In einem Finish, das die hohen Einsätze der Premier-League-Saison widerspiegelte, sicherte sich Arsenal einen dramatischen 1:0-Sieg gegen West Ham im London Stadium, dank Leandro Trossards Tor in der 83. Minute und einer umstrittenen VAR-Entscheidung, die den Gastgebern einen späten Ausgleich verwehrte. Das Spiel, angespannt und folgenreich sowohl für den Titelkampf als auch den Abstiegskampf, ließ West Ham glauben, sie hätten einen wertvollen Punkt ergattert, als der eingewechselte Callum Wilson in der 95. Minute aus einer Ecke traf. Schiedsrichter Chris Kavanagh annullierte das Tor jedoch nach langer Überprüfung am Seitenrandmonitor auf Anraten des Video-Assistenten Darren England und entschied, dass West Hams Einwechselspieler Pablo Arsenal-Torwart David Raya mit ausgestrecktem Arm gefoult hatte. Die Entscheidung löste wütende Proteste der Heimmannschaft und ihrer Fans aus, deren Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Premier League einen schweren Schlag erlitten.
Für Arsenal war es ein Moment großer Erleichterung und ein Schritt näher am Titel. Die Gunners liegen nun drei Punkte vor Manchester City, das zuvor Brentford mit 3:0 besiegt hatte, was den Druck auf Mikel Artetas Team erhöhte. City-Trainer Pep Guardiola hatte die Atmosphäre mit der Aussage „Auf geht's, Irons“ angeheizt, aber sein Wunsch erfüllte sich nicht.
Trossards Siegtor kam kurz nachdem Raya eine entscheidende Eins-gegen-Eins-Parade gegen West Ham-Mittelfeldspieler Mateus Fernandes aus kurzer Distanz gezeigt hatte. Das Tor selbst war das Ergebnis eines feinen Zusammenspiels: Der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Martin Ødegaard spielte einen Pass zu Trossard, dessen Schuss eine Ablenkung von Tomas Soucek bekam und über Torhüter Mads Hermansen hinweg ins Tor segelte. Es war ein Moment der Qualität in einem ansonsten von defensiver Stabilität und Nervosität beider Seiten geprägten Spiel.
West Ham, von Trainer Nuno Espírito Santo in einer 5-4-1-Formation aufgestellt, frustrierte Arsenal über lange Strecken. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz, taten sich aber schwer, klare Torchancen herauszuspielen. Die ersten Halbzeit bot Arsenals beste Gelegenheiten aus Standardsituationen: von einer Ecke von Declan Rice erzwang Trossard, am langen Pfosten ungedeckt, eine gute Parade von Hermansen und traf dann per Kopfball den Außenpfosten. Aus einem Freistoß von Rice legte Riccardo Calafiori ab, und Konstantinos Mavropanos blockte entscheidend. Calafiori schoss nach einem Sprint auch knapp drüber.
Die Partie änderte sich jedoch, als Ben White in der 23. Minute nach einem harten Zweikampf von Crysencio Summerville mit einer Beinverletzung vom Feld musste. Arteta stellte um, wechselte Declan Rice auf die rechte Abwehrseite und brachte Martín Zubimendi ins Mittelfeld. West Ham kam vor der Pause besser ins Spiel: Taty Castellanos erzwang mit einem Kopfball aus Aaron Wan-Bissakas Flanke eine gute Parade von Raya, und Summervilles Schuss wurde gehalten.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich: Arsenal tat sich schwer, eine kompakte Abwehr zu knacken. Arteta griff schließlich auf seine Bank zurück, wechselte Zubimendi aus und brachte Ødegaard, während Kai Havertz ebenfalls Eberechi Eze ersetzte. Die Änderung zahlte sich aus, da Ødegaards Kreativität die West-Ham-Abwehr öffnete.
Nach Trossards Tor drängte West Ham verzweifelt nach vorne. Wilson hatte eine goldene Chance zum Ausgleich, als er drehte und aus kurzer Distanz schoss, doch Gabriel Magalhães blockte. Die anschließende Ecke führte zur Kontroverse: Hermansen kam nach vorne, und im folgenden Handgemenge traf Wilson, aber Kavanagh pfiff zurück wegen eines Fouls von Pablo an Raya. Die lange Wartezeit auf die Entscheidung erhöhte die Spannung, beide Mannschaften waren angespannt. Kavanaghs endgültige Bestätigung besiegelte Arsenals Sieg und ließ West Hams Spieler verzweifelt zurück.
Die Auswirkungen sind enorm. Arsenal hat nach einer nervösen Vorstellung einen Riesenschritt in Richtung erste Premier-League-Meisterschaft seit über zwei Jahrzehnten gemacht. Manchester Citys Sieg gegen Brentford hatte sichergestellt, dass sie Druck ausüben würden, aber Arsenal hielt stand. Für West Ham bedeutet die Niederlage, dass sie tief im Abstiegskampf stecken, punktgleich mit Tottenham und auf ein Wunder hoffend, um zu überleben. Das Spiel war ein Mikrokosmos der Intensität der Premier League: knappe Entscheidungen, große Entscheidungen und emotionale Schwankungen.
Basierend auf einem Bericht des Guardian.