Ein großer Vorstoß ist im Gange, um zu verhindern, dass Premier-League-Clubs von Glücksspielunternehmen profitieren, die ohne eine UK-Lizenz operieren. Der Aufruf kommt von Entain, dem Wettriesen hinter Ladbrokes und Coral, der die Independent Football Regulator (IFR) formell gebeten hat, ihre Regeln zu klären und solche kommerziellen Deals zu blockieren.
Das Problem ist weit verbreitet. In dieser Saison haben Clubs wie Fulham, Sunderland, Everton, Bournemouth und Burnley Trikots getragen, die von Betreibern wie SBOTOP, W88, Stake, bj88 und 96.com gesponsert wurden, von denen keiner eine UK-Lizenz besitzt. Darüber hinaus haben 18 der 20 Erstligisten Werbung für diese unlizenzierten Firmen auf ihren Stadion-LED-Tafeln gezeigt.
Obwohl die Premier League ab nächster Saison freiwillig Glücksspiel-Sponsoring auf der Trikotvorderseite verbietet, geht sie nicht auf den breiteren unlizenzierten Markt ein. Dieser Markt ist beträchtlich und generiert schätzungsweise 4,3 Milliarden Pfund jährlich in Großbritannien. Entain argumentiert, dass die Zulassung dieser Deals eine gefährliche Verbindung zwischen Sportpiraterie und illegalem Glücksspiel schafft, die das lukrative Rundfunkmodell der Liga im Wert von über 12 Milliarden Pfund untergraben könnte.
Das Problem geht über den Verlust von Einnahmen für lizenzierte Betreiber hinaus. Unlizenzierte Websites zahlen keine UK-Steuern und unterliegen keinen Verbraucherschutzbestimmungen. Es gibt Belege, dass sie gezielt schutzbedürftige Personen ansprechen, darunter die 67 % der selbst ausgeschlossenen GamStop-Nutzer, die letztes Jahr angaben, von deren Werbung angesprochen worden zu sein. Eine separate Studie schätzte, dass 420.000 britische Schulkinder mit diesen unlizenzierten Anbietern wetten.
Entains Eingabe ist Teil der zweiten Konsultation der IFR zu ihrem Lizenzierungssystem für die obersten fünf Ligen des englischen Männerfußballs. Der Entwurf des Regulierungskodex verbietet es Clubs, Einkünfte zu akzeptieren, die „im Zusammenhang mit schwerwiegendem kriminellem Verhalten“ stehen. Entain möchte bestätigt haben, dass diese Klausel Betreiber abdeckt, die gemäß dem Gambling Act 2005 eine Straftat begehen, indem sie ohne Lizenz Wetten von britischen Verbrauchern annehmen.
Die Premier League und ihre Clubs haben sich historisch gegen die Gründung der IFR ausgesprochen und vor einer „Aufgabenausweitung“ gewarnt. Der Regulierer sieht sich zudem separaten Forderungen der Anti-Diskriminierungsgruppe Kick It Out ausgesetzt, ihren Governance-Kodex hinsichtlich Diversitäts- und Inklusionszielen zu stärken. Basierend auf Berichterstattung von Football | The Guardian.