Knapp ein Jahr bevor die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika angepfiffen wird, zeigt ein neu veröffentlichter Branchenbericht, dass eine deutliche Mehrheit der amerikanischen Hoteliers ihre Enttäuschung über das Tempo der Vorabreservierungen zum Ausdruck bringt. Laut einer von der Nachrichtenagentur Agence France-Presse zitierten Studie der American Hotel and Lodging Association (AHLA) glauben fast 80% der Hotelbetreiber in den USA, dass die aktuellen Buchungszahlen hinter den ursprünglichen Prognosen zurückbleiben.
Die WM 2026 wird die erste Ausgabe mit drei Gastgeberländern sein: den USA, Kanada und Mexiko. Das Turnier umfasst 48 Mannschaften und 80 Spiele, wobei die überwältigende Mehrheit der Spiele – einschließlich der Viertelfinals, Halbfinals und des Finales – in den USA stattfindet. Die Gastgeberstädte reichen von Los Angeles und New York bis Dallas und Seattle, jede erwartet einen Zustrom von Hunderttausenden internationalen Besuchern.
Doch der AHLA-Bericht deutet darauf hin, dass der von vielen Hoteliers erwartete Nachfrageschub ausgeblieben ist. Die Umfrage ergab, dass unter den Hotelbetreibern weitgehend die Meinung herrscht, dass die Buchungen „unter den ursprünglichen Prognosen“ liegen, was einen Schatten auf das wirft, was als großer wirtschaftlicher Segen für den Gastgewerbesektor erwartet wurde.
Branchenanalysten nennen mehrere mögliche Faktoren für die schwachen Buchungszahlen. Eine Möglichkeit ist, dass Fans aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit, einschließlich hoher Inflation und Flugpreise, ihre Reiseentscheidungen aufschieben. Ein weiterer Grund ist, dass die Ticketvergabe und die Qualifikation der Mannschaften noch nicht abgeschlossen sind, sodass viele Fans warten, bis sie Spieltickets gesichert haben, bevor sie Unterkünfte buchen. Zudem weisen einige Experten darauf hin, dass die schiere Größe des Events – verteilt auf 16 Städte in drei Ländern – bei Reisenden zu logistischen Bedenken führen könnte.
Die Auswirkungen auf die breitere wirtschaftliche Bedeutung des Turniers sind erheblich. Eine Studie von Oxford Economics aus dem Jahr 2018 prognostizierte, dass die WM 2026 Wirtschaftsaktivitäten in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar für die Gastgeberländer generieren könnte, wobei der US-amerikanische Gastgewerbesektor voraussichtlich einen großen Anteil erhalten würde. Wenn die Hotelbuchungen hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte dieser Gewinn schrumpfen, was nicht nur Hotels, sondern auch Restaurants, Transport und lokale Attraktionen betrifft.
Für die FIFA und die lokalen Organisationskomitees signalisiert der Bericht einen potenziellen Bedarf, die Marketing- und Fanbindungsbemühungen zu verstärken. Während WM-Tickets oft gut verkauft werden, ist der Unterkunftsteil für das gesamte Besuchererlebnis entscheidend. Beamte müssen möglicherweise mit Fluggesellschaften, Reisebüros und Stadtverwaltungen zusammenarbeiten, um Paketangebote oder Sondertarife zu schnüren, um die Nachfrage anzukurbeln.
Einige Hoteliers bleiben jedoch optimistisch, dass die Buchungen steigen werden, je näher das Turnier rückt. Bei früheren Weltmeisterschaften sind Last-Minute-Buchungen sprunghaft angestiegen, sobald die Gruppenspiele feststehen und Reisepakete konkreter werden. Die WM 2018 in Russland zeigte ein ähnliches Muster, wobei die Hotelauslastung in den letzten Monaten vor dem Ereignis in die Höhe schnellte.
Dennoch deuten die frühen Daten auf eine Diskrepanz zwischen der Hype um das Turnier und dem tatsächlichen Verbraucherverhalten hin. Da bis zum Eröffnungsspiel noch über ein Jahr Zeit ist, hat die Hotelbranche Zeit, ihre Preisstrategien und Marketingkampagnen anzupassen. Wenn der aktuelle Trend jedoch anhält, könnte dies zu Rabatten und Sonderangeboten näher am Spieltermin führen, was preisbewussten Fans zugutekommt, aber die Gewinnmargen der Hotels schmälert.
Der Bericht hebt auch regionale Unterschiede hervor. Hotels in großen Drehkreuzstädten wie New York und Los Angeles, wo der Wettbewerb durch andere Veranstaltungen und Geschäftsreisen intensiv ist, könnten den Rückgang stärker spüren als solche in kleineren Gastgeberstädten oder in der Nähe von Stadien. Im Gegensatz dazu könnten Städte wie Kansas City und Atlanta, die eine starke heimische Fangemeinde haben, eine stabilere Nachfrage verzeichnen.
Für Fans, die die WM 2026 besuchen möchten, könnte die aktuelle Situation eine Chance darstellen. Eine geringere als erwartete Hotelnachfrage könnte zu mehr Verfügbarkeit und möglicherweise niedrigeren Preisen führen, insbesondere in den Monaten vor dem Turnier. Reisenden wird jedoch empfohlen, frühzeitig zu buchen, um begehrte Lagen zu sichern und Last-Minute-Preisspitzen zu vermeiden, die oft mit Großveranstaltungen einhergehen.
Während der Countdown zur WM 2026 weiterläuft, werden alle Blicke auf die Buchungstrends gerichtet sein. Die AHLA wird voraussichtlich Folgeberichte veröffentlichen, die der Branche und den Organisatoren ein klareres Bild davon vermitteln, ob die aktuellen Erwartungen zu pessimistisch sind oder lediglich einen frühen Rückstand widerspiegeln. Die Botschaft der US-Hoteliers ist klar: Der Weg zur WM 2026 hat die versprochene Buchungswelle noch nicht gebracht.
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