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Schottland 4-1 Curaçao: Shankland-Doppelpack im WM-Testspiel

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Lawrence Shanklands Doppelpack bescherte Schottland einen 4:1-WM-Testspielsieg gegen zehn Mann von Curaçao, aber Billy Gilmours Knieverletzung wirft Fragen auf.

Schottland schloss seine WM-Vorbereitungen mit einer packenden Aufholjagd im Hampden Park ab, drehte einen frühen Rückstand und besiegte das dezimierte Curaçao mit 4:1. Lawrence Shanklands klinischer Doppelpack in der zweiten Halbzeit lieferte die Schlagzeile, doch der Sieg wurde durch eine möglicherweise turnierbeendende Knieverletzung von Billy Gilmour getrübt. Für eine Nation, die nach 28 Jahren endlich wieder die globale Bühne betritt, verkörperte der Nachmittag sowohl die Verheißung als auch die Gefahr, die solche Kampagnen mit sich bringen.

Curaçao, das in der Weltrangliste nur einen Platz vor Schottlands nächstem Gegner Haiti rangiert, schockte die Heimfans bereits nach 12 Minuten. Tahith Chong, der Mittelfeldspieler von Sheffield United, nahm den Ball an der Mittellinie auf, ließ Scott McKenna und John Souttar hinter sich und überwand Craig Gordon mit einem platzierten Abschluss. Die hörbare Frustration der Tartan Army bei der ersten Trinkpause sprach Bände: Schottland agierte passiv und zusammenhanglos, die Angriffsgefahr beschränkte sich auf einen Schuss von Andy Robertson, der am Tor vorbei strich. George Hirsts Kopfball, von Eloy Room abgewehrt, war der einzige weitere erwähnenswerte Moment, bevor das Spiel durch einen Aufreger kippte.

Die Kontroverse entzündete sich, als Jürgen Locadia nach einer Klärungsaktion des Brentford-Verteidigers Aaron Hickey diesem den Ellbogen ins Gesicht rammte. VAR veranlasste Schiedsrichter Goga Kikacheishvili, die Situation zu überprüfen, und der georgische Offizielle zog zu Recht die rote Karte. Curaçaos Trainer Dick Advocaat, sichtlich erzürnt, behauptete, der Schiedsrichter habe „nur gegen uns gepfiffen“ und schlug vor, man hätte den Übeltäter einfach auswechseln lassen sollen. Seine Frustration hätte jedoch besser gegen Locadias Leichtsinn gerichtet sein sollen, der sein Team für über eine Stunde vor eine schwierige Aufgabe stellte.

Gerade als Schottland einen Weg zurück witterte, schlug das Verhängnis zu. Billy Gilmour brach nach einem Routinepass zusammen und hielt sich das rechte Knie. Die gequälte Körpersprache des Mittelfeldspielers beim Abgang deutete auf Probleme hin, und er tauchte nicht wieder zur Ehrenrunde nach dem Spiel auf. Steve Clarke, der bereits auf Scott McTominay, John McGinn, Kieran Tierney, Lewis Ferguson und Ché Adams verzichten musste – alle stoßen erst spät zum Kader – sah sich nun der düsteren Aussicht gegenüber, einen Spieler zu verlieren, dessen Ballruhe für Schottlands Spielplan unverzichtbar ist. Gilmours WM-Traum hängt am seidenen Faden.

Schottlands Reaktion vor der Pause war entscheidend. Findlay Curtis, der für den verletzten Gilmour eingewechselt wurde, glich aus, als Kenny McLeans abgefälschter Pass in seinen Lauf fiel und er scharf drehte und abschloss. Das Tor beruhigte die Nerven und traf Curaçaos Widerstandskraft, sodass die Gastgeber trotz einer Halbzeit, die von Farce bis Angst reichte, mit neuem Glauben in die Pause gingen.

Clarkes Pausenwechsel umfassten ein überraschendes Debüt für Tyler Fletcher, den Sohn des ehemaligen schottischen Kapitäns Darren. Der Teenager, ursprünglich nur als Trainingsgast hinzugekommen, hatte sich durch beeindruckende Einheiten einen Einsatz verdient, und seine Einführung unterstrich Clarkes Bereitschaft, auch in einem entscheidenden Abschiedsspiel Jugend zu bringen. Fletcher agierte mit einer Reife, die auf eine vielversprechende Zukunft hindeutet.

Schottland ging früh in der zweiten Halbzeit durch eine clevere Ecke in Führung. Ryan Christies Hereingabe auf den vorderen Pfosten fand Shankland, dessen direkter Abschluss Room keine Chance ließ. Das Tor war Shanklands fünftes für sein Land, aber der Torwart wird bedauern, ihn nicht gehalten zu haben. Dennoch bestätigte der Instinkt des Stürmers im Fünfmeterraum seinen Status als Schottlands torgefährlichster Vollstrecker.

Shankland baute die Führung eine Viertelstunde vor Schluss aus, als er eine Vorlage von Lyndon Dykes aufnahm und flach ins Tor schoss. Der Treffer zeigte die Qualitäten, die Rangers dazu bewogen haben, seine Verpflichtung zur Vertragsöffnung im Transferfenster zu sichern. Mit Che Adams nicht verfügbar, gibt Shanklands Fähigkeit, das Spiel zu verbinden und eiskalt abzuschließen, Clarke eine echte Alternative – und einen zeitgemäßen Selbstvertrauensschub.

Das zehnköpfige Curaçao erlebte einen weiteren Dämpfer, als Juriën Gaari Curtis im Strafraum zu Fall brachte und einen Elfmeter verursachte. Zu diesem Zeitpunkt war Shankland bereits ausgewechselt, also trat Christie an und schickte Room in die falsche Ecke zum Endstand. Es war ein unspektakuläres Ende eines Tests, der so holprig begonnen hatte.

Clarkes Entscheidungen vor dem Spiel wiegen nun noch schwerer. Die Wahl von Gordon im Tor, einem 43-Jährigen, der die Euro 2024 verpasst hatte, war eine Anerkennung der Erfahrung, während das Zwei-Stürmer-System die Angriffsabsichten widerspiegelte, die wahrscheinlich gegen Haiti erforderlich sind. Die vielen Abwesenden – McTominay, McGinn, Tierney, Ferguson und Adams – sollen in den USA direkt in die Startelf rücken, aber die Tiefe, die Curtis, Hirst und Debütant Fletcher zeigten, bietet Beruhigung.

Advocaats Wutausbruch nach dem Spiel gegen den Schiedsrichter verlieh dem Ganzen eine kleinliche Note. „50 Minuten lang hat er nur gegen uns gepfiffen“, mäkelte der erfahrene Coach und fügte hinzu, die Nationalität des Schiedsrichters „sage genug“. Solche Kommentare wirkten nach Locadias klarem Vergehen unpassend und werden Curaçaos eigene Mängel angesichts eines erstarkten Schottlands kaum kaschieren.

Als die Tartan Army zurückblieb, um ihre Helden auf einer Ehrenrunde zu feiern, herrschte eine Stimmung vorsichtigen Optimismus. Shanklands Doppelpack, der Charakter des Teams und die erfolgreiche Integration von Randspielern boten einen passenden Abschied. Doch der Schatten von Gilmours Verletzung ist groß. Schottland reist in die USA, nur wenige Tage vor seinem ersten WM-Auftritt seit 1998, aber entscheidende Fragen bleiben unbeantwortet. Basierend auf einem Bericht des Guardian.