Die Bundesuniversität von Mato Grosso (UFMT) steht im Mittelpunkt einer schwerwiegenden Untersuchung, nachdem Vorwürfe aufkamen, dass Jurastudenten eine Liste erstellt haben, die Kommilitoninnen als 'estupráveis' – ein portugiesischer Begriff, der 'vergewaltigbar' bedeutet – einstuft. Der Fall hat Empörung und Proteste unter den Studierenden ausgelöst.
Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Mato Grosso (MPMT) leitete am Mittwoch, den 6. Mai, eine administrative Untersuchung ein, um mögliche Straftaten im Zusammenhang mit den durchgesickerten Nachrichten zu untersuchen. Die Staatsanwälte gaben der Universität fünf Tage Zeit, um detaillierte Erklärungen zu dem Vorfall abzugeben und darzulegen, welche internen Maßnahmen ergriffen wurden.
Als Reaktion auf die Vorwürfe ergriff die Juristische Fakultät der UFMT sofort Maßnahmen. Ein Student, der als Erstsemester identifiziert wurde, wurde vorläufig suspendiert, bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt. Die Universität hat außerdem ein formelles administratives Disziplinarverfahren (PAD) eingeleitet, um das Verhalten der Beteiligten zu prüfen.
Der Skandal brach aus, nachdem private Nachrichten zwischen Studenten durchgesickert und schnell verbreitet wurden. Die Gespräche enthielten Berichten zufolge explizite Hinweise auf sexuellen Missbrauch von Kommilitoninnen, was auf dem gesamten Campus weitreichende Verurteilung auslöste.
Studentenorganisationen wurden als Reaktion mobilisiert. Sowohl das Akademische Zentrum für Rechtswissenschaften (CADI) als auch das Zentrale Studentenverzeichnis (DCE) wurden von der Staatsanwaltschaft angewiesen, alle Beweise und Unterlagen, die sie zu dem Fall besitzen, innerhalb derselben fünftägigen Frist einzureichen.
Am Montag, den 4. Mai, brachen auf dem Campus Proteste aus, als Studenten gegen das angebliche Verhalten protestierten. Demonstranten trugen Schilder, die Rechenschaftspflicht und stärkere institutionelle Maßnahmen forderten, um Studenten vor Belästigung und Bedrohungen durch sexuelle Gewalt zu schützen.
Der Fall hat nationale Aufmerksamkeit erregt und die anhaltenden Bedenken hinsichtlich sexueller Gewalt und Belästigung im brasilianischen Universitätsumfeld hervorgehoben. Die Behörden behandeln die Angelegenheit mit Dringlichkeit und betonen die Notwendigkeit schneller und transparenter Maßnahmen der Institution.
Basierend auf Berichten von g1.