In einem bedeutenden rechtlichen Sieg hat der Oberste Gerichtshof Brasiliens (STF) eine Mehrheit gebildet, um Rodrigo Manga in seiner Position als Bürgermeister von Sorocaba zu halten. Die Zweite Kammer des STF stimmte in einer virtuellen Plenarsitzung mit 3:0 und bestätigte damit die vorläufige Entscheidung, die Manga am 31. März nach einer 145-tägigen Suspendierung die Rückkehr auf seinen Posten ermöglichte.
Die Suspendierung wurde ursprünglich aufgrund einer Bundespolizeiuntersuchung zu angeblichen Unregelmäßigkeiten bei öffentlichen Gesundheitsverträgen und Veruntreuung öffentlicher Gelder verhängt. Manga, der der Partei Republicanos angehört und als „TikTok-Bürgermeister“ bekannt ist, war am 6. November 2025 während der zweiten Phase der Operation „Copia e Cola“ (Kopieren und Einfügen) seines Amtes enthoben worden.
Die Abstimmung ergab, dass der Berichterstatter des Falls, Minister Nunes Marques, dafür stimmte, Manga im Amt zu belassen. Ihm folgten die Minister Dias Toffoli und André Mendonça. Die Minister Gilmar Mendes und Luiz Fux haben noch nicht abgestimmt, aber die Mehrheit ist bereits gesichert. Die endgültige Abstimmung wird voraussichtlich bis zum 11. Mai abgeschlossen sein.
Minister Nunes Marques hatte zuvor eine einstweilige Verfügung erlassen, die Manga wieder einsetzte, mit der Begründung, dass die Absetzung des Bürgermeisters einen „übermäßigen Eingriff in die politische und administrative Sphäre der Gemeinde Sorocaba“ darstelle. Diese vorläufige Maßnahme wird nun von der Mehrheit der Kammer bestätigt.
Der Rechtsstreit hatte das Verteidigungsteam des Bürgermeisters vor dem Gang zum höchsten Gericht des Landes mit Rückschlägen konfrontiert. Anträge auf Habeas Corpus wurden sowohl vom Regionalen Bundesgericht der 3. Region (TRF-3) als auch vom Obersten Gerichtshof (STJ) abgelehnt. Das TRF-3 hatte die Absetzung ursprünglich angeordnet, um eine Beeinträchtigung der laufenden Ermittlungen zu verhindern.
Die Bundespolizeiuntersuchung, die im Mai 2022 begann, konzentriert sich auf die angeblich unrechtmäßige Beauftragung einer sozialen Organisation zur Verwaltung von zwei Notaufnahmeeinheiten (UPAs) in Sorocaba. Basierend auf den Polizeiergebnissen erhob die Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) im Februar formelle Anklage gegen 13 Personen, darunter Bürgermeister Manga, seine Frau Sirlange Frate Maganhato und seine Mutter Zoraide Batista Maganhato.
Nach seiner ersten Wiedereinsetzung im März feierte Manga die Entscheidung mit den Worten: „Wieder einmal zeigt sich das STF als Verteidiger politischer Rechte und des Volkes.“ Die endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs festigt nun seine Position, die Stadt weiter zu regieren, während die zugrundeliegende Korruptionsuntersuchung fortschreitet.
Basierend auf der Berichterstattung von g1.