In der Angelegenheit von PM Gisele Alves Santana sind WhatsApp-Nachrichten aufgetaucht, die ein Muster mutmaßlicher sexueller Belästigung durch den des Mordes an ihr beschuldigten Offizier offenbaren. Die Nachrichten zeigen, dass der 53-jährige Tenente-Coronel Geraldo Neto etwa acht Monate lang eine 32-jährige Untergebene, Soldado Rariane Generoso, bedrängte.
Die Belästigung soll im Juni 2025 begonnen haben und bis März 2026 fortgesetzt worden sein, nur zwei Wochen nach dem Tod seiner Frau Gisele. In einer Nachricht vom September 2025 fragte Neto Rariane: „Willst du mit mir ausgehen?“ Andere Nachrichten enthielten explizite Annäherungsversuche, wie: „Ich kann es kaum erwarten, dir einen sehr schönen Kuss auf deinen köstlichen Mund zu geben.“
Soldado Rariane wies die Annäherungsversuche konsequent zurück. Ihre Antworten waren direkt: „Wir werden nichts haben“, „Lassen Sie uns Professionalität bewahren, bitte“ und „Schauen Sie, ich bitte Sie nur, mich in Ruhe zu lassen.“ Sie berichtete von immensem Druck und Verlegenheit, da Kollegen begannen, sie als seine „Geliebte“ zu bezeichnen – eine Behauptung, die sie vehement bestreitet.
Die Vorwürfe gehen über digitale Nachrichten hinaus. Neto soll Rarianes Wohngebäude mit Blumen besucht haben und von Überwachungskameras erfasst worden sein. Er soll sein offizielles Polizeifahrzeug für diese persönlichen Besuche verwendet haben, was gegen die Vorschriften der Militärpolizei verstößt. Er habe ihr auch vorgeschlagen, eine administrative Rolle näher bei ihm zu übernehmen, und nach ihrer Weigerung mit einer Versetzung gedroht.
Der Kontakt setzte sich selbst nach Giseles Tod fort. Neto soll Nachrichten von einem anderen Handy gesendet haben, in denen er zu erklären versuchte, dass er das Verbrechen nicht begangen habe. Rariane ignorierte diese Versuche. Die Beschwerden über sexuelle und moralische Belästigung, Drohungen und Nötigung wurden formell der internen Abteilung der Militärpolizei (Corregedoria) zur Untersuchung vorgelegt.
Tenente-Coronel Geraldo Neto ist derzeit inhaftiert und beschuldigt, seine Frau PM Gisele Alves Santana am 18. Februar 2026 in ihrer Wohnung in São Paulo ermordet zu haben. Die Anklage behauptet, er habe sie erschossen, weil er ihre Trennung nicht akzeptierte, die sie nach der Entdeckung seiner Untreue suchte. Ihm wird Femizid und Verfahrensbetrug vorgeworfen, da er den Tatort angeblich als Selbstmord inszeniert habe.
Netos Verteidigung behauptet, Gisele habe sich das Leben genommen und er sei unschuldig. Neben dem Strafverfahren steht er vor einem internen Verfahren der Militärpolizei und könnte aus dem Dienst entlassen werden. Die interne Untersuchung prüft auch, ob er seinen Rang missbraucht hat, um Beamte einzuschüchtern, die am Tatort seiner Frau eingesetzt waren.
Basierend auf Berichten von g1.