftung. „Peter sah mich nur an und sagte: ‚Wir tun nicht genug, wir müssen mehr tun.‘ Es sind unnötige Tode und es ist so herzzerreißend“, sagte sie.

Shilton kritisierte auch die verklärte Darstellung von Wetten in der Werbung. „Es ist so leicht, hineingezogen zu werden. In der Werbung wird es immer als Spaß dargestellt – ‚Lasst uns alle zusammenkommen und eine gute Zeit haben‘. Aber es gibt eine dunkle Seite, die wir kennen, und deshalb wollen wir Menschen helfen, die an einem schlechten Punkt angelangt sind“, warnte er.

Für einen Mann, der auf den größten Fußballbühnen zwischen den Pfosten stand, erwies sich dieser Kampf abseits des Platzes als der schwerste. Indem er seinen persönlichen Kampf in eine öffentliche Mission verwandelte, bietet Shilton nun denen eine Lebensader, die in derselben stillen Krankheit ertrinken. Von Sucht betroffene Leser können über die BBC Action Line Unterstützung finden.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.