Die tunesische Nationalmannschaft trifft am Montag in einem Freundschaftsspiel auf Österreich, ein Spiel, das weit mehr als eine reine Exhibition darstellt. Mit der bevorstehenden WM 2026 will Tunesien Schwung aufnehmen und unter Trainer Sabri Lamouchi entscheidende Schwächen beheben.
Tunesiens jüngste WM-Geschichte ist von Vorrunden-Aus geprägt. Sowohl 2018 als auch 2022 scheiterten die Adler von Karthago in der Gruppenphase, ein Muster, das sie unbedingt durchbrechen wollen, während sie auf das auf 48 Teams erweiterte Turnier in den USA, Kanada und Mexiko zusteuern.
Sabri Lamouchi übernahm nach einer enttäuschenden Afrika-Cup-Kampagne in Marokko, bei der Tunesien nicht überzeugen konnte. Der in Frankreich geborene Trainer hat schnell eine defensive Disziplin eingeführt, die sich im letzten Länderspielfenster zeigte. Tunesien verzeichnete einen knappen 1:0-Sieg gegen Haiti und ein torloses Unentschieden auswärts gegen Kanada, was eine kompakte Abwehr, aber limitierte Angriffsgefahr offenbarte.
Diese Ergebnisse waren zwar positiv, hoben aber ein anhaltendes Problem hervor: Tunesien fällt es schwer, Tore zu erzielen. Gegen Haiti reichte der einzige Treffer, aber das Team kreierte wenig klare Chancen. Im torlosen Remis gegen Kanada gelang überhaupt kein Treffer. Für eine Mannschaft, die mit Nationen wie den Niederlanden und Japan in der Gruppe F konkurrieren will, ist eine solche Offensivleistung besorgniserregend dünn.
Gruppe F ist eine der schwierigeren Gruppen der WM-Auslosung. Die Niederlande bringen reichlich Talent und Erfahrung mit, Japan hat sich als K.o.-Runden-Team erwiesen, das Europas Beste schlagen kann, und Schweden stellt ein physisch starkes, gut organisiertes Hindernis dar. Tunesien kann sich nicht allein auf die Abwehr verlassen, um diese Gruppe zu überstehen; sie müssen im letzten Drittel dynamischer werden.
Das Freundschaftsspiel am Montag gegen Österreich bietet einen idealen Prüfstein. Die Österreicher unter Ralf Rangnick praktizieren einen hochintensiven Pressing-Stil, der Tunesien zwingt, den Ball schnell zu bewegen und unter Druck Entscheidungen zu treffen. Es ist genau die Art von Prüfung, die Lamouchi braucht, um die Bereitschaft seines Teams für das Sommerturnier zu messen.
Für Tunesien ist das Spiel auch eine Gelegenheit, ein Signal an die Rivalen zu senden. Eine überzeugende Leistung oder ein Sieg würde einer Mannschaft Selbstvertrauen einflößen, die oft auf der größten Bühne zu kurz gekommen ist. Lamouchi hat von der Notwendigkeit gesprochen, „die Schwelle“ der Gruppenphase zu überschreiten, und diese Reise beginnt mit Leistungen wie der am Montag erwarteten.
Über die unmittelbaren taktischen Belange hinaus hat das Spiel Bedeutung für die Spieler. Mehrere Schlüsselspieler Tunesiens kämpfen um Startplätze, und eine starke Leistung gegen europäische Gegner könnte ihre Positionen festigen. Das Freundschaftsspiel erlaubt Lamouchi auch, mit Formationen und Partnerschaften zu experimentieren, insbesondere im Angriff, wo der Mannschaft ein zuverlässiger Torjäger fehlt.
Die WM-Erweiterung auf 48 Teams hat die Tür für mehr Nationen geöffnet, von großen Träumen zu träumen, aber Tunesiens Ambitionen gehen über die bloße Teilnahme hinaus. Da sie sich regelmäßig qualifizieren, streben sie nun danach, echte Akzente zu setzen. Erfolg in den USA würde das Programm aufwerten und eine neue Generation inspirieren, aber es erfordert nachgewiesene Wettbewerbshärte.
Mit Blick auf die Zukunft umfasst der Weg zur WM weitere Freundschaftsspiele und wahrscheinlich ein Vorbereitungscamp in Nordamerika. Jeder Schritt muss präzise erfolgen. Das Spiel gegen Österreich ist nicht nur ein Aufwärmspiel; es ist ein grundlegender Baustein für die taktische Identität, die Lamouchi zu schmieden versucht.
Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.