Am Samstag schrieb sich RC Lens in die Fußballgeschichte ein, indem sie mit einem überzeugenden 3:1-Sieg über OGC Nice im Stade de France ihren ersten Coupe de France-Titel holten. Florian Thauvin, der talismanische Flügelspieler des Vereins, wurde zum Mann des Spiels ernannt und sprach mit roher Emotion über die Bedeutung dieser Leistung.
Der Triumph beendet jahrzehntelanges Leid für Les Sang et Or, die beide bisherigen Coupe de France-Endspiele 1948 und 1998 verloren hatten. Während Lens 1998 den Ligue 1-Titel und zwei Coupe de la Ligue-Trophäen gewann, war der ältere Pokal ihnen stets verwehrt geblieben. Dieser Sieg stellt eine lang erwartete Krönung dar, die den Platz des Vereins unter der Elite des französischen Fußballs zementiert.
Lens setzte von Beginn an seinen Willen durch und baute durch gut ausgeführte Tore vor der Halbzeit eine 2:0-Führung auf. Nizza, das gegen den Abstieg kämpfte, wehrte sich kurz, aber Thauvins Einfluss erwies sich als entscheidend. Er orchestrierte Angriffe und lieferte eine Kapitänsleistung ab, die seine Mannschaft auf Kurs zum Ruhm hielt. Ein drittes Tor nach der Pause besiegelte den historischen Sieg und löste wilde Feierlichkeiten aus.
Für Thauvin hatte der Moment eine tief persönliche Bedeutung. Der 31-Jährige hatte als Weltmeister von 2018 den internationalen Fußball erobert, aber eine Vereinstrophäe blieb ihm während seiner Stationen bei Marseille, Tigres und nun Lens frustrierend verwehrt. Seine Worte nach dem Spiel legten diesen Ehrgeiz offen: „Wir waren wirklich entschlossen, in die Vereinsgeschichte einzugehen“, sagte er. „Um das zu erreichen, mussten wir einen Pokal gewinnen, und das ist uns gelungen.“
Thauvin betonte immer wieder den kollektiven Geist, der die Saison von Lens prägte. Er lobte das Personal, die Teamkollegen und die Fans für die Schaffung einer Atmosphäre der Entschlossenheit. „Wir haben mit unseren Waffen gekämpft, wir hatten eine außergewöhnliche Einstellung, jeder hat seine Qualitäten in den Dienst der Mannschaft gestellt“, reflektierte er. Diese Einheit war offensichtlich, als Lens eine hartnäckige Nizza-Mannschaft überwand.
In einer Geste der Sportlichkeit wandte Thauvin seine Aufmerksamkeit den besiegten Gegnern zu. Nizza steht nun ein entmutigendes Relegationsspiel gegen Saint-Étienne bevor, und der Lens-Star sprach ihm Unterstützung aus. „Ich möchte Nizza meine Unterstützung aussprechen. Wir wünschen ihnen ein gutes Saisonende und dass sie den Klassenerhalt schaffen“, sagte er. Es war eine elegante Geste inmitten der Euphorie von Lens.
Der Pokalsieg bringt erhebliche Belohnungen mit sich. Neben der Trophäe sichert sich Lens ein direktes Ticket für die Gruppenphase der UEFA Europa League, ein großer Schub für die Finanzen und das Profil des Vereins. Es markiert einen triumphalen Abschluss einer bemerkenswerten Ligue 1-Saison, in der sie in der Nähe der Spitze landeten. Der Sieg bestätigt das Projekt, das um erfahrene Gewinner wie Thauvin und aufstrebende Talente aufgebaut wurde.
Thauvins Reise vom Weltmeister zum Vereinspokalsieger schließt einen erzählerischen Kreis. Nach seiner Rückkehr zum europäischen Fußball bewies er, dass seine Qualität anhält. Seine Leistung im Finale, die ihm die Auszeichnung als Spieler des Spiels einbrachte, unterstrich seinen Wert als Spieler für große Spiele.
Während die Lens-Anhänger jubelten, fasste Thauvin die Stimmung zusammen: „Ich empfinde großen Stolz; wir haben es geschafft, die Menschen stolz zu machen.“ Die historische Nacht in Paris wird über Generationen hinweg nachhallen, und für Thauvin wird der Moment, in dem er seine erste Vereinstrophäe in die Höhe stemmte, als karriereprägender Höhepunkt gelten. Basierend auf Berichten von L'Equipe.