Die French Open haben einen bedeutenden Schritt zur Behebung der langjährigen Kritik an ihrer Terminplanung gemacht, indem sie erstmals seit drei Jahren wieder ein Einzelmatch der Frauen in die Hauptsendezeit am Abend gelegt haben. Das Achtelfinale zwischen der Weltranglistenersten Aryna Sabalenka und der ehemaligen Topspielerin Naomi Osaka am Montag wird eine Serie von 33 aufeinanderfolgenden Männerspielen im prestigeträchtigen Abend-Slot durchbrechen.
Seit der Einführung der Nachtsession in Roland Garros im Jahr 2021 hat das Turnier überwältigend Männerwettbewerbe bevorzugt. Von den ersten 60 unter Flutlicht ausgetragenen Spielen waren nur vier Frauenpartien, und seit der Ausgabe 2023 wurde keine mehr angesetzt. Dieses Ungleichgewicht löste wiederholt Empörung bei Spielerinnen und Beobachtern aus, die den Organisatoren vorwarfen, dem Frauenspiel zur meistgesehenen Tageszeit keine gleichberechtigte Präsenz zu verschaffen.
Turnierdirektorin Amelie Mauresmo hat die Politik verteidigt, indem sie argumentierte, dass das Einzelspiel-Format Begegnungen erfordere, die mit hoher Wahrscheinlichkeit langanhaltende Unterhaltung und Wert für die Ticketinhaber bieten. Sie hat zuvor auf die Best-of-Three-Set-Struktur im Damentennis verwiesen, die zu kürzeren Matches im Vergleich zu den Best-of-Five der Männer führen kann. Kritiker merkten jedoch an, dass diese Argumentation die Spielerinnen effektiv für ein Format bestraft, das sie nicht gewählt haben, und das Prinzip der Gleichberechtigung der Geschlechter bei Grand Slams untergräbt.
Der Durchbruch kommt hauptsächlich aufgrund eines ausgedünnten Männerfeldes in der oberen Hälfte. Der Weltranglistenerste Jannik Sinner und der Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic (24 Titel) erlitten beide überraschende Zweitrunden-Niederlagen, während Titelverteidiger Carlos Alcaraz wegen einer Verletzung vor dem Turnier zurückzog. Da auf der Männerseite nur wenige große Namen übrig sind, wurde das Spitzenspiel Sabalenka–Osaka zum offensichtlichen Headliner für die Abendsession.
Die Amerikanerin Jessica Pegula gehörte zu denen, die die Terminplanungsvoreingenommenheit letztes Jahr öffentlich verurteilten. Sie stellte in Frage, wie ein Event, das Gleichberechtigung beansprucht, so konsequent Frauen-Nachtsessions übersehen könne. Die Tunesierin Ons Jabeur pflichtete dem bei und wies auf einen sich selbst verstärkenden Kreislauf hin, in dem Sender und Organisatoren mehr Männerspiele zeigen und dann auf höhere Einschaltquoten als Rechtfertigung verweisen – dabei ihre eigene Rolle bei der Gestaltung der Zuschauergewohnheiten ignorieren.
Osaka, eine viermalige Grand-Slam-Siegerin, die zu ihrer besten Form zurückfindet, gab nach ihrem Drittrundensieg zu, dass sie Roland Garros gar nicht mit Nachttennis assoziiert, da sie es gewohnt ist, nur bei den US Open unter Flutlicht zu spielen. Ihr Kommentar unterstrich, wie tief das Terminplanungsmuster die Wahrnehmung der Identität des Turniers geprägt hatte.
Die Entscheidung folgt auch einem Treffen in dieser Woche zwischen der neuen WTA-Geschäftsführerin Valerie Camillo und Mauresmo, bei dem Camillo für eine größere Vertretung der Frauen in der Primetime drängte. Offizielle haben sich nicht zu einer dauerhaften Änderung verpflichtet, aber die Partie Sabalenka–Osaka wird als Testfall betrachtet. Wenn sie hohe Zuschauerzahlen und Einschaltquoten erzielt, könnte dies Argumente für eine gerechtere Verteilung in Zukunft stärken.
Für Sabalenka, die aktuelle Nummer 1 der Welt und zweimalige Australian-Open-Siegerin, bietet der Anlass die Chance, ihre Dominanz auf einer großen Bühne zu festigen. Osaka, eine ehemalige Weltranglistenerste, die mit Verletzungen und psychischen Problemen zu kämpfen hatte, versucht, an die Form anzuknüpfen, die ihr vier Grand-Slam-Titel einbrachte. Ihr Aufeinandertreffen trägt enormes wettbewerbliches und symbolisches Gewicht, da es die regierende Spitzenspielerin der Tour gegen eine ihrer einflussreichsten globalen Ikonen stellt.
Die Auswirkungen gehen über ein einzelnes Spiel hinaus. Das Damentennis drängt seit langem auf gleichberechtigte Präsenz bei großen Events, und die Planungsparität ist ein zentrales Schlachtfeld. Die Haltung der French Open war besonders umstritten, da sie der einzige Grand Slam ist, der eine Nachtsession mit nur einem Spiel nutzt, was den Ausschluss verstärkt. Sollte sich das Match am Montag als isoliertes Ereignis erweisen und nicht als Beginn einer echten Veränderung, wird die Debatte wahrscheinlich noch lauter wieder aufflammen.
Im weiteren Kampf um Sichtbarkeit ist diese Entwicklung wichtig. Prime-Time-Slots ziehen höhere Einschaltquoten, größeres Sponsoring-Interesse und mehr kulturelle Relevanz an. Frauen dieses Rampenlicht zu verweigern, beraubt nicht nur Fans potenzieller Klassiker, sondern sendet auch eine Botschaft darüber, wessen Leistungen der Aufmerksamkeit zur Hauptsendezeit würdig sind. Wie Jabeur anmerkte: Wenn man ständig Männer zeigt, werden die Zuschauer natürlich konditioniert, Männer zu sehen – ein Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist, wenn die Organisatoren nicht aktiv eingreifen.
Die Entscheidung der French Open mag durch die Umstände erzwungen worden sein, aber sie korrigiert dennoch ein eklatantes Ungleichgewicht. Ob sie eine vorübergehende Lösung oder den Beginn eines dauerhaften Wandels markiert, wird davon abhängen, wie das Turnier in zukünftigen Jahren reagiert, wenn das Männerfeld wieder voller Star-Power ist. Vorerst wird die Tenniswelt am Montagabend genau hinschauen, in der Hoffnung, dass ein spektakuläres Match die Gelegenheit rechtfertigt und den Sport ein Stück näher an echte Planungsgleichheit bringt.
Basierend auf Berichterstattung von Sky Sports.