Der Spielplan für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wurde veröffentlicht und bereitet die Bühne für das bisher größte Turnier der Fußballgeschichte. 48 Nationen werden in 16 Stadien in den USA, Mexiko und Kanada um den Titel kämpfen. Das einmonatige Ereignis beginnt am 11. Juni 2026 mit einem Doppelspieltag: Südkorea gegen Tschechien im Estadio Guadalajara und Mexiko gegen Südafrika im Mexico City Stadium. Diese Ausgabe ist die erste WM, die von drei Ländern ausgerichtet wird, und die erste mit dem erweiterten 48-Team-Format, was die Gesamtzahl der Spiele auf 104 erhöht – ein deutlicher Sprung gegenüber den 64 Spielen in Katar 2022.
Der Spielplan, der zusammen mit dem visuellen Stadionführer des Guardian veröffentlicht wurde, zeigt ein Geflecht aus moderner Architektur und lokaler Folklore. Das BC Place in Vancouver verfügt über das weltweit größte seilgestützte Schiebedach, obwohl die FIFA es voraussichtlich geschlossen halten wird, um den importierten Naturrasen vor ungleichmäßigem Sonnenlicht zu schützen. Das Seattle Stadium, das auf dem Gelände des ehemaligen Kingdome erbaut wurde, ist bekannt für seine erdbebenartige Lärmkulisse, während das Los Angeles Stadium – das 5 Milliarden Dollar teure SoFi Stadium – mit einem halbtransparenten Dach ausgestattet ist und ein Viertelfinale austragen wird. Jedes Stadion erhält von der FIFA genehmigte temporäre Namen, um die Kennzeichnung von Unternehmen zu entfernen und den Regeln für saubere Spielstätten zu entsprechen.
Für den Co-Gastgeber USA beginnt die Reise am 12. Juni im Los Angeles Stadium gegen Paraguay. Der Druck auf die USMNT, die es 2022 nicht über das Achtelfinale hinaus schafften, ist immens, den Heimvorteil zu nutzen und eine gute Leistung zu erbringen. Gegen ein Paraguay, das für seine widerstandsfähige Abwehr bekannt ist, könnte der Auftakt den Ton für eine Gruppe angeben, die auch Australien und die Türkei in San Francisco und Seattle umfasst – die Amerikaner werden also früh die Westküste durchqueren.
Im gesamten Turnierverlauf gibt es historische Rivalitäten und neue Geschichten. England und Kroatien werden am 17. Juni im Dallas Stadium ihre Halbfinal-Fehde von 2018 wieder aufleben lassen, ein Rematch des Spiels, in dem Kroatien Englands Hoffnungen in der Verlängerung beendete. Brasilien, das noch immer unter dem Viertelfinal-Aus 2022 leidet, beginnt seine Kampagne am 13. Juni im MetLife Stadium in New Jersey gegen die Überraschungsmannschaft von 2022, Marokko. Titelverteidiger Argentinien eröffnet seine Titelverteidigung am 16. Juni in Kansas City gegen Algerien, während Frankreich am 16. Juni in New York auf Senegal trifft – ein Aufeinandertreffen von Talent und Geschichte.
Das erweiterte Format führt eine zusätzliche K.o.-Runde und eine großzügigere Gruppenphase ein – Teams, die in bestimmten Gruppen Zweiter oder Dritter werden, können noch weiterkommen – schafft aber auch ein Terminlabyrinth. Die Reiseanforderungen werden beispiellos sein: Kanada zum Beispiel startet am 12. Juni zu Hause in Toronto gegen Bosnien und Herzegowina, bevor es über 2.000 Meilen nach Vancouver fliegt, um am 18. Juni sein zweites Spiel gegen Katar zu bestreiten. Diese Logistik wird die Kaderbreite und die Erholungsprotokolle auf die Probe stellen.
Die Stadien selbst sind Charaktere in dieser Geschichte. Das BC Place, das das Finale der Frauen-WM 2015 ausrichtete, wird wieder Geschichte schreiben; sein Schiebedach erzeugt bei Öffnung ein dramatisches Schattengitter auf dem Spielfeld. Das Lumen Field in Seattle, Heimat der '12s', wird am 19. Juni die Leinwand für die USA gegen Australien sein – ein Spiel, das auf lokalen Seismometern Ausschläge verursachen könnte, wenn die Menge in Fahrt kommt. Und das SoFi Stadium mit seinem Innen-Außen-Design taucht das Feld in natürliches Licht – eine passende Bühne für ein Viertelfinale am 10. Juli.
Abseits des Platzes nutzt der Spielplan die großen Zeitzonen des Kontinents, um die globale Zuschauerzahl zu maximieren. Die Spiele sind gestaffelt, um Frühstücksanpfiffe in Europa und Primetime in Amerika zu bedienen. England gegen Kroatien zum Beispiel ist für einen späten Nachmittagstermin angesetzt, der sowohl englische als auch kroatische Fans zufriedenstellt. Die kommerziellen Überlegungen der FIFA sind offensichtlich, aber der Kompromiss ist ein Fanerlebnis, das sich über die Uhrzeit erstreckt.
Auch die Gruppenspiele haben eine tiefe Bedeutung für aufstrebende Fußballnationen. Das Turnierdebüt Usbekistans, das am 17. Juni in Mexiko-Stadt auf Kolumbien trifft, und die Teilnahme von Teams wie Kap Verde und Haiti werden die Auswirkungen des erweiterten Formats auf die Entwicklung testen. Gleichzeitig müssen traditionelle Mächte knifflige Auftaktspiele meistern: Deutschland trifft in Houston auf Curaçao, während Spanien in Atlanta auf Saudi-Arabien trifft – beide Spiele könnten den Grundstein für frühe Überraschungen legen.
Die K.o.-Phase beginnt am 28. Juni mit den Spielen der Runde der letzten 32, einem chaotischen Wirbel von K.o.-Spielen, die in eine Woche gequetscht sind. Paarungen wie 1B gegen 3EFGIJ am 2. Juli im BC Place bedeuten, dass die Komplexität der Auslosung diejenigen belohnen wird, die das neue Format beherrschen. Der Turnierbaum verengt sich dann bis zu den Viertelfinals am 10. Juli und bereitet die letzten Wochen vor, in denen Ausdauer und taktisches Geschick von größter Bedeutung sein werden.
Was diese WM auszeichnet, ist nicht nur der Umfang, sondern auch die Erzählstränge, die in jede Begegnung eingewoben sind. Von der Mission der USMNT, ihren Gastgeberstatus zu rechtfertigen, über Argentiniens Versuch, seinen Titel zu verteidigen, bis hin zu Englands Chance auf Wiedergutmachung gegen Kroatien – der Spielplan liefert von Anfang an Dramatik. Mit mehr Teams und mehr Stadien als je zuvor verspricht die WM 2026 ein Meilenstein in der globalen Entwicklung des Sports zu sein.
Basierend auf Berichterstattung des Guardian.