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Phil Neville geht in Portland: 8 Punkte Rückstand auf MLS

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Phil Neville verlässt die Portland Timbers im gegenseitigen Einvernehmen, nachdem eine 3:1-Niederlage sie 8 Punkte hinter die MLS-Playoffs zurückwarf, mit

Die Portland Timbers gaben am Montag bekannt, dass Cheftrainer Phil Neville den Verein im gegenseitigen Einvernehmen verlassen hat. Damit endet eine Amtszeit, die zwar Playoff-Plätze brachte, aber letztlich hinter den Ambitionen des Franchise zurückblieb. Die Entscheidung fällt unmittelbar nach einer schmerzhaften 3:1-Niederlage gegen die San Jose Earthquakes, die die Timbers auf den drittletzten Platz der Western Conference und ganze acht Punkte hinter den automatischen MLS-Playoff-Plätzen zurückließ.

Der 49-jährige Neville brachte umfangreiche Erfahrung auf höchstem Niveau in die Rolle ein: Er absolvierte 59 Länderspiele für England und gewann während seiner glanzvollen Spielerkarriere bei Manchester United sechs Premier-League-Titel. Seine Trainerkarriere begann bei der englischen Frauen-Nationalmannschaft, mit der er die Lionesses ins Halbfinale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019 führte. Nach einer Zeit im Männer-Vereinsfußball bei Inter Miami in der MLS wurde er im Juni 2023 entlassen und übernahm fünf Monate später schnell das Ruder in Portland.

In seinen ersten beiden Spielzeiten im Providence Park überwachte Neville spürbare Verbesserungen im Angriff. Die Timbers stellten einen neuen Vereinsrekord für erzielte Tore auf, und er führte sie beide Male erfolgreich in die Playoffs. Doch die Postseason erwies sich als zu große Hürde: einem Ausscheiden in der ersten Runde 2023 folgte eine Niederlage in der Auftaktrunde 2024, was Fans und Management nach einem tieferen Vorstoß verlangen ließ.

In diesem Jahr jedoch stockte dieser Fortschritt drastisch. Portland kämpfte mit mangelnder Konstanz, insbesondere auswärts, und die Niederlage gegen San Jose verdeutlichte ihre defensiven Schwächen. Die Earthquakes, selbst im unteren Tabellenbereich feststeckend, nutzten Lücken aus, um Neville seine letzte Niederlage beizubringen – eine Leistung, die General Manager Ned Grabavoy als „weit unter den Erwartungen“ bezeichnete.

Nach seinem Abschied räumte Neville die gnadenlose Natur des Sports ein. „Mir ist bewusst, dass wir in einem Geschäft der Ergebnisse sind, und die Ergebnisse haben nicht den Erwartungen dieses Fußballclubs entsprochen“, sagte er in einer Erklärung. Er dankte der Organisation und ihren Unterstützern für seine Zeit in Oregon und drückte seine Enttäuschung darüber aus, dass er keine konstanten Siege liefern konnte.

Grabavoy pflichtete dieser Ansicht bei und würdigte Nevilles Charakter. „Phil brachte Enthusiasmus und Leidenschaft in die Rolle, und es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten“, sagte der GM. „In dieser Offseason führten wir gezielte Gespräche über die Bereiche, die wir ausbauen und verbessern müssen. Letztlich haben wir den nötigen Fortschritt nicht gesehen, und vor allem sind die Ergebnisse weit unter den Erwartungen geblieben.“ Die Kommentare deuten darauf hin, dass das Team trotz der Planung in der spielfreien Zeit die entscheidenden Schwächen – ob taktischer, personeller oder mentaler Natur – nicht beheben konnte.

Der Zeitpunkt der Maßnahme ist bemerkenswert. Die MLS geht nun in eine Pause für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die den Verantwortlichen der Timbers ein verlängertes Zeitfenster für die Suche nach einem permanenten Nachfolger bietet. Ein Interimstrainer – wahrscheinlich aus dem bestehenden Stab – wird Wochen Zeit haben, um das Team vor dem Wiederbeginn der Liga vorzubereiten, aber die Pause könnte es dem neuen Trainer auch ermöglichen, den Kader zu bewerten und Änderungen vorzunehmen. Der Kampf um die Playoffs ist noch lange nicht vorbei, doch der Acht-Punkte-Rückstand macht jede Wende zu einer Herkulesaufgabe.

Nevilles Abgang fügt ein weiteres Kapitel zu einer Trainerkarriere hinzu, die zwischen Versprechen und abrupten Enden schwankte. Seine Arbeit mit der englischen Frauen-Nationalmannschaft zeigte seine Fähigkeit, ein geschlossenes Team aufzubauen, aber seine Amtszeiten auf Vereinsebene waren oft von defensiver Unordnung und der Unfähigkeit geprägt, in engen Spielen Ergebnisse zu erzwingen. Bei Inter Miami wurde er entlassen, als das Team sich in der Nähe des Tabellenendes der Eastern Conference befand, und ähnliche Muster zeigten sich in Portland trotz früherer offensiver Höhenflüge.

Für die Timbers ist dies ein entscheidender Wendepunkt. Nach zwei Playoff-Teilnahmen unter Neville glaubt die Vereinsführung offenbar, dass die Entwicklung nicht nachhaltig ist. Der neue Trainer erbt einen Kader mit offensivem Talent, aber einer löchrigen Abwehr, und muss schnell die Widerstandsfähigkeit vermitteln, die nötig ist, um wieder in die Postseason-Konkurrenz einzusteigen. Mit der WM-Pause, die eine Mini-Vorbereitung ermöglicht, wird die Wahl von Nevilles Nachfolger von einer Fangemeinde genau unter die Lupe genommen, die an Erfolge unter früheren Trainern wie Caleb Porter und Giovanni Savarese gewöhnt ist.

Während Neville geht, ist sein Vermächtnis in Portland gemischt: ein rekordverdächtiger Angriff, zwei Playoff-Teilnahmen, aber eine Gesamtbilanz, die nie der Ambition eines Vereins entsprach, der 2015 den MLS Cup gewann. Sein nächster Schritt ist ungewiss, aber sein Name wird angesichts seines internationalen Profils unweigerlich mit Vakanzen im Männer- und Frauenfußball in Verbindung gebracht werden. In der Zwischenzeit stehen die Timbers vor der gewaltigen Aufgabe, in einer Saison, die ihnen entgleitet, den Glauben wiederherzustellen.

Die Western Conference der MLS ist in diesem Jahr unerbittlich, die ersten sieben Teams qualifizieren sich automatisch für die Playoffs. Portlands Saison 2025 wurde durch späte Gegentore und mangelnde Durchschlagskraft in entscheidenden Momenten beeinträchtigt. Wenn keine drastische Veränderung eintritt, droht ihnen die erste Playoff-Verpassung seit 2022 – ein Rückschlag, der die Überprüfung der Entscheidungen des Managements verstärken würde.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.