Die Türkei lieferte eine beeindruckende Leistung im WM-Testspiel ab und deklassierte Nordmazedonien im Istanbuler Şükrü-Saracoğlu-Stadion mit 4:0. Der Sieg gelang trotz des Fehlens von Juventus-Angreifer Kenan Yıldız, der verletzt ausfiel, und zeigte die Kaderbreite, die Vincenzo Montella zur Verfügung steht. Die Gastgeber kontrollierten das Spiel von der ersten Minute an, als Orkun Kökçü sie bereits in der zweiten Minute in Führung brachte. Can Uzun erhöhte in der 16. Minute und beendete damit effektiv die Partie vor der Halbzeit. Weitere Tore von Arda Güler in der 53. Minute und Barış Alper Yılmaz in der 70. Minute unterstrichen eine dominante Vorstellung, die eine klare Botschaft an ihre Gruppengegner sendet.
Montella war zu einem frühen Wechsel gezwungen, als Außenverteidiger Eren Elmalı in der 27. Minute verletzt ausschied und durch Romas Verteidiger Zeki Çelik ersetzt wurde. Der Wechsel störte den Rhythmus der Türkei kaum; die Abwehr blieb resolut und hielt die Nordmazedonier zu Halbchancen. Hakan Çalhanoğlu, der Spielmacher von Inter, erhielt einen kurzen späten Einsatz und verlieh einem bereits beeindruckenden Mittelfeld weitere Qualität. Bei Nordmazedonien startete Napolis Eljif Elmas im zentralen Mittelfeld, konnte aber keine Reaktion seiner Mannschaft initiieren, da die Gäste der Intensität der Türkei nicht gewachsen waren.
Die Leistung unterstrich den Zusammenhalt und die taktische Flexibilität des Teams. Ohne Yıldız wählte Montella einen direkteren Ansatz, nutzte die Schnelligkeit von Uzun und Yılmaz auf den Flügeln, während Kökçü aus der Mitte dirigierte. Der frühe Blitz setzte den Ton, und die kontrollierte zweite Halbzeit deutete auf eine Mannschaft hin, die zur rechten Zeit ihren Höhepunkt erreicht. Nur wenige Wochen vor der WM wird die Fähigkeit der Türkei, ohne einen ihrer Schlüsselspieler überzeugend zu gewinnen, ein bedeutender psychologischer Schub sein.
In der Zwischenzeit fegte Norwegen in Oslo die Nachbarn Schweden in einem Nordik-Derby mit 3:1 vom Platz, das auch als Prüfstein für die WM-Bereitschaft beider Nationen diente. Ohne ihre beiden größten Namen – Erling Haaland und Martin Ødegaard – zeigten die Norweger dennoch eine klinische Leistung im Ullevaal-Stadion. Jørgen Strand Larsen traf zweimal (8. und 37. Minute), Antonio Nusa erzielte in der 18. Minute ein Tor und brachte die Partie vor der Pause außer Reichweite. Alexander Isak verkürzte in der 76. Minute, aber das war nur Ergebniskosmetik für die Gäste.
Norwegens Aufstellung wies eine starke Serie-A-Kontingent auf, mit Bolognas Emil Heggem in der Startelf, Genoas Leo Østigård und Turins Marcus Pedersen als Einwechselspieler, sowie Sassuolos Kristian Thorstvedt im Mittelfeld. Das Fehlen von Haaland und Ødegaard, die vorsorglich geschont wurden, ermöglichte anderen Spielern, ins Rampenlicht zu treten. Larsen zeigte insbesondere seine Abschlussstärke, während Nusas Kunstfertigkeit auf dem Flügel eine andere Dimension bot. Bei Schweden wurde Stürmer Viktor Gyökeres komplett geschont, und Trainer Graham Potter experimentierte mit der Aufstellung, indem er Atalantas Isak Hien und Udineses Jesper Karlström beginnen ließ. Die unzusammenhängende Leistung warf jedoch Fragen zur Angriffsflüssigkeit ohne ihren talismanischen Stürmer auf.
Das Ergebnis setzt Norwegens starke Form in der WM-Qualifikationsgruppe fort, zu der auch Italien gehört, und jede positive Leistung baut Momentum auf. Trotz der fehlenden Stars wirkte die Teamstruktur unter Trainer Ståle Solbakken solide, und die gezeigte Tiefe wird im Turnier entscheidend sein. Schweden hingegen wird Gyökeres in voller Fitness benötigen, um die Sturmspitze zu führen, da die Nebenleute Schwierigkeiten hatten, eine gut organisierte norwegische Abwehr zu durchbrechen.
Andernorts sicherte sich Montenegro einen 1:0-Auswärtssieg gegen Bulgarien in Plovdiv, dank eines Treffers von Marko Sekulić von FK Mostar in der 68. Minute. Der Sieg unter der Leitung des ehemaligen Juventus- und Roma-Stürmers Mirko Vučinić ist ein positiver Schritt für ein Team, das nach Konstanz strebt. In der Slowakei besiegte die Heimmannschaft Malta mit 2:1 durch einen dramatischen Treffer von Róbert Galčík in der 97. Minute. Malta hatte durch Joseph Mbong nach einem frühen Tor von Lukáš Haraslín ausgeglichen, aber das späte Herzschmerz zeigte die nötige Widerstandsfähigkeit auf diesem Niveau. Bei der Slowakei startete Cagliaris Adam Obert in der Abwehr, während Veronas Tomáš Suslov im Angriff eingesetzt wurde und eine Gelbe Karte sah.
Diese Freundschaftsspiele boten wertvolle Einsatzzeiten für Randspieler und eine letzte Gelegenheit für Trainer, ihre Pläne zu verfeinern. Für die Türkei signalisiert der umfassende Sieg ohne Yıldız eine Mannschaft, die bereit ist, auf der großen Bühne zu konkurrieren. Montellas Männer haben nun vier ihrer letzten fünf Spiele gewonnen, und die Offensivpower in der vorderen Linie wird eine Waffe in der Gruppenphase sein. Norwegens Fähigkeit, ohne ihre beiden Kapitäne einen regionalen Rivalen zu dominieren, unterstreicht eine kollektive Stärke, die sie tief ins Turnier tragen könnte. Schweden muss jedoch schnell seinen Torriecher wiederfinden, während Montenegro und die Slowakei Selbstvertrauen aus hart erkämpften Siegen schöpfen werden.
Mit zunehmender Intensität des Countdowns zur WM 2026 bieten diese Ergebnisse Einblicke in den Vorbereitungsstand jedes Teams. Die wahren Prüfungen stehen noch bevor, aber die in diesen Freundschaftsspielen gelegten Grundlagen werden die Erzählungen der kommenden Wochen prägen. Basierend auf Berichten von Tuttosport.